PlusAI sichert sich vier ISO-Zertifizierungen für autonome Lkw

Der autonome Lkw-Softwareentwickler PlusAI erreicht mit vier ISO-Zertifizierungen einen entscheidenden Meilenstein für die Serienreife und stärkt seine Position vor dem geplanten Börsengang im Februar 2026.

Autonomer Lkw-Softwarepionier PlusAI hat vier entscheidende ISO-Zertifizierungen erhalten. Dieser Schritt unterstreicht die Marktreife des Unternehmens und setzt neue Industriestandards für den Start autonomer Serien-Lkw ab 2027.

Die Zertifizierungen validieren die Prozesse und die KI-Software SuperDrive™ von PlusAI durch unabhängige Dritte. Sie demonstrieren die Integrationsfähigkeit mit globalen Nutzfahrzeugherstellern. Der Schritt fällt in eine entscheidende Phase: Das Unternehmen bereitet seinen Börsengang über eine Fusion mit Churchill Capital Corp IX vor. Die Hauptversammlung dazu ist für den 11. Februar 2026 angesetzt.

Die vier Säulen für Serienreife

Die vier Normen decken die gesamte Entwicklungs- und Betriebsintegrität für autonome Systeme ab. Jede adressiert eine kritische Komponente für den sicheren Einsatz von Level-4-Lkw, die ohne Sicherheitsfahrer auskommen sollen.

  • ISO 9001:2015 (Qualitätsmanagement): Diese Zertifizierung bestätigt industrielle Qualitätsprozesse. Für Partner wie OEMs sichert dies die Zuverlässigkeit von Komponenten für die Serienfertigung.
Anzeige

Passend zum Thema KI‑Regulierung und Produktsicherheit: Die EU‑KI‑Verordnung verpflichtet Anbieter sicherheitsrelevanter KI-Systeme zu klaren Nachweisen – von Risikoklassifizierung über technische Dokumentation bis zu Kennzeichnungspflichten. Für Entwickler und OEM‑Partner kann Nicht‑Konformität Zulassungs‑ und Betriebsverzögerungen bedeuten. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt praxisnah, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren, die erforderlichen Dokumente aufbauen und Fristen einhalten. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen

  • ISO 26262 (Funktionale Sicherheit): Dieser Standard ist essenziell für den Wegfall des Sicherheitsfahrers. Er regelt die grundlegende Sicherheit elektronischer Systeme in Fahrzeugen und ist Kernnachweis für ein risikominimiertes Systemdesign.
  • ISO/SAE 21434 (Cybersicherheit): Der Standard etabliert einen Rahmen zum Schutz autonomer Flotten vor digitalen Bedrohungen. PlusAI zeigt damit einen strukturierten Prozess zur Risikominimierung über den gesamten Lebenszyklus des Fahrzeugs.
  • ISO 27001 (Informationssicherheit): Autonome Systeme verarbeiten enorme Datenmengen für das KI-Training. Die Zertifizierung stellt den unternehmensweiten Schutz sensibler Daten und der KI-Architektur sicher.

Der entscheidende Schritt zur Markteinführung

Die umfassende Zertifizierung folgt auf einen weiteren Meilenstein: Das Unternehmen erreichte 90,1 Prozent bei seiner Safety Case Readiness (SCR). Diese Metrik ist Teil eines Sicherheitsrahmens, wie er in Hochrisikobranchen wie der Luftfahrt verwendet wird. Gemeinsam ebnen die Erfolge einen klar definierten und risikoarmen Weg zur Kommerzialisierung.

Der Start fabrikgefertigter autonomer Lkw ist für 2027 geplant, beginnend im Texas Triangle. Anschließend soll die Expansion in wichtige Frachtkorridore der Sunbelt-Staaten und nach Europa folgen. Dieser methodische Ansatz soll Vertrauen bei Partnern, Aufsichtsbehörden und der Öffentlichkeit schaffen. PlusAI hat bereits Millionen Testkilometer in den USA, Europa und Asien absolviert.

Stärkung der Partnerschaften

Die erreichten Standards sind zentral für die engen Kooperationen mit führenden Nutzfahrzeugherstellern. Zu den Partnern zählen der TRATON KONZERN (mit den Marken Scania, MAN und International), die Iveco Group und Hyundai Motor Company.

Kürzlich kündigten PlusAI und TRATON eine erweiterte globale Partnerschaft an. TRATON plant bis zu 25 Millionen Euro an F&E-Mitteln bereitzustellen, um die Fabrikintegration von SuperDrive™ zu beschleunigen. Dies signalisiert starkes Partnervertrauen in Technologie und Sicherheitsansatz.

Standardisierung schafft Vertrauen

Im Rennen um autonomes Fahren ist Technologie nur eine Seite der Medaille. Der Aufbau von Vertrauen ist entscheidend. Die ISO-Zertifizierungen von PlusAI markieren einen Reifeschub für die gesamte Branche – weg von eigenen Sicherheitsbehauptungen, hin zu universell verstandenen, unabhängig validierten Standards.

Für Logistiker und Hersteller bieten sie eine gemeinsame Sprache für Risikobewertung und Qualitätssicherung. Diese formale Validierung hilft bei kritischen Fragen zu funktionaler Sicherheit und Cybersecurity. Sie könnte regulatorische Genehmigungen und die Marktakzeptanz beschleunigen.

Der Weg in die operative Phase

Mit der Vierfach-Zertifizierung hat PlusAI seine Glaubwürdigkeit als marktreifer Anbieter gestärkt. Der Fokus liegt nun auf dem anstehenden Börsengang, der die finale Kommerzialisierungsphase finanzieren soll. Parallel arbeitet das Unternehmen mit seinen OEM-Partnern an der Fabrikintegration.

Das erklärte Ziel für den Marktstart lautet: 100 Prozent Safety Case Readiness und über 90 Prozent fahrten ohne Fernassistenz. Während PlusAI Pilotprogramme in den USA und Europa ausweitet, wird die Branche genau verfolgen, wie sich die validierten Sicherheitsrahmen ab 2027 in großen, fahrerlosen Flottenoperationen bewähren.

Anzeige

PS: Für Hersteller und Flottenbetreiber zählt neben Tests auch die lückenlose regulatorische Nachweisführung. Die EU‑KI‑Verordnung ist bereits in Kraft und stellt konkrete Anforderungen an Dokumentation, Kennzeichnung und Berichtsführung – Versäumnisse können Markteintritts‑ und Zulassungsverzögerungen nach sich ziehen. Unser kostenloser Leitfaden fasst die wichtigsten Pflichten, Fristen und Vorlagen zusammen – speziell für Unternehmen, die KI in sicherheitskritischen Produkten einsetzen. Gratis KI‑Verordnungs‑Leitfaden anfordern