Privatsphäre-Test: Euki schlägt mit 10/10, Stardust kassiert 2/10

Mozilla-Test zeigt große Unterschiede bei Gesundheits-Apps. Neue Geräte und Software setzen auf lokale KI und Datensouveränität.

Eine Welle neuer Software-Updates und Sicherheitsbewertungen im Juli 2026 zeigt: Die digitale Produktivitätsbranche setzt zunehmend auf Privatsphäre und lokale Datenverarbeitung. Von Open-Source-Tagebuch-Apps bis zu KI-Smartphones, die alles auf dem Gerät berechnen – Entwickler stellen die Kontrolle der Nutzer über ihre Daten in den Mittelpunkt.

Mozilla-Test offenbart eklatante Sicherheitslücken bei Gesundheits-Apps

Am 18. Juli veröffentlichte Mozilla die Ergebnisse eines Privatsphäre-Tests mit sechs Menstruationskalendern. Das Ergebnis könnte unterschiedlicher kaum sein: Die App Euki erhielt die Bestnote 10/10, weil sie sämtliche Daten ausschließlich auf dem Gerät der Nutzerin speichert. Andere Anbieter schnitten deutlich schlechter ab. Stardust kassierte magere 2/10 – Grund ist die Weitergabe sensibler Daten an Drittanbieter. Clue (8/10) und Flo (7/10) liegen immerhin im oberen Mittelfeld.

Der Trend zur lokalen Speicherung zeigt sich auch bei anderen Neuerscheinungen. Routello, eine Offline-Erinnerungs-App, wurde diesen Sommer aktualisiert und kommt ganz ohne Registrierung aus. Und StoryPad, eine Open-Source-Lösung für digitales Tagebuchschreiben, setzt auf Markdown-Notizen und bietet optionale Backups über Google Drive – statt eines verpflichtenden Cloud-Zwangs.

Open Source und KI: Die Rückkehr der Rechenhoheit

Auch bei plattformübergreifenden Produktivitätstools setzt sich der Trend durch. Super Productivity, eine bekannte Open-Source-Software für Aufgaben- und Zeitmanagement, erlaubt die Synchronisation über private Kanäle wie Nextcloud oder Dropbox – vorbei an den üblichen zentralen Servern.

Im Bereich der künstlichen Intelligenz vollzieht sich ein ähnlicher Wandel. Am 18. Juli machte das chinesische Unternehmen Mininglamp seine Tools Cider und Mano-P für Mac als Open Source verfügbar. Beide beschleunigen KI-Berechnungen auf Apples M-Serie-Chips und ermöglichen den Aufbau privater, lokaler KI-Arbeitsplätze. Ein Schritt, der an die Philosophie deutscher Datenschützer erinnert: Rechenleistung dort, wo die Daten entstehen.

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Smartphone-Hersteller setzen auf On-Device-KI

Auf der World AI Conference (WAIC) in Shanghai präsentierte Nubia am 19. Juli das NaviX Ultra – ein Smartphone, das KI-Prozesse komplett auf dem Gerät ausführt. Eine dedizierte KI-Taste und ein spezialisierter Assistent sollen sicherstellen, dass sensible Daten das Gerät nie verlassen. Chinesische Hersteller setzen zunehmend auf On-Device-Features für Fotografie, Übersetzung und Textbearbeitung – ein Trend, der 2024 noch von globalen Smartphone-Auslieferungen von 1,24 Milliarden Einheiten begleitet wurde.

Sicherheitspartnerschaften und neue Software-Versionen

Je stärker KI-Assistenten in den Arbeitsalltag integriert werden, desto wichtiger wird die sichere Authentifizierung. Am 18. Juli gaben Anthropic und 1Password eine Partnerschaft bekannt. Das KI-Modell Claude kann künftig mit gespeicherten Zugangsdaten Online-Aufgaben erledigen – allerdings nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Nutzers. Die Passwörter selbst bleiben außerhalb des KI-Modells gespeichert. Parallel dazu erweiterte Anthropic die Claude Cowork-Funktion auf mobile und Web-Plattformen (Beta-Phase für bestimmte Tarife).

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Quick Notes 3.0 erschien ebenfalls am 18. Juli mit einem kompletten Redesign und einem neuen „Pinned Brainstorm“-Modus. Die App integriert zudem neuere KI-Modelle für die Notizverwaltung. Der Quiche Browser für iPhone deaktivierte Mitte Juli die KI-Übersichten standardmäßig – ein Zugeständnis an Nutzer, die ihre Sucherfahrung selbst bestimmen wollen.

Mit Zenith Fortify kommt zudem eine neue Accountability-App auf den Markt. Sie nutzt React und Supabase, bietet tägliche Missionen und einen KI-gesteuerten Coach. Während diese Nischenlösungen den Markt bereichern, bauen die großen Anbieter ihre Ökosysteme weiter aus: Google stellte am 19. Juli auf seiner Entwicklerkonferenz neue Agent-Tools und Gemini 3.5 Flash vor – ein Zeichen, dass der Wettbewerb um die sicherste und zugleich leistungsfähigste KI-Lösung erst richtig beginnt.