Polizei-Datenbank gehackt: 135.000 Datensätze von ExfilSquad entwendet

Britische Polizeidatenbank PNLD erleidet massiven Datendiebstahl. Behörden ermitteln, während die Hackergruppe ExfilSquad weitere Angriffe ankündigt.

Eine schwerwiegende Sicherheitsverletzung bei der britischen Police National Legal Database (PNLD) hat zur Offenlegung der persönlichen Daten von mehr als 100.000 Personen geführt. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, umfasst der Datendiebstahl Informationen über Polizeibeamte, Personal aus dem Justizwesen sowie zivile Nutzer der Datenbank. Der Vorfall löste umgehend Ermittlungen durch nationale Sicherheits- und Datenschutzbehörden aus.

Umfang und Herkunft des Datenlecks

Die Verantwortung für den Vorfall wird der Hackergruppe ExfilSquad zugeschrieben. Die Gruppierung behauptete bereits Ende Juli, Zugriff auf die Systeme erlangt und insgesamt 135.000 Datensätze entwendet zu haben. Eine detaillierte Aufschlüsselung der entwendeten Informationen verdeutlicht das Ausmaß der Exfiltration: Demnach befinden sich 114.000 Datensätze aus dem beruflichen Umfeld von Polizei und Justiz sowie 21.000 Datensätze von öffentlichen Nutzern in den Händen der Angreifer.

Trotz der hohen Anzahl betroffener Datensätze betont die PNLD, dass der Kern der polizeilichen Arbeit nicht unmittelbar kompromittiert worden sei. So seien nach derzeitigem Kenntnisstand keine Zugangsdaten zu geschützten Systemen oder vertrauliche Ermittlungsdaten Teil des Leaks. Dennoch stellt die Veröffentlichung persönlicher Daten von Sicherheitskräften und Justizangestellten ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da diese Informationen für gezielte Phishing-Angriffe oder soziale Manipulation genutzt werden könnten.

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Behörden leiten umfassende Ermittlungen ein

In Reaktion auf den Vorfall haben zwei zentrale britische Behörden ihre Arbeit aufgenommen. Die National Crime Agency (NCA) untersucht die strafrechtlichen Hintergründe und den eigentlichen Einbruch in die Infrastruktur. Parallel dazu prüft das Information Commissioner’s Office (ICO) die datenschutzrechtlichen Auswirkungen. Die Untersuchung der Aufsichtsbehörde konzentriert sich darauf, inwiefern die gesetzlichen Anforderungen zum Schutz personenbezogener Daten verletzt wurden und welche Konsequenzen dies für die Betreiber der Datenbank nach sich zieht.

Analysen zum Hergang des Angriffs deuten darauf hin, dass die Täter keine komplexen Schwachstellen im Code ausnutzten, sondern von Fehlkonfigurationen in Cloud-Portalen profitierten. Konkret sollen Schwachstellen in Microsoft Dataverse sowie Power Pages den unbefugten Zugriff ermöglicht haben. Die Gruppe ExfilSquad verbreitet das erbeutete Material nach eigenen Angaben über Torrent-Netzwerke, was eine Kontrolle über die weitere Verbreitung der Informationen nahezu unmöglich macht.

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Die Hackergruppe selbst gilt als ein relativ neuer Akteur im Bereich der Cyber-Erpressung und des Datendiebstahls. Erste Aktivitäten der Gruppierung wurden Mitte des Jahres beobachtet. Neben dem Angriff auf die britische Polizeidatenbank hat die Gruppe bereits weitere operationen angekündigt. Insgesamt sollen 13 neue Ziele in den USA, Großbritannien und Schweden im Visier der Hacker stehen. Dies unterstreicht nach Ansicht von Sicherheitsanalysten die wachsende Bedrohung durch spezialisierte Gruppen, die gezielt Fehlkonfigurationen in weit verbreiteten Cloud-Infrastrukturen identifizieren und für ihre Zwecke ausnutzen.