Die Preisexplosion bei neuen Elektronikprodukten beschert dem Markt für generalüberholte Geräte einen beispiellosen Boom. Fast jeder zweite Erwachsene hat im vergangenen Jahr über den Kauf gebrauchter Technik nachgedacht – ein klarer Trend, der durch die jüngsten Preiserhöhungen der großen Hersteller weiter angeheizt wird.
Hersteller drehen kräftig an der Preisschraube
Die Rekordnachfrage nach refurbished Geräten hat einen konkreten Auslöser: Im Juni 2026 erhöhte Apple die Preise seiner MacBook-Reihe um 15 bis 20 Prozent, bei den iPads waren es sogar bis zu 25 Prozent mehr. Konkret bedeutet das: Für einige MacBook-Pro-Modelle zahlen Kunden nun umgerechnet knapp 300 Euro mehr als zuvor.
Doch Apple ist kein Einzelfall. Sony zog im April 2026 nach und verteuerte seine PlayStation 5. Microsoft wiederum plant für August 2026 Preiserhöhungen für die Xbox um 100 bis 150 Euro. Besonders hart trifft es Käufer der Surface-PCs: Hier liegt der Preis inzwischen um rund 500 Euro höher als noch vor zwei Jahren.
Generalüberholt statt nagelneu
Die Reaktion des Marktes ließ nicht lange auf sich warten. Schon am Tag nach Apples Ankündigung verzeichnete der Refurbished-Marktplatz Back Market einen sprunghaften Anstieg der MacBook-Verkäufe um 62 Prozent. Auch die Handelskette PayMore berichtet von einem Plus von 30 Prozent bei Computernachfragen in den letzten drei bis sechs Monaten.
Besonders deutlich wird der Trend im Smartphone-Sektor. Laut Marktforschern von Counterpoint stiegen die Verkäufe gebrauchter Smartphones im ersten Halbjahr 2026 um 13 Prozent. Gleichzeitig prognostizieren die Experten einen Rückgang der Neuauslieferungen um zwölf Prozent. Die hohe Nachfrage treibt auch die Preise: Gebrauchte Handys verteuerten sich seit dem Frühjahr 2026 um fast ein Viertel.
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Alte Schätzchen im neuen Glanz
Der Run auf gebrauchte Technik erfasst selbst längst vergessene Klassiker. Die Suchanfragen nach iPods auf eBay legten 2025 im Jahresvergleich um 20 Prozent zu. Der Preis für den iPod Nano stieg zwischen 2023 und 2025 sogar um 60 Prozent. Ein Phänomen, das zeigt: Nostalgie und Schnäppchenjagd gehen Hand in Hand.
Die Hürden bleiben
Doch der Markt steckt noch in den Kinderschuhen. Zwar zeigen Umfragen, dass 48 Prozent der Erwachsenen den Kauf gebrauchter Technik in Betracht ziehen – tatsächlich genutzt hat aber nur jeder Dritte ein Secondhand-Handy. Die größte Hürde: das Vertrauen der Verbraucher.
Die Branche reagiert. Die neu gegründete Global Mobile Association will die gesamte Wertschöpfungskette informieren und das Vertrauen der Kunden stärken. Experten fordern zudem strengere Regulierungen und mehr zertifizierte Gebrauchtprogramme direkt von den Herstellern.
Fast jeder Zweite denkt über gebrauchte Technik nach – doch nur jeder Dritte kauft tatsächlich Secondhand. Der Report zeigt, wie Sie Vertrauenshürden überwinden und mit zertifizierten Händlern bis zu 60 Prozent sparen. Refurbished-Ratgeber jetzt sichern
Milliarden-Schatz in Schubladen
Ein weiteres Problem ist das Angebot. Schätzungen zufolge lagern weltweit rund fünf Milliarden Mobilgeräte ungenutzt in Schubladen und Lagern. Ein gewaltiger Fundus – doch bisher fehlen die Strukturen, um diese Geräte systematisch zu heben und wieder in den Kreislauf zu bringen. Der Markt für gebrauchte Technik hat also noch enormes Potenzial – wenn die Branche die richtigen Weichen stellt.

