Polizei warnt vor neuer Welle von Trickdiebstählen an Geldautomaten

Polizei warnt vor einer Serie von Betrugsfällen in Hessen, bei denen Täter durch Ablenkung Bankkarten stehlen und hohe Schäden verursachen. Ältere Menschen sind besonders gefährdet.

Eine perfide Ablenkungstaktik bringt Bankkunden in Hessen um Tausende Euro. Die Polizei meldet eine Serie von Betrugsfällen und warnt vor der einfachen, aber effektiven Masche.

So klauen Täter die Karte mitten am Automaten

Die Betrüger agieren meist zu zweit und haben es gezielt auf ältere Menschen abgesehen. Ihr Spiel ist abgestimmt: Während das Opfer am Automaten steht, späht ein Täter die PIN aus – oft vom Nachbarautomaten aus. Sein Komplize tritt dann in Aktion.

Er lässt scheinbar versehentlich einen Geldschein fallen und spricht das Opfer hilfsbereit an. In diesem kurzen Moment der Ablenkung ziehen die Täter die echte Bankkarte aus dem Schlitz und tauschen sie blitzschnell gegen eine gestohlene Karte derselben Bank aus. Der Diebstahl fällt oft erst auf, wenn das Konto bereits leer ist.

Hoher Schaden und überregionale Muster

Allein im Kreis Groß-Gerau registrierte die Polizei zwischen Ende Januar und Anfang Februar sechs solcher Taten. Ein Fall aus Nauheim zeigt die gravierenden Folgen: Eine 79-jährige Seniorin verlor mehrere tausend Euro.

Die Warnungen kommen nicht nur aus Südhessen. Auch aus dem Wetteraukreis, Edesheim und Maikammer wurden zuletzt identische Vorfälle gemeldet. Das deutet auf ein überregionales Vorgehen der Täter hin.

Altbekannte Gefahren: Skimming und Cash-Trapping

Neben dem sozialen Trick warnen Sicherheitsexperten weiter vor technischen Manipulationen:

  • Skimming: Kriminelle bringen unauffällige Vorsätze am Kartenschlitz und Mini-Kameras an, um Kartendaten und PIN zu kopieren. Mit den erbeuteten Daten werden gefälschte Karten hergestellt.
  • Cash-Trapping: Eine Blende am Geldausgabeschacht fängt das Bargeld ab. Der Kunde geht leer aus, während die Täter später die Beute einsammeln.

Durch bessere Sicherheitstechnik wie EMV-Chips wird reines Skimming zwar schwieriger. Doch die aktuellen Fälle zeigen: Der „Faktor Mensch“ wird zur größten Schwachstelle.

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Wie Sie sich wirksam schützen können

Die Polizei rät zu einem Bündel an Vorsichtsmaßnahmen:

  • PIN immer abdecken: Schützen Sie das Tastenfeld mit der freien Hand – auch in scheinbar leerer Umgebung.
  • Abstand wahren: Bitten Sie aufdringliche Personen höflich um Distanz.
  • Nicht ablenken lassen: Seien Sie misstrauisch bei Ansprachen durch Fremde am Automaten.
  • Automaten prüfen: Achten Sie auf lose oder seltsam aussehende Teile.
  • Sofort handeln: Bei einem Vorfall verlassen Sie den Automaten nicht. Sperren Sie verlorene oder gestohlene Karten sofort unter der 116 116.