Der CRM-Anbieter Pipedrive hat mit Nova eine neue KI-gestützte Funktionsweise vorgestellt, die den Vertriebsalltag durch Automatisierung entlasten soll. Die Lösung umfasst Werkzeuge für die Vorbereitung von Kundengesprächen, deren Aufzeichnung und Transkription sowie die automatisierte Aktualisierung von Datensätzen.
Laut aktuellen Berichten steht die Funktion nun einer breiten Nutzerbasis zur Verfügung, wobei sie die manuelle Datenpflege im Kundenbeziehungsmanagement (CRM) signifikant reduzieren soll.
Automatisierung von der Vorbereitung bis zum Abschluss
Nova bietet Nutzern ein sogenanntes Pre-Call-Briefing an, um die Vorbereitung auf anstehende Termine zu beschleunigen. Während des Gesprächs ermöglicht die Desktop-App oder ein integrierter Notetaker die Aufzeichnung und Transkription in gängigen Videokonferenz-Tools wie Google Meet, Zoom und Microsoft Teams. Nach Abschluss eines Calls analysiert die KI das Gesprächsprotokoll und unterbreitet Vorschläge für die nächsten Schritte im CRM.
Diese Vorschläge umfassen unter anderem die Anpassung der Deal-Stage, die Festlegung des Deal-Werts sowie ein voraussichtliches Abschlussdatum. Die Änderungen betreffen dabei nicht nur Standardfelder für Deals, Personen und Organisationen, sondern können auch benutzerdefinierte Felder (Custom Fields) einbeziehen.
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Um die Datenhoheit der Nutzer zu gewährleisten, werden keine Änderungen automatisch übernommen; jede Anpassung erfordert eine manuelle Freigabe durch den Anwender.
Integration in bestehende Preismodelle und technische Grenzen
Pipedrive integriert Nova in sämtliche verfügbaren Nutzertarife ohne zusätzlichen Aufpreis. Der Einstieg in die Plattform beginnt im Lite-Plan bei 14 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich Mehrwertsteuer.
In technischer Hinsicht konzentriert sich Nova derzeit primär auf die Auswertung von Meeting-Transkripten. Informationen aus synchronisierten E-Mails werden bislang nicht für die Update-Vorschläge herangezogen. Während Gmail separat mit der Plattform verbunden werden muss, ist die Anbindung von Kalenderdiensten aktuell auf eine lesende Funktion beschränkt.
Effizienzpotenziale im Vertriebsalltag
Hintergrund für die Entwicklung von Nova ist der hohe Zeitaufwand für administrative Tätigkeiten im Vertrieb. Der Pipedrive-Report 2026, eine Umfrage unter 1.000 Fachkräften aus Vertrieb und Marketing, verdeutlicht die Belastung: Demnach verbringen 42 % der Befragten mindestens 40 % ihres Arbeitstags mit Aufgaben, die nicht unmittelbar zum Umsatz beitragen. Nur 11 % der Teilnehmer gaben an, dass der tatsächliche Abschluss von Geschäften ihre häufigste wöchentliche Aktivität sei.
Die Studie zeigt zudem Optimierungspotenzial bei der Nachbereitung: 47 % der Befragten erledigen Follow-ups oder CRM-Updates erst mehr als 24 Stunden nach einem Gespräch. Gleichzeitig benötigen 71 % mindestens 10 Minuten für die Vorbereitung auf einen Call.
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Laut Angaben von Pipedrive konnte ein Pilotkunde, das Unternehmen Snug mit einem vierköpfigen Vertriebsteam, durch den Einsatz von Nova bis zu eine Stunde Zeit pro Deal-Meeting einsparen. Diese Angabe basiert jedoch auf einer internen Kundenstudie und wurde nicht unabhängig verifiziert.
Vorbehalte gegenüber vollautomatischer KI
Trotz des Interesses an technischer Unterstützung bleibt die Skepsis gegenüber einer vollständigen Automatisierung bestehen. Laut dem Branchenreport fühlen sich lediglich 23 % der Fachkräfte sehr wohl mit einer KI-Automatik, die ohne menschliche Überprüfung agiert. Das Interesse an assistierenden Funktionen ist hingegen hoch: 43 % der Befragten wünschen sich KI-gestützte Entwürfe für E-Mails, Zusammenfassungen und Notizen.
Hinsichtlich des Rollout-Status von Nova gibt es derzeit widersprüchliche Angaben. Während Branchenmedien wie SiliconANGLE von einer allgemeinen Verfügbarkeit berichten, wird Nova auf der offiziellen Beta-Seite des Herstellers teilweise noch als Beta-Feature geführt.

