Kriminelle nutzen die hohe Nachfrage und den Zeitdruck bei Rabattaktionen, um persönliche Daten und Zahlungsinformationen abzugreifen. Das zeigt eine Analyse von Check Point Research.
Tausende gefälschte Domains registriert
Die Zahl verdächtiger Aktivitäten ist bereits im Vorfeld stark gestiegen. Zwischen Dezember und Mai wurden weltweit 6.843 neue Domains mit Amazon-Bezug registriert. Den Höhepunkt gab es im April mit 1.446 Neuregistrierungen, gefolgt von 1.267 im Mai.
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Von den Mai-Registrierungen stuften Analysten 9,2 Prozent als bösartig oder verdächtig ein. Die Betrüger setzen auf Domain-Squatting: Sie erstellen täuschend echte Adressen mit Endungen wie .help, .cam oder .club, um offizielle Login-Seiten zu imitieren. Ziel ist der Diebstahl von Zugangsdaten und Kreditkarteninformationen.
Jeder dritte Deutsche bereits geschädigt
Die Bedrohungslage zeigt sich in Umfragewerten. Laut einer McAfee-Erhebung unter 1.000 deutschen Verbrauchern wurde rund ein Drittel bereits durch Online-Betrug geschädigt. 32 Prozent der Befragten gaben an, blind auf besonders günstige Angebote zu vertrauen – das macht sie anfällig für Manipulation.
Häufige Kontaktwege: Gefälschte Paketbenachrichtigungen erhielten 24 Prozent der Befragten. In 23 Prozent der Fälle wurden Nutzer direkt zur Preisgabe von Zahlungsdaten aufgefordert. Eine Bitkom-Studie untermauert den Trend: 61 Prozent der Internetnutzer hatten bereits Erfahrung mit Cyberkriminalität, der durchschnittliche Schaden bei Shopping-Betrug lag bei 219 Euro.
Aktuelle Phishing-Welle im Umlauf
Die Plattform Netzwelt warnt vor einer spezifischen Phishing-E-Mail. Unter dem Betreff eines angeblichen Druckerkaufs werden Nachrichten von inoffiziellen Adressen wie promotion5@amazon.de versendet. Die Mails enthalten keine persönliche Anrede und führen über Links zu Malware oder gefälschten Eingabemasken. Amazon bestätigte, dass diese Nachrichten nicht vom Unternehmen stammen.
Neben digitalem Betrug rückt auch physische Warenmanipulation in den Fokus. Berichte über Rücksendebetrug häufen sich. Kunden finden statt teurer Grafikkarten oder Monitore minderwertige Gegenstände oder Elektronikschrott in den Paketen. Experten vermuten, dass Originalware bei Retouren durch ähnlich schwere Objekte ersetzt wird – die Prüfprozesse der Händler erkennen das oft nicht sofort.
Betrug durch echte Kunden nimmt zu
Ein weiterer Trend: First-Party-Betrug. Eine Analyse von LexisNexis Risk Solutions auf Basis von 116 Milliarden Transaktionen zeigt, dass 2025 weltweit knapp 39 Prozent aller Betrugsfälle durch eigentlich echte Kunden verursacht wurden. In Europa lag der Anteil sogar bei fast 52 Prozent.
Dabei werden Waren auf Rechnung bestellt und nicht bezahlt oder Lieferungen fälschlich als nicht erhalten reklamiert. Branchenbeobachter führen das auf die wirtschaftliche Lage zurück – aber auch auf organisierte Banden, die gezielt Studenten oder Rentner für solche Praktiken anwerben.
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So schützen Sie sich an den Rabatttagen
Experten empfehlen die Nutzung der offiziellen Apps oder Websites der Anbieter. Zwei-Faktor-Authentifizierung und Zahlung per Kreditkarte bieten zusätzlichen Schutz. Psychologische Tricks wie künstliche Verknappung oder Zeitdruck sollten Sie kritisch hinterfragen. Unabhängige Preiskontroll-Tools helfen, tatsächliche Ersparnisse zu verifizieren.
Amazon nutzt den Prime Day zudem für technologische Neuerungen: Der KI-Dienst Alexa+ ist seit Mai im Early Access in Deutschland verfügbar. Prime-Mitglieder nutzen ihn kostenfrei, für andere fallen monatliche Gebühren an.

