Die Polizei warnt aktuell vor einer betrügerischen Masche, bei der Unbekannte gezielt WhatsApp-Konten übernehmen. Das primäre Ziel der Angreifer besteht darin, über die gekaperten Accounts kostenintensive Käufe zu tätigen, die anschließend direkt über die Mobilfunkrechnung der Opfer abgerechnet werden. Diese Form des digitalen Identitätsdiebstahls führt zu unmittelbaren finanziellen Schäden und betrifft zunehmend auch jüngere Nutzergruppen.
Aktuelle Vorfälle in Thüringen verdeutlichen das Vorgehen der Täter. Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen wurden jüngst zwei Mädchen im Alter von 10 und 11 Jahren Opfer dieser Methode.
Den polizeilichen Erkenntnissen zufolge verschafften sich die Betrüger unbefugten Zugriff auf die WhatsApp-Profile der Kinder, um in deren Namen Transaktionen durchzuführen. Durch die unberechtigten Käufe entstand in diesen Fällen ein Sachschaden, der sich auf mehrere Hundert Euro beläuft.
Methodik der Kontoübernahme
Das Tatmuster basiert auf der missbräuchlichen Erlangung von Verifizierungs-Codes. Die Polizei berichtet, dass die Täter die notwendigen Zugangs-Codes per SMS von den Opfern erhalten.
In der Regel gehen dieser Phase Täuschungsversuche voraus, bei denen die Opfer dazu bewegt werden, einen erhaltenen sechsstelligen Code weiterzugeben. Sobald die Hintermänner über diesen Code verfügen, können sie das WhatsApp-Konto auf einem eigenen Endgerät aktivieren und den rechtmäßigen Nutzer von der Kommunikation ausschließen.
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Nach der erfolgreichen Übernahme nutzen die Akteure die mit dem Mobilfunkvertrag verknüpften Zahlungsoptionen. Da viele Mobilfunkanbieter die Abrechnung von Drittanbieterdiensten über die monatliche Rechnung ermöglichen – das sogenannte Carrier Billing –, können die Täter digitale Güter oder Dienstleistungen erwerben, ohne über Kreditkartendaten oder Bankinformationen verfügen zu müssen. Die Belastung erfolgt automatisch über das Mobilfunkkonto des Opfers.
Prävention und Schutzmaßnahmen
Die Ermittlungsbehörden betonen die Notwendigkeit einer erhöhten Wachsamkeit im Umgang mit digitalen Zugangsdaten. SMS-Verifizierungscodes dienen der eindeutigen Identitätsprüfung und sollten unter keinen Umständen an Dritte weitergegeben werden, auch wenn die Anfrage scheinbar von bekannten Kontakten stammt. Betrüger nutzen oft bereits gekaperte Konten aus dem Bekanntenkreis, um Vertrauen vorzutäuschen und weitere Accounts zu übernehmen.
Um finanzielle Schäden durch missbräuchliche Abrechnungen über den Mobilfunkvertrag zu verhindern, raten Experten zur Einrichtung einer sogenannten Drittanbietersperre.
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Diese Sperre kann direkt beim Mobilfunkanbieter beantragt oder in den meisten Fällen über das Online-Kundenportal selbst verwaltet werden. Sie unterbindet die Möglichkeit, Zahlungen für Dienste von externen Anbietern über die Handyrechnung abzuwickeln, und stellt somit eine wirksame Barriere gegen diese spezifische Betrugsform dar.
Zudem wird empfohlen, die zweistufige Verifizierung innerhalb der Messenger-App zu aktivieren. Diese zusätzliche Sicherheitsabfrage erfordert die Eingabe einer selbst gewählten PIN bei einer erneuten Registrierung der Telefonnummer und erschwert somit die unbefugte Übernahme des Kontos erheblich.
Die Fälle im Landkreis Schmalkalden-Meiningen zeigen laut Polizei, dass insbesondere Minderjährige und deren Erziehungsberechtigte für die Risiken digitaler Kommunikationsplattformen sensibilisiert werden müssen.

