PlayStation 6: Sony plant Doppel-Strategie mit Heimkonsole und Handheld

Sony plant für 2027/28 die PlayStation 6 'Orion' mit High-End-Leistung und den eigenständigen Handheld 'Canis'. Beide sollen auf modernster AMD-Technik und KI-Skalierung basieren.

Sony bereitet mit der PlayStation 6 und einem eigenständigen Handheld eine massive Offensive für 2027/28 vor. Geleakte Spezifikationen zeigen eine High-End-Heimkonsole und eine leistungsstarke tragbare Einheit – eine klare Antwort auf Nintendo und PC-Handhelds.

Die Heimkonsole „Orion“: Ein Quantensprung für das Wohnzimmer

Der Kern der nächsten Generation trägt den Codenamen „Orion“. Die Konsole soll auf einem maßgeschneiderten AMD-Chip basieren, der im modernsten 3-Nanometer-Verfahren von TSMC gefertigt wird. Das Herzstück: eine Kombination aus Zen-6-CPU und RDNA-5-Grafik.

Laut Insidern wird der Prozessor über bis zu zehn CPU-Kerne verfügen. Die Grafikleistung soll mit bis zu 54 Compute Units und geschätzten 40 Teraflops neue Maßstäbe setzen. Das Raytracing könnte sechs- bis zwölfmal schneller sein als in der Basis-PS5. Ziel sind flüssige 4K-120fps-Erlebnisse. Bis zu 40 Gigabyte schneller GDDR7-Speicher sollen die nötige Bandbreite für hochauflösende Texturen und komplexe Physik liefern.

Der Handheld „Canis“: Die Rückkehr zur mobilen Eigenständigkeit

Die größte Überraschung ist „Canis“, ein vollwertiger Handheld. Im Gegensatz zum Streaming-Gerät PlayStation Portal soll er Spiele nativ ausführen. Auch hier kommt eine effiziente 3-nanometer-AMD-APU zum Einsatz.

Mit sechs CPU-Kernen und 16 RDNA-5-Grafikeinheiten ist die Leistung für 1080p-Gaming ausgelegt. Der Chip arbeitet mit einer Gesamtleistung von nur 15 Watt. Diese Konfiguration könnte aktuelle PC-Handhelds mit älteren Architekturen deutlich übertreffen. Die Strategie ist klar: ein nahtloses Ökosystem, in dem Spieler zwischen der heimischen „Orion“-Power und der mobilen „Canis“-Flexibilität wechseln können.

KI als Gamechanger: Die Rolle von PSSR 2.0

Neben roher Hardwareleistung setzt Sony stark auf Künstliche Intelligenz. Die zweite Generation der PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR 2.0) wird zum Herzstück beider Systeme.

Die KI-basierte Hochskalierung soll es Entwicklern ermöglichen, Spiele in niedrigerer Auflösung zu rendern und in Echtzeit auf 4K zu verbessern – ohne Einbußen bei der Framerate. Besonders für den Handheld ist dies entscheidend: So kann der sparsame Chip anspruchsvolle Next-Gen-Titel darstellen, während die Akkulaufzeit erhalten bleibt.

Zeitplan: Start Ende 2027 trotz Speicherkosten

Trotz Spekulationen über Verzögerungen bis 2029 halten Insider am Zeitplan fest: Ende 2027 oder Anfang 2028 ist der Launch geplant. Die Massenproduktion der APUs bei TSMC soll bereits im zweiten Quartal 2027 beginnen.

Bis dahin will Sony die Markenpräsenz im portablen Bereich mit einer überarbeiteten PlayStation Portal-Version mit OLED-Display aufrechterhalten. Sie soll noch 2026 erscheinen.

Ausblick: Ein ambitionierter Sprung für die Branche

Die geleakten Pläne zeigen einen strategischen Schwenk hin zu flexiblen, leistungsstarken Ökosystemen. Sony greift damit gleichzeitig den stationären Markt mit beispielloser Raytracing-Leistung und den wachsenden Premium-Handheld-Markt an.

Offizielle Bestätigungen von Sony Interactive Entertainment werden wohl erst etwa ein Jahr vor Verkaufsstart folgen. Doch die Integration fortschrittlicher AMD-Architekturen, KI-gestützter Skalierung und einer vereinheitlichten Doppel-System-Strategie deutet darauf hin: Der Übergang zur PlayStation-6-Ära könnte der technisch ambitionierteste Sprung in der Konsolengeschichte werden.