Polizei schlägt europaweit bei Geldwäsche-Netzwerken zu

Hessische Ermittler führten eine Großrazzia gegen organisierte Sozialbetrugs- und Geldwäsche-Netzwerke durch, die über Social Media ahnungslose Helfer anwerben.

Hessische Ermittler haben diese Woche einen Schlag gegen organisierte Kriminalität geführt. Bei einer großangelegten Razzia gegen Sozialbetrug und Geldwäsche durchsuchten rund 650 Beamte zahlreiche Objekte und stellten Vermögenswerte sicher. Der Fokus lag auf der Rekrutierung von „Geldeseln“ über soziale Medien.

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So ködern Kriminelle ahnungslose Helfer

Die Masche ist einfach: Über Instagram, TikTok oder Telegram locken Täter mit vermeintlichen Jobangeboten. Sie versprechen schnelles Geld als „Finanzagent“ oder „Zahlungsabwickler“. Die Aufgabe der angeworbenen „Money Mules“: Sie stellen ihr privates Bankkonto für Geldtransfers zur Verfügung.

Doch das vermeintlich harmlose Nebenverdienst ist ein Schlüsselbaustein für Geldwäsche. Die überwiesenen Beträge stammen meist aus Cyberbetrug, Drogenhandel oder anderen Straftaten. Die Kriminellen verwischen so ihre Spuren und erschweren Ermittlungen massiv. Besonders junge Erwachsene oder Menschen in finanziell schwierigen Lagen werden gezielt angesprochen.

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe

Viele „Geldesel“ ahnen nicht, dass sie sich strafbar machen. Doch die Justiz sieht das klar: Wer sein Konto für Geldwäsche zur Verfügung stellt, handelt illegal – auch aus Fahrlässigkeit. Die Konsequenzen reichen von hohen Geldstrafen bis zu fünf Jahren Haft.

Die persönlichen Folgen sind gravierend. Banken können Konten sperren und die Geschäftsbeziehung beenden. Geschädigte der ursprünglichen Straftaten können Schadensersatz fordern. Ein Eintrag im Strafregister erschwert zudem die Jobsuche oder Kreditaufnahme für Jahre. Die versprochene Provision ist das Risiko in keinem Fall wert.

Diese Warnsignale sollten Sie kennen

Verbraucherschützer warnen vor Jobangeboten, die zu gut klingen, um wahr zu sein. Typische Alarmzeichen sind unaufgeforderte Nachrichten in sozialen Netzwerken, die hohe Verdienste ohne Qualifikation versprechen. Oft agieren die angeblichen Arbeitgeber aus dem Ausland.

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Experten raten zu äußerster Vorsicht: Geben Sie niemals Bankdaten an Unbekannte weiter. Seriöse Unternehmen nutzen keine Privatkonten für Firmengeschäfte. Wer den Verdacht hat, in eine Masche verwickelt zu sein, sollte sofort den Kontakt abbrechen, seine Bank informieren und Anzeige erstatten.

Europaweites Problem mit Tausenden Fällen

Der Einsatz in Hessen ist Teil einer europaweiten Initiative. Europol koordiniert regelmäßig Aktionen gegen „Money Muling“. Über 90 Prozent dieser Transaktionen hängen mit Cyberkriminalität zusammen. Bereits 2023 identifizierten Ermittler europaweit mehr als 10.000 „Geldesel“.

Die Behörden reagieren mit engerer Zusammenarbeit. In Hessen bündelt ein Gemeinsames Finanzermittlungszentrum (GFEZ) die Expertise. Parallel läuft intensive Präventionsarbeit mit Kampagnen in sozialen Netzwerken und an Schulen, um vor den Gefahren zu warnen.

Der Druck auf Social-Media-Plattformen wächst, stärker gegen betrügerische Anzeigen vorzugehen. Für Nutzer bleibt die wichtigste Regel: Seien Sie skeptisch bei Angeboten für schnelles Geld im Internet. Nur so schützen Sie sich davor, zum unfreiwilligen Helfer krimineller Netzwerke zu werden.