Ping-Anrufe: So schützen Sie sich vor der teuren Rückruf-Falle

Betrüger nutzen kurze Anrufe aus dem Ausland, um Verbraucher in teure Mehrwertdiensteschleifen zu locken. Verbraucherschützer und die Bundesnetzagentur warnen und geben konkrete Handlungsempfehlungen.

Ein kurzer Anruf von einer unbekannten ausländischen Nummer kann teuer werden. Die als Ping-Call bekannte Betrugsmasche ist weiterhin aktiv. Verbraucherschützer und die Bundesnetzagentur warnen erneut vor der Gefahr.

Die Taktik ist simpel: Automatisierte Systeme wählen Nummern an und lassen es nur einmal klingeln. Das Ziel ist nicht das Gespräch, sondern der Eintrag in Ihrer Anrufliste. Rufen Sie aus Neugier zurück, landen Sie in einer teuren Mehrwertdiensteschleife. Die Betrüger verdienen an jeder Minute mit.

Die perfide Täuschung mit vertrauten Vorwahlen

Besonders tückisch ist die Wahl der Vorwahlen. Betrüger nutzen internationale Codes, die deutschen Ortsvorwahlen ähneln. So sieht die Vorwahl von Madagaskar (00261) fast aus wie die von Koblenz (0261). Auch Nummern aus Tunesien (+216) oder Burundi (+257) werden häufig missbraucht.

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Diese Ähnlichkeit soll Sie in falscher Sicherheit wiegen. Die auf dem Display angezeigte Nummer kann zudem gefälscht sein – ein Trick, der als Spoofing bekannt ist. Die Kosten für den Rückruf können mehrere Euro pro Minute betragen und tauchen erst auf der nächsten Rechnung auf.

So reagieren Sie richtig bei unbekannten Nummern

Der wichtigste Schutz ist einfach: Rufen Sie nie eine unbekannte ausländische Nummer zurück. Hat der Anrufer ein echtes Anliegen, wird er es wieder versuchen oder eine Nachricht hinterlassen.

Weitere wirksame Maßnahmen sind:
* Nummer googeln: Geben Sie die unbekannte Nummer in eine Suchmaschine ein. Oft finden sich sofort Warnungen anderer Betroffener.
* Nummer blockieren: Nutzen Sie die Blockier-Funktion Ihres Smartphones direkt in der Anrufliste.
* Drittanbietersperre aktivieren: Richten Sie diese Sperre bei Ihrem Mobilfunkanbieter ein. Sie schützt vor vielen, aber nicht allen Kostenfallen.

Das tut die Bundesnetzagentur

Die Behörde geht gegen den Missbrauch vor. Eine wichtige Maßnahme: Bei Anrufen zu bestimmten riskanten Vorwahlen schalten viele Anbieter eine kostenlose Preisansage. Sie werden vor hohen Gebühren gewarnt und können kostenfrei auflegen.

Zudem verhängt die Bundesnetzagentur regelmäßig Abrechnungsverbote für betrügerische Nummern. Für diese Nummern dürfen die Mobilfunkanbieter dann keine Kosten mehr in Rechnung stellen. Veröffentlichte Listen dieser gesperrten Nummern helfen betroffenen Verbrauchern.

Falls Sie bereits zurückgerufen haben

Sind Sie in die Falle getappt, handeln Sie schnell:
1. Legen Sie sofort auf.
2. Prüfen Sie auf der Website der Bundesnetzagentur, ob für die Nummer ein Abrechnungsverbot besteht.
3. Zahlen Sie den entsprechenden Posten auf Ihrer Rechnung nicht und berufen Sie sich auf das Verbot.
4. Melden Sie den Vorfall der Bundesnetzagentur. Jede Meldung hilft, die Betrüger zu stoppen.