PlusAI und Nvidia: Diebe stehlen zwei Trailer – doch darin liegt nur Sand

Die entwendeten Anhänger enthielten Forschungsballast statt Technik; PlusAI erhielt die rund 40.000 Pfund Sand unversehrt zurück.

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In Fremont, Kalifornien, kam es am 25. September 2026 zu einem ungewöhnlichen Frachtdiebstahl bei dem Entwickler autonomer Lkw-Technologie PlusAI. Unbekannte Täter entwendeten zwei Trailer, die mit den Logos von PlusAI und dem chip-Giganten Nvidia gekennzeichnet waren. Anstatt der vermuteten Hochleistungshardware fanden die Diebe jedoch lediglich rund 40.000 Pfund (etwa 18,1 Tonnen) Sand vor, der zu Forschungszwecken als Ballast diente.

Geplanter Diebstahl endet nach wenigen hundert Metern

Nach Berichten über den Vorfall gingen die Täter bei dem Diebstahl am 25. September 2026 organisiert vor. Sie verschafften sich Zugang zum Lager von PlusAI in Fremont, brachen die Handschlösser der Trailer auf und hängten diese an ihre eigenen mitgebrachten Zugmaschinen an. Die eigentlichen Truck-Cabs von PlusAI, in denen sich die wertvolle autonome Technik und die KI-Hardware befanden, blieben im Lager zurück.

Die Diebe ließen die Trailer nach einer Fahrt von rund 800 Metern (etwa 0,5 Meilen) in der nahegelegenen Stadt Newark, Kalifornien, zurück und flohen. Die Entdeckung des Diebstahls erfolgte auf ungewöhnliche Weise: Ein Bekannter eines leitenden Angestellten von PlusAI sichtete die abgestellten Trailer in Newark und informierte den Manager per Textnachricht.

Sand als Forschungsballast für autonome Systeme

PlusAI nutzt nach Unternehmensangaben regelmäßig Sand, um das Gewicht realer Ladung bei Forschungs- und Entwicklungstests für autonome Fahrsysteme zu simulieren. Jeder der beiden entwendeten Trailer war mit rund 20.000 Pfund Sand beladen. Lauren Kwan, eine Sprecherin von PlusAI, bestätigte in diesem Zusammenhang, dass die insgesamt 40.000 Pfund Sand vollständig und intakt zurückgewonnen wurden.

Sprecherin Amy Gee vom Fremont Police Department erklärte, dass die Ermittlungen zu dem Vorfall derzeit noch laufen. Bisher kam es zu keinen Festnahmen. Nvidia, der Kooperationspartner von PlusAI im Bereich autonomer Fahrzeuge, gab zu dem Vorfall keine Stellungnahme ab.

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Steigendes Interesse an High-End-Hardware als Motiv

Hintergrund des versuchten Diebstahls dürfte der anhaltende Boom im Bereich der künstlichen Intelligenz sein, der hochwertige Grafikprozessoren (GPUs) zu begehrten Objekten für Kriminelle macht. Nvidia gilt derzeit als das wertvollste Unternehmen der Welt.

Einzelne High-End-Komponenten wie die GeForce RTX 5090 kosten im Handel teils über 5.090 US-dollar, während Server-Editionen wie die Nvidia RTX Pro 6000 mit rund 20.000 US-Dollar zu Buche schlagen.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Frachtdiebstählen in den USA ein, die zunehmend Technologieunternehmen ins Visier nehmen. Laut Daten des FBI wurden die Frachtverluste in den USA und Kanada für das Jahr 2025 auf rund 725 Millionen US-Dollar geschätzt, was einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dabei stieg der durchschnittliche Schaden pro Einzelfall um 36 Prozent.

Sicherheitsrisiken in der kalifornischen Logistikbranche

In Kalifornien wurden in den letzten Monaten vermehrt gezielte Angriffe auf Logistikketten verzeichnet. Im August 2026 kam es in zwei Fällen zu Angriffen auf Sicherheitsbegleiter von Transporten. Neben Tesla-Batterien und Hardware für das Bitcoin-Mining zählen laut dem Analysedienst Verisk CargoNet vor allem Metalle sowie Enterprise-Computer- und Netzwerkausrüstung zu den häufigsten Zielen.

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Frühere Fälle belegen die Dimensionen der organisierten Frachtkriminalität: So wurden im April 2026 über 34.000 optische Transceiver-Kabel und 96 Netzwerk-Switch-Module gestohlen. Im Juni 2026 sicherte die California Highway Patrol gestohlene Güter im Wert von etwa 2,2 Millionen US-Dollar, darunter acht Server-Paletten für den Konzern Meta.

Branchenexperten raten Käufern angesichts dieser Entwicklung dringend dazu, Hardware ausschließlich bei autorisierten Händlern zu erwerben und die Dokumentation der Ware sorgfältig zu prüfen.