Präsentations-KI: Google, Pitch und OpenAI liefern sich Wettrennen

Google, Pitch und OpenAI präsentieren neue KI-Funktionen für die automatisierte Erstellung von Präsentationen. Der Wettbewerb um die intelligenteste Folien-KI verschärft sich.

Google, Pitch und OpenAI liefern sich ein Wettrennen um die intelligenteste Präsentations-KI. Innerhalb weniger Tage haben mehrere Anbieter neue Automatisierungsfunktionen vorgestellt, die das Erstellen von Folien grundlegend verändern könnten.

Die Entwicklungen überschlagen sich: Google integriert seinen KI-Assistenten Gemini direkt in Google Slides, Pitch bringt einen konversationellen Agenten an den Start, und OpenAI verpasst GPT-4o eine neue Bildgenerierungs-Engine. Für Millionen von Berufstätigen, die regelmäßig Präsentationen erstellen, zeichnet sich ein grundlegender Wandel ab.

Google Gemini: Der Assistent, der mitdenkt

Seit dem 29. Juni 2026 rollt Google die Gemini-Integration in Slides schrittweise aus. Das Besondere: Die KI generiert nicht einfach blind Folien, sondern durchläuft einen Planungsschritt. Sie stellt Rückfragen, präsentiert eine Gliederung und holt sich das Okay des Nutzers, bevor die fertige Präsentation entsteht.

Die Technologie greift dabei auf Dateien in Google Drive zurück, um Kontext zu liefern. Zudem passt sie den visuellen Stil an bestehende Präsentationen an. Verfügbar ist die Funktion zunächst auf Englisch für Workspace-Kunden der Business-, Enterprise- und Education-Tarife. Bis zum 1. August 2026 lockt Google mit erhöhten Nutzungslimits für die KI-Features.

Pitch Agent: Der Teamplayer für Markenauftritte

Nur drei Tage später, am 2. Juli, zog die Plattform Pitch nach. Ihr „Pitch Agent“ richtet sich an mehr als vier Millionen Teams und erstellt auf Basis von Vorlagen markenkonforme Präsentationen. Doch der Agent kann mehr als nur Folien generieren: Er schreibt einzelne Abschnitte um, teilt überladene Folien auf und beantwortet Fragen zum Inhalt der Präsentation.

Ein entscheidender Vorteil für Unternehmen: Die Präsentationen werden als Live-Links geteilt, die Engagement-Analysen liefern. Wer wann welche Folie wie lange angesehen hat – all das wird transparent. Die Einrichtung markenkonformer Vorlagen erfolgt über die Unternehmensdomain.

Gamma verbindet Präsentationen mit ChatGPT und Claude

Bereits am 1. Juli machte die Plattform Gamma von sich reden. Sie präsentierte einen Connector auf Basis des Model Context Protocol (MCP), der es erlaubt, Präsentationen, Dokumente und Webseiten direkt aus ChatGPT oder Claude heraus zu erstellen. Obwohl der Connector bereits am 6. März 2026 startete, gewinnt er nun durch Integrationen mit Atlassian Rovo, Superhuman und Glean an Fahrt.

Die Zielgruppe ist klar: Berater, Gründer und Vertriebsteams, die schnell professionelle Unterlagen benötigen, ohne zwischen verschiedenen Tools wechseln zu müssen.

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OpenAI: Bild und Text aus einer Hand

Parallel dazu integrierte OpenAI am 2. Juli eine neue Bildgenerierungs-Engine direkt in GPT-4o. Der Clou: Textverarbeitung, logisches Denken und Bildgenerierung laufen nun in einer einzigen Oberfläche zusammen. Für Entwickler und Unternehmen bedeutet das weniger Tool-Wechsel und konsistentere Ergebnisse bei der Erstellung visueller Assets.

Die alte Schule lebt: Spezialtechniken für PowerPoint

Doch nicht alles wird automatisiert. Zeitgleich erschienen Anfang Juli technische Leitfäden, die sich spezifischen Herausforderungen in PowerPoint widmen.

Ein Guide vom 1. Juli beschäftigt sich mit Mermaid-Diagrammen – Flussdiagrammen, Sequenzdiagrammen und Gantt-Charts. Da PowerPoint diese Formate nicht nativ darstellt, empfiehlt sich der Export als SVG oder PNG aus externen Editoren. SVG gilt dabei als bevorzugtes Format wegen seiner Skalierbarkeit.

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Für Wissenschaftler und technische Präsentatoren hält ein Tutorial vom 2. Juli sieben Methoden bereit, griechische Buchstaben in PowerPoint einzufügen. Das Spektrum reicht vom Symbol-Menü über den Formel-Editor bis zu Alt-Codes und Unicode-Kürzeln. Experten raten bei komplexen Formeln zum Formel-Editor, da dieser die Formatierung konsistent hält.

Weitere praktische Anleitungen zeigen, wie sich Animationen mit dem Animationsmaler auf mehrere Objekte übertragen lassen und wie man druckbare Kalender in Formaten wie A3 und A5 erstellt.

Das Ökosystem wächst: CorelDraw und Apple ziehen nach

Auch die Werkzeuge rund um die Präsentationserstellung erhalten Updates. CorelDraw Graphics Suite 2026 integriert mehrere KI-Funktionen: Text-zu-Bild-Generierung, Hintergrundentfernung und assistierte Maskierung. Das neue KI-Guthaben-System gewährt 2000 Credits beim Kauf oder im monatlichen Abonnement.

Google erweiterte am 30. Juni seine KI-Modelle um Nano Banana 2 Lite und Gemini Omni Flash. Ersteres ist auf schnelle Bildgenerierung optimiert, letzteres ermöglicht Videogenerierung und -bearbeitung per Sprachbefehl. Beide Modelle sind über die Gemini-API verfügbar und enthalten SynthID-Wasserzeichen zur digitalen Identifikation.

Apple wiederum rüstete am 2. Juli sein Creator Studio auf. Final Cut Pro erhält automatische Untertitel und Erkennung von Schnitten, Pixelmator Pro generiert Vektorformen. Für professionelle Kreative eröffnen sich damit neue Möglichkeiten für hochwertige Präsentationsinhalte und Videomaterial.

Die Botschaft der Branche ist eindeutig: Die Zukunft der Präsentation liegt in der intelligenten Automatisierung – aber das Handwerk der Feingestaltung bleibt unverzichtbar.