Private Banken: Ver.di fordert verbindliche Regeln für den KI-Einsatz

Die Gewerkschaft verlangt verbindliche KI-Leitlinien und höhere Gehälter; erste Arbeitsniederlegungen sind für den 26. Oktober geplant.

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In den Tarifverhandlungen für die rund 150.000 Beschäftigten der privaten Bankenbranche fordert die Gewerkschaft Ver.di verbindliche Vorgaben zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Arbeitnehmervertretung verlangt klare Leitplanken bei der Qualifizierung, der Personalplanung sowie beim Beschäftigungsschutz. Um den Druck im Vorfeld der zweiten Verhandlungsrunde zu erhöhen, ruft die Organisation zugleich zu ersten bundesweiten Warnstreiks auf.

Die geplanten Arbeitsniederlegungen sind kurz sowie temporär angelegt, könnten jedoch den Kundenservice und den regulären Betrieb deutscher Privatbanken während der laufenden Verhandlungen beeinträchtigen. Ver.di-Verhandlungsführer Jan Duscheck erklärte, die Geldhäuser lieferten bei den Gewinnen, seien den Mitarbeitenden jedoch bislang ein Gehaltsangebot schuldig geblieben.

Die Belegschaften erwarteten eine faire Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg der Branche. Am 8. Oktober 2026 hatte der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in der ersten Tarifrunde in Berlin kein Angebot vorgelegt und zentrale Forderungen der Gewerkschaft zurückgewiesen.

Umfangreicher Forderungskatalog sorgt für Differenzen

Neben Regelungen zu KI-Technologien verlangt die Gewerkschaft sechs Prozent mehr Gehalt sowie ein Plus von monatlich 300 Euro für Nachwuchskräfte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Hinzu kommen Forderungen nach einer unbefristeten Vollzeitübernahme von Auszubildenden, der Übertragung der Tarifergebnisse auf über- und außertariflich Beschäftigte sowie einer Vorteilsregelung für Gewerkschaftsmitglieder. Zudem setzt sich Ver.di für die Möglichkeit ein, eine Krankmeldung bis zu drei Kalendertage ohne Attest einreichen zu können.

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Ebenfalls gefordert wird die Option, Gehaltsbestandteile in bis zu 20 zusätzliche freie Tage im Jahr umzuwandeln. Der AGV Banken lehnt dieses Ansinnen strikt ab und verweist darauf, dass dies rechnerisch einer Arbeitszeitverkürzung von fast zehn Prozent entspreche.

AGV-Hauptgeschäftsführer Carsten Rogge-Strang betonte zudem, dass er von einem überschaubaren Streikgeschehen ohne spürbare Folgen für den Betriebsablauf ausgehe. Zugleich mahnte er an, dass der gewerkschaftliche Forderungskatalog deutlich verschlankt werden müsse.

Erste Warnstreiks in Hamburg und Baden-Württemberg

Die Arbeitsniederlegungen beginnen punktuell an verschiedenen Standorten. Für Montag, den 26. Oktober 2026, hat Ver.di rund 3.500 Tarifbeschäftigte in Hamburg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Zu den betroffenen Instituten zählen dort unter anderem die Deutsche Bank AG Hamburg, die Commerzbank AG Hamburg sowie UniCredit.

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Am darauffolgenden Dienstag weitet sich der Arbeitskampf erstmals nach Baden-Württemberg aus. Dort sind Beschäftigte der Bausparkassen Schwäbisch Hall und Wüstenrot sowie der angeschlossenen Servicegesellschaften zu Warnstreiks aufgerufen. An beiden Standorten zusammen rechnet die Gewerkschaft mit mehr als 300 Teilnehmenden.

Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Ver.di und dem AGV Banken ist für den 2. November 2026 in Frankfurt am Main angesetzt. Ein weiterer Gesprächstermin soll am 23. November 2026 in Berlin folgen.