Sony arbeitet an einem leistungsstarken Nachfolger für seinen erfolgreichen Handheld-Streamer – mit Premium-Display. Nach einer eher ruhigen Spiele-Hardware-Präsentation auf der CES 2026 deuten neue Leaks nun auf ein ambitioniertes Upgrade hin. Ein OLED-Bildschirm und eine 120-Hz-Darstellung sollen das als „PlayStation Portal Pro“ gehandelte Gerät zum Flaggschiff der Remote-Play-Sparte machen. Die Gerüchte zeigen Sonys Entschlossenheit, sein PlayStation-Ökosystem konsequent über die heimische Konsole hinaus auszubauen.
Die Gerüchte im Detail: Von LCD zu Premium-OLED
Auslöser der Spekulationen ist ein Bericht des bekannten Insiders Zuby_Tech. Demnach positioniert Sony intern eine „Pro“-Variante des bestehenden PlayStation Portal. Das Kern-Upgrade: Der Wechsel vom aktuellen 8-Zoll-LCD zu einem OLED-Panel. Diese Technologie, die auch bei der Nintendo Switch OLED oder dem Steam Deck OLED zum Einsatz kommt, verspricht tiefere Schwarztöne, unendliche Kontraste und lebendigere Farben. Sie würde einen der wenigen Kritikpunkte am Vorgängermodell ausräumen.
Überraschender ist die Behauptung einer 120-Hz-Bildwiederholrate. Das Standard-Portal ist auf 60 Hz begrenzt. Eine höhere Rate würde flüssigere Bewegungen und geringere Latenz ermöglichen – entscheidend für ein Streaming-Gerät. Experten verweisen jedoch auf die technische Hürde: Für ein stabiles 120-Hz-Streaming ist eine exzellente Netzwerkumgebung nötig. Die Spezifikation legt daher nahe, dass Sony fortschrittliche Wi-Fi-6E- oder Wi-Fi-7-Chipsätze integrieren könnte, um die nötige Bandbreite zu garantieren.
Strategische Entwicklung: Vom Nischen- zum Kernprodukt
Das Timing der Gerüchte passt zu Sonys Strategie. Das PlayStation Portal hat sich von einem Nischen-Accessory zu einer tragenden Säule des PS5-Ökosystems entwickelt. Die Nachfrage übertrifft oft das Angebot.
Ein wichtiger Schritt war ein großes Software-Update Ende 2025. Es ermöglichte Cloud-Streaming für PlayStation Plus Premium-Abonnenten – unabhängig von einer eingeschalteten Konsole. Marktbeobachter sehen darin eine Voraussetzung für leistungsfähigere Hardware. Ein „Pro“-Modell mit OLED könnte die visuelle Qualität von PS5-Spielen besser zur Geltung bringen, besonders in leistungsorientierten Modi mit höheren Bildraten. Die 120-Hz-Unterstützung würde das Gerät zukunftssicher machen, etwa für eine mögliche PlayStation 5 Pro.
Technische Herausforderungen und Marktsegmentierung
OLED bringt Vorteile jenseits der Bildqualität. Die Technologie ist stromsparender bei dunklen Inhalten, was den höheren Energieverbrauch einer 120-Hz-Darstellung teilweise kompensieren könnte. Die Akku-Laufzeit ist ein zentrales Thema unter Nutzern; ein Hardware-Update müsste die Energieeffizienz adressieren.
Die 120-Hz-These bleibt unter Technikern umstritten. Zwar unterstützt die PS5 120 Hz, doch das Streamen dieses Signals erfordert extrem niedrige Latenz. Spekulationen gehen dahin, dass ein „Portal Pro“ proprietäre Drahtlos-Protokolle oder verbesserte Antennen nutzen könnte, um Verzögerungen zu minimieren.
Der Wechsel zu OLED würde die Herstellungskosten erhöhen. Das ursprüngliche Portal war preisaggressiv positioniert. Ein „Pro“-Modell mit Premium-Display dürfte einen höheren Preis haben und den Markt segmentieren: zwischen Einsteigern und Enthusiasten, die das bestmögliche Remote-Play-Erlebnis suchen.
Kontext nach der CES und Release-Erwartungen
Die Leaks füllen eine Lücke nach der CES 2026. Sonys Fokus lag dort auf der Mobilitätssparte, etwa dem Elektroauto Afeela mit Honda, und Unterhaltungstechnologie. Größere Gaming-Hardware-Ankündigungen blieben aus – eine typische Strategie des Konzerns, der solche News lieber bei eigenen Events wie einem „State of Play“ präsentiert.
Das Timing legt einen Release zum Weihnachtsgeschäft 2026 nahe. Das würde dem ursprünglichen Modell eine dreijährige Lebensdauer geben – üblich für Mid-Generation-Upgrades. Zudem könnte sich Sony so gegen die nächste Generation von Handheld-Gaming-PCs positionieren, die 2026 erwartet werden.
Marktreaktion und Ausblick
Die Gaming-Community reagiert vorsichtig optimistisch. In Foren wird diskutiert, ob 120 Hz für ein Streaming-Gerät notwendig sind oder ob das OLED-Upgrade der entscheidende Kaufgrund ist. Letzteres wird oft als „Day-One“-Argument genannt, während der Nutzen von 120 Hz stark von der heimischen Netzwerkqualität abhängt.
Für Finanzanalysten signalisiert die Investition in die Portal-Linie Vertrauen in den Markt für Remote- und Cloud-Gaming. In der Mitte einer Konsolengeneration werden Zubehör und Dienstleistungen immer wichtiger für das Umsatzwachstum. Ein Premium-Handheld fördert die Bindung an den PlayStation Plus-Dienst und schafft wiederkehrende Einnahmen.
Sony hat zu den Gerüchten offiziell noch nicht Stellung bezogen. Die Detailgenauigkeit der Leaks – besonders zu Bildwiederholrate und Panel-Typ – deutet jedoch oft auf erste Informationen aus der Lieferkette hin. Falls die Produktion für 2026 anläuft, sind in den kommenden Monaten weitere Leaks zu Akku, Chipsätzen und Preis wahrscheinlich.
Das PlayStation Portal dominiert weiterhin den Markt für Remote-Player. Die Aussicht auf einen OLED-Nachfolger zeigt jedoch: Sony will sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Ein „Pro“-Gerät könnte die Lücke zwischen portabler Bequemlichkeit und hochwertigem Konsolengaming schließen – vorausgesetzt, die Technik spielt mit.





