Ein ehemaliger Polizeisergeant der Cambridgeshire Constabulary ist am heutigen Freitag wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Der Fall offenbart eine erschreckende digitale Kultur innerhalb der britischen Polizei.
Der 41-jährige Paul Street wurde am Old Bailey in zwei Anklagepunkten verurteilt. Als Vorgesetzter eines Spezialteams hatte er eine toxische Arbeitsatmosphäre gefördert – maßgeblich über eine WhatsApp-Gruppe.
Was geschah in der Chatgruppe?
Das Gericht stellte fest: Street ermutigte seine Kollegen zu Mobbing und unangemessenem Verhalten. Konkret forderte er sein Team auf, einen 17-jährigen Häftling namens Robiul Islam ins Visier zu nehmen. Zudem bat er einen Kollegen explizit um ein intimes Video einer weiblichen Verdächtigen.
Die Ermittlungen erstreckten sich auf insgesamt 13 Beamte. Einer davon, PC Josh Williams, hatte bereits ein Geständnis abgelegt. Street selbst wurde zwar der Amtsmissbrauchs-Vorwürfe für schuldig befunden – von separaten Anklagen wegen Körperverletzung und Rechtsbeugung jedoch freigesprochen.
Vom TV-Star zum Angeklagten
Bemerkenswert: Street war zuvor durch Fernsehauftritte bekannt geworden. 2017 zeigte ihn die BBC-Sendung „Britain’s Teenage Drug Runners“, 2019 war er in Channel 4s „Famous And Fighting Crime“ zu sehen. Nach dem Schuldspruch wurde er in Untersuchungshaft genommen. Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 30. Juli 2026 angesetzt.
Weitere Fälle von Polizeifehlverhalten
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Der Fall Street reiht sich ein in eine Serie von Disziplinarverfahren gegen britische Polizeibeamte:
Jake Mullarkey (35), Schusswaffenoffizier der Surrey Police, wurde am 24. Juni wegen Stalking verurteilt. Er hatte einen Peilsender am Fahrzeug eines Opfers in Brighton angebracht. Das Urteil folgt am 21. Juli.
PC Aaron Harthill-Harrison von der Nottinghamshire Police wurde am 25. Juni fristlos entlassen. Der Beamte hatte im November 2024 eine verdächtige Person nicht festgenommen und anschließend seine Kollegen belogen. Er landete auf der Sperrliste.
Ebenfalls in Nottinghamshire: Ein hochrangiger Polizeibeamter wurde suspendiert – wegen Vorwürfen unangemessenen Verhaltens gegenüber einem Kollegen, das Jahre zurückliegen soll.
Benjamin Whitcher (32), Ex-Beamter der Metropolitan Police, erhielt am 12. Juni 14 Monate Haft. Er hatte 2021 zweimal über Geschwindigkeitsverstöße gelogen und wurde der Rechtsbeugung für schuldig befunden.
Internationale Dimension
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Auch außerhalb Großbritanniens gerät die Polizei unter Druck: In New South Wales leitete die Polizeiaufsichtsbehörde LECC am heutigen Freitag eine Untersuchung zu Drogenrazzien in Sydney ein. Bei einer Aktion am 13. Juni, die 93 Personen betraf, soll es zu übermäßiger Gewalt und erniedrigenden Durchsuchungen gekommen sein.
In Kanada wurden am 25. Juni Anklage gegen Constable Hardeep Purba von der New Westminster Police erhoben. Ihm werden zwei Fälle von Vertrauensbruch im Mai 2025 vorgeworfen. Purba ist seit August 2025 suspendiert und erscheint am 22. Juli vor Gericht.

