Prime Video: Amazon erweitert Shopping um 8.000 Titel mit KI

Amazon erweitert Prime Video um einkaufbare Inhalte und erreicht damit über 8.000 Titel. KI erkennt Produkte, der Kauf läuft über die App.

Amazon baut die Verzahnung von E-Commerce und Streaming-Inhalten massiv aus. Wie aus Berichten vom 10. und 11. September 2026 hervorgeht, führt das Unternehmen neue Funktionen in Prime Video ein, die es Zuschauern ermöglichen, Produkte direkt aus Filmen, Serien und Live-Sportübertragungen heraus zu erwerben. Kern der Erweiterung sind ein neuer Shop-Tab im X-Ray-Menü sowie die Funktionen „Shop the Scene“ und „Shop the Show“.

KI-gestütztes Einkaufen via Bildschirmanalyse

Die neue Funktion „Shop the Scene“ nutzt künstliche Intelligenz, um Produkte innerhalb einer Szene zu identifizieren. Laut Branchenberichten erkennt das System beispielsweise die Outfits von Charakteren und erstellt einen synchronisierten Feed mit passenden Artikeln.

In den USA ist dieser Dienst für über 600 Titel verfügbar, was etwa 7,5 Prozent des dortigen Prime-Video-Katalogs entspricht. Nutzer können die Funktion über die Amazon-Lens-Technologie auf Mobilgeräten mit iOS- oder Android-Betriebssystem aufrufen.

Das Unternehmen gibt dabei keine Garantie auf exakte Produkttreffer. Stattdessen liefert das System optisch ähnliche Vorschläge, falls das Originalprodukt nicht direkt verfügbar ist. Über die konkrete Umsatzbeteiligung oder Provisionen, die im Rahmen dieser Verkäufe anfallen könnten, liegen derzeit keine Informationen vor.

Massive Ausweitung auf über 8.000 Titel

Parallel dazu wurde die Funktion „Shop the Show“ in den USA signifikant erweitert. Während das Feature zuvor rund 1.300 Titel umfasste, steht es nun für mehr als 8.000 Produktionen zur Verfügung. Dies entspricht einer Steigerung um den Faktor 6,2. Das Angebot erstreckt sich über Amazon Originals, lizenzierte Inhalte von Drittanbietern sowie Live-Sport-Events.

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Die technische Integration erfolgt für Nutzer von Fire-TV-Geräten über einen dedizierten Shop-Tab im X-Ray-Menü, der durch Betätigen der „Nach oben“-Taste auf der Fernbedienung geöffnet wird.

Der eigentliche Kaufprozess findet ausschließlich in der Amazon-Shopping-App statt. Diese erkennt die aktuelle Wiedergabe auf dem Fernseher und öffnet automatisch den passenden Produkt-Feed. Alternativ können Kunden QR-Codes scannen oder die Suche innerhalb der App nutzen.

Wachsender Werbemarkt und Nutzerakzeptanz

Die Erweiterung der Shopping-Funktionen erfolgt vor dem Hintergrund eines stark wachsenden Werbegeschäfts bei Amazon. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Werbeumsatz von 19,8 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das werbefinanzierte Abonnement-Modell von Prime Video erreichte Ende 2025 weltweit rund 315 Millionen Nutzer, nachdem die Zahl im Jahr 2024 noch bei 200 Millionen gelegen hatte.

Marktforschungsdaten stützen das Potenzial dieser Integration. Laut Erhebungen von YouGov hält mehr als die Hälfte der Erwachsenen in den USA Produktplatzierungen für effektiv.

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Zwar handelten bisher nur etwa 4 Prozent der Befragten unmittelbar nach der Sichtung eines Produkts, doch suchten 22 Prozent im Anschluss online danach und 10 Prozent tätigten einen Kauf. Zudem zeigen Analysen von DoubleVerify, dass rund 77 Prozent der weltweiten Marketing- und Werbefachleute Vertrauen in einkaufbare Anzeigenformate (Shoppable Ads) setzen.

Innerhalb des Amazon-Ökosystems liegen die Kosten für gesponserte Produkte derzeit bei durchschnittlich 1,18 US-Dollar pro Klick bei einer Conversion-Rate von 11,5 Prozent. Für Werbetreibende in Prime Video liegen die Kosten pro tausend Kontakte (CPM) über die Amazon-Demand-Side-Platform (DSP) in einer Spanne zwischen 29 und 33 US-Dollar.

Mehr zum Thema bei TechCrunch: „Amazon makes it easier to buy what you see on Prime Video“