PISA 0.1: Intel führt portable ISA für Nova-Lake-S-GPUs ein

Intel bringt PISA erstmals in die Compute Runtime ein und aktiviert OpenCL LEO für Nova Lake-S, während ältere GPUs experimentell bleiben.

Intel hat mit dem Compute Runtime 26.35.39758.10 für Windows und Linux erstmals Unterstützung für das PISA-Format (Portable ISA, Version 0.1) eingeführt. Es handelt sich um eine portable virtuelle Instruction Set Architecture für die GPUs des Herstellers, wie phoronix.com berichtete. Der Treiber wird zunächst für Hardware der kommenden Nova-Lake-S-Generation ausgerollt.

Konkurrenz zu Nvidias PTX

Laut einem Bericht von hwbusters.com ist PISA als virtuelle ISA konzipiert und positioniert sich damit gegen NVPTX beziehungsweise PTX von Nvidia. Für ein Upstream-Backend existiert demnach bereits ein LLVM-RFC, das entsprechende Backend ist jedoch noch nicht in den Hauptcode-Zweig integriert („in-tree“).

Mit einer portablen virtuellen ISA verfolgen Chiphersteller in der Regel das Ziel, Compute-Code unabhängig von der konkreten Hardware-Generation kompilierbar und ausführbar zu machen – ein Ansatz, den Nvidia mit PTX im eigenen CUDA-Ökosystem bereits etabliert hat.

OpenCL LEO standardmäßig für Nova Lake-S aktiv

Im selben Compute-Runtime-Release ist OpenCL LEO auf Linux für die kommenden Nova-Lake-S-CPUs standardmäßig aktiviert, wie phoronix.com weiter berichtete. Auf bestehenden Intel-iGPUs und -dGPUs bleibt OpenCL LEO nach Angaben des Berichts hingegen weiterhin im experimentellen Status. Damit unterscheidet Intel klar zwischen der neuen, noch nicht veröffentlichten Hardware-Generation und den bereits im Markt befindlichen Grafikchips.

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Crescent Island als „Deferred Backing“ gelistet

Der Compute Runtime führt zudem den Chip Crescent Island als „Deferred Backing“, also mit aufgeschobener Unterstützung. Diese Einordnung deutet darauf hin, dass die entsprechende Hardware zum Zeitpunkt der Treiberveröffentlichung noch nicht vollständig unterstützt wird, die Grundlage dafür im Code aber bereits angelegt ist.

Hinweis für Anwender beim Update

Im Zusammenhang mit der Aktualisierung wurde darauf hingewiesen, dass beim Upgrade alle Komponenten gemeinsam aktualisiert werden sollen, wie sina.cn berichtete. Ein selektives Update einzelner Bausteine des Compute-Stacks könnte demnach zu Inkompatibilitäten führen. Das Compute Runtime 26.35.39758.10 wird sowohl für Windows als auch für Linux veröffentlicht, wie linuxeden.com berichtete.

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Einordnung

Mit der Einführung von PISA setzt Intel auf eine Zwischenschicht, die Compute-Anwendungen unabhängiger von der jeweiligen GPU-Generation machen soll. Da das zugehörige LLVM-Backend laut dem Bericht von hwbusters.com noch nicht vollständig in die Compiler-Infrastruktur integriert ist, befindet sich das Format erkennbar noch in einer frühen Entwicklungsphase.

Erste praktische Auswirkungen dürften vor allem Entwickler und Nutzer der kommenden Nova-Lake-S-Plattform spüren, während Besitzer aktueller Intel-Grafiklösungen zunächst weiterhin auf den experimentellen OpenCL-LEO-Pfad angewiesen bleiben.

Wie sich PISA im Vergleich zu etablierten Lösungen wie Nvidias PTX in der Praxis schlägt, lässt sich anhand der bislang veröffentlichten Informationen noch nicht abschließend beurteilen.