Am 11. Oktober 2026 geriet auf einem Flug der Fluggesellschaft IndiGo eine Powerbank in einem Gepäckfach in Brand und erzwang eine außerplanmäßige Landung. Flug 6E 6115, der auf dem Weg von Delhi nach Chennai unterwegs war, wurde nach dem Vorfall zum Rajiv Gandhi International Airport in Hyderabad umgeleitet. Die Kabinenbesatzung konnte das Feuer an Bord mithilfe tragbarer Feuerlöscher löschen, sodass niemand verletzt wurde.
Schnelle Reaktion der Crew und Landung in Hyderabad
Der eingesetzte Airbus A321-200N mit der Registrierung VT-NOE befand sich auf Flughöhe FL350 etwa 80 Seemeilen nördlich von Hyderabad, als die Besatzung den Kurs änderte.
Rund 19 Minuten später setzte die Maschine auf der Landebahn 09R auf. Nach dem Start in Delhi um 13:30 Uhr erfolgte die Landung in Hyderabad nach verschiedenen Angaben um 15:15 Uhr oder um 15:59 Uhr.
Auch hinsichtlich der Personenstärke wichen die Angaben in Berichten vom 11. Oktober 2026 leicht voneinander ab: Genannt wurden entweder 180 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder oder insgesamt 191 Personen an Bord. Nach Angaben eines Flughafenvertreters war kein Notlandeverfahren erforderlich.
Die Passagiere sollten ihre Reise nach Chennai gegen 17:45 Uhr fortsetzen, wo die Ankunft für 19:10 Uhr avisiert war. Das betroffene Flugzeug verblieb für technische Überprüfungen am Boden und stand auch 26 Stunden nach der Landung noch in Hyderabad.
Ursachen für Überhitzung und Brandgefahr von Lithium-Akkus
Fachleute vermuten hinter dem Zwischenfall minderwertige oder gefälschte Batteriezellen. Als Auslöser für ein unkontrolliertes thermisches Durchgehen (Thermal Runaway) gelten herstellungsbedingte Mängel, mechanische Schäden, Überladung oder interne Kurzschlüsse.
Das Löschen sichtbarer Flammen beseitigt das Problem oft nicht unmittelbar, da durch die chemische Reaktion eine erhebliche Gefahr der Wiederentzündung besteht. Ein Batterieexperte riet, den Ladezustand entsprechender Geräte bei 80 Prozent zu halten.
Lithium-Ionen-Akkus und Powerbanks sind im Aufgabegepäck grundsätzlich untersagt, da Brände im Frachtraum deutlich schwerer zu erkennen und zu bekämpfen sind. Der im Reiseflug verringerte Kabinendruck gilt Experten zufolge hingegen nicht als primäre Ursache für Brände dieser Art.
Behördliche Vorschriften und Regeln der Fluggesellschaften
Der Vorfall verdeutlicht die strikten Richtlinien im Luftverkehr. Die indische Luftfahrtbehörde DGCA erlaubt Powerbanks bis zu einer Kapazität von 100 Wattstunden (Wh) ohne gesonderte Genehmigung. Geräte zwischen 100 und 160 Wh verlangen eine Genehmigung der Fluggesellschaft; insgesamt dürfen Passagiere maximal zwei Einheiten mit jeweils höchstens 160 Wh mitführen.
Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu mehreren Crore Rupien. IndiGo schreibt vor, Powerbanks ausschließlich im Handgepäck und in direkter Reichweite zu transportieren – etwa unter dem Vordersitz, in der Sitztasche oder am Körper, nicht jedoch in den Gepäckfächern über den Sitzen.
Ersatzbatterien bis 100 Wh (rund 27.000 mAh) sind auf maximal zwei Stück begrenzt, während Geräte mit 100 bis 160 Wh nur für medizinische Ausrüstung und nach Vorabgenehmigung zulässig sind.
Auch andere Fluggesellschaften wie Air India, Akasa Air und SpiceJet untersagen das Laden an Bord sowie die Aufbewahrung in Gepäckfächern und verlangen abgeklebte Pole oder Schutzhüllen gegen Kurzschlüsse. International verfahren Fluglinien ähnlich: Emirates führte im Oktober 2025 Regeln ein, die maximal eine Powerbank bis 100 Wh in Sitznähe gestatten.
Etihad und flydubai erlauben ebenfalls lediglich ein Gerät, Qatar Airways bis zu zwei Geräte bis 100 Wh, wobei das Laden während des Flugs stets untersagt bleibt. Internationale Standards der ICAO von März 2026 sowie Vorgaben der britischen Zivilluftfahrtbehörde UK CAA sehen ebenfalls eine Beschränkung auf maximal zwei Geräte und ein Ladeverbot an Bord vor.
Dass solche Zwischenfälle keine Einzelfälle sind, zeigte sich bereits am 10. Oktober 2026 in Südkorea: Vor dem Start eines Fluges von Jeju Air mit einer Boeing 737-800 am Flughafen Cheongju führte das thermische Durchgehen einer Powerbank zu starker Rauchentwicklung in der Kabine, woraufhin alle 168 Passagiere evakuiert werden mussten.

