Eine hochentwickelte Spyware namens „Predator“ kann jetzt die zentralen Datenschutz-Warnungen auf iPhones ausschalten. Die grünen und orangen Punkte, die Kamera- oder Mikrofonaktivität anzeigen, werden von der Schadsoftware einfach unterdrückt. Diese neue Fähigkeit markiert eine gefährliche Eskalation im Kampf gegen kommerzielle Überwachungssoftware.
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So knackt Predator Apples Schutzschild
Sicherheitsforscher der Jamf Threat Labs haben den Mechanismus entschlüsselt. Die Spyware greift tief ins Betriebssystem ein und manipuliert den „SpringBoard“-Prozess – das Herz der Benutzeroberfläche. Sie fängt dort die Meldungen über aktive Sensoren ab, bevor sie den Nutzer erreichen. Die Folge: Die seit iOS 14 etablierten Warnpunkte erscheinen einfach nicht.
Der Angriff nutzt keine brandneue Lücke aus. Voraussetzung ist, dass die Angreifer bereits tiefe Kernel-Zugriffsrechte auf das Gerät erlangt haben. Erst mit dieser umfassenden Kontrolle gelingt es, die visuellen Schutzmechanismen komplett zu umgehen.
Apple im Dauereinsatz gegen Zero-Day-Lücken
Die Enthüllung trifft Apple in einer Phase intensiver Abwehrschlachten. Erst Mitte Februar veröffentlichte der Konzern ein Notfall-Update für iOS. Der Patch schloss eine kritische Zero-Day-Schwachstelle im „Dynamic Link Editor“ (dyld), die bereits aktiv ausgenutzt wurde.
Insgesamt behebt das Update 39 Sicherheitslücken. Es zeigt den enormen Druck, unter dem Apple steht: Professionelle Angreifer suchen unentwegt nach neuen Wegen, die iPhone-Abwehr zu durchbrechen.
Wer muss wirklich Angst haben?
Hochentwickelte Spyware wie Predator zielt nicht auf den Durchschnittsnutzer ab. Experten sprechen von „Söldner-Spyware“. Diese Werkzeuge werden von Firmen wie der sanktionierten Intellexa-Allianz entwickelt und für hohe Summen an staatliche Akteure verkauft.
Die Opfer sind gezielt ausgewählt: Journalisten, Aktivisten, Politiker oder Diplomaten. Für sie hat Apple ein Warnsystem etabliert und informiert potenziell Betroffene in über 150 Ländern direkt.
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Ein fundamentales Sicherheitsversprechen bröckelt
Der Angriff hat eine psychologische Dimension. Die farbigen Punkte waren ein intuitives und vermeintlich sicheres Signal für Privatsphäre. Dass sie jetzt manipulierbar sind, erschüttert dieses Vertrauen grundlegend.
Es ist ein weiterer Schritt im technologischen Wettrüsten. Während Apple seine „walled garden“-Architektur verstärkt, finden die Angreifer immer wieder neue Schlupflöcher. Die Grenze des Machbaren verschiebt sich ständig.
Was Nutzer jetzt tun können
Apple wird voraussichtlich in einem der nächsten Updates, etwa iOS 26.4, eine Gegenmaßnahme integrieren. Bis dahin bleibt die wichtigste Regel: Updates sofort installieren. Aktivieren Sie automatische Installationen in den Einstellungen unter „Allgemein“ > „Softwareupdate“.
Grundlegende Vorsicht ist weiterhin entscheidend. Seien Sie misstrauisch bei unerwarteten Links in Nachrichten – Phishing ist das häufigste Einfallstor. Für besonders gefährdete Personen bietet der „Blockierungsmodus“ (Lockdown Mode) einen erweiterten Schutz, indem er viele Funktionen einschränkt.





