ProHerzschlag in Neuwied: 18 Alarmierungen, neun Einsätze mit Ersthelfern

Die App alarmierte seit ihrem Start 18-mal; in neun Fällen kamen Freiwillige zum Einsatzort, technische Fehler wurden per Update behoben.

Im rheinland-pfälzischen Kreis Neuwied zieht die Verwaltung eine positive erste Bilanz zum Einsatz der Ersthelfer-App „ProHerzschlag“. Wenige Monate nach dem Start des Pilotprojekts liegen erste Daten vor, die eine verstärkte Einbindung qualifizierter Freiwilliger in die Notfallversorgung belegen.

Das System zielt darauf ab, das therapiefreie Intervall bei Herz-Kreislauf-Stillständen zu verkürzen, indem registrierte Ersthelfer in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes alarmiert werden.

Steigende Teilnehmerzahlen und erfolgreiche Alarmierungen

Das System „ProHerzschlag“ ist im Kreis Neuwied seit Mitte Juli 2026 aktiv. Wie Landrat Achim Hallerbach im Rahmen einer aktuellen Bestandsaufnahme mitteilte, hat sich die Resonanz seit einer offiziellen Präsentation am 12. August 2026 deutlich verstärkt.

Demnach habe sich die Anzahl der freigeschalteten Ersthelfer in diesem Zeitraum auf etwa 85 Personen verdoppelt. Diese Freiwilligen sind über die App registriert und werden von der Integrierten Leitstelle automatisch mitalarmiert, sofern sie sich in der Nähe eines gemeldeten Notfalls befinden.

Die bisherigen Einsatzstatistiken belegen die praktische Relevanz des Systems. Insgesamt wurden seit der Inbetriebnahme 18 Alarmierungen für Herz-Kreislauf-Stillstände über die App ausgelöst. In neun dieser Fälle wurden Ersthelfer direkt zur Einsatzstelle gerufen. Besonders hervorzuheben sind laut Kreisverwaltung Einsätze in Heddesdorf und Segendorf.

Dort erreichten bis zu fünf Ersthelfer – die maximal vorgesehene Anzahl pro Einsatz – den Notfallort, noch bevor der reguläre Rettungsdienst eintraf. Diese ersten Minuten sind bei einem Herzstillstand entscheidend für die Überlebenschancen und die Verringerung von Folgeschäden.

Projektrahmen und technische Optimierungen

Bei „ProHerzschlag“ handelt es sich um ein Pilotprojekt, das in Kooperation mit der Gesundheitsregion Köln-Bonn umgesetzt wird. Die Finanzierung erfolgt über Fördermittel des EU-Interreg-Projekts HEARTSAFE 2.0. Ziel ist es, ein flächendeckendes Netz an qualifizierten Lebensrettern zu etablieren, die über eine App-basierte Navigation schnellstmöglich zum Patienten geführt werden.

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Im Kreis Neuwied wurden seit dem Start des Pilotprojekts 18 Alarmierungen ausgelöst, in neun Fällen erreichten Ersthelfer den Notfallort vor dem Rettungsdienst. Wer selbst Teil dieses Netzes werden will, findet hier die praktische Anleitung: von der Registrierung über den Ablauf der Alarmierung bis zur Qualifizierung. Kostenlosen Ersthelfer-Leitfaden anfordern

Während der ersten Betriebsphase wurden auch technische Herausforderungen identifiziert. Nutzer meldeten vereinzelt Schwierigkeiten bei der Registrierung, der Alarmierung sowie der Navigation innerhalb der Anwendung.

Diese Probleme traten den Angaben zufolge überwiegend auf Endgeräten mit dem Betriebssystem Android auf. Die Verantwortlichen reagierten mit einem App-Update, durch welches die technischen Mängel behoben werden konnten, um eine zuverlässige Funktionalität im Ernstfall sicherzustellen.

Fokus auf Ausbildung und weitere Qualifizierung

Um die Basis an verfügbaren Ersthelfern weiter auszubauen, setzt der Kreis Neuwied auf kontinuierliche Schulungen. Aktuell findet zudem die „Woche der Wiederbelebung“ statt, die noch bis zum 27. September 2026 läuft und die Aufmerksamkeit für die Laienreanimation erhöhen soll.

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Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheiden die ersten Minuten — mit jeder Minute ohne Wiederbelebung sinkt die Überlebenschance deutlich. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Laienreanimation im Ernstfall funktioniert und wie Sie sich für einen Qualifizierungstermin anmelden. Schritt-für-Schritt-Anleitung jetzt sichern

Für interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich am Projekt beteiligen möchten, bietet der Malteser Hilfsdienst Neuwied im weiteren Verlauf des Jahres zusätzliche Qualifizierungstermine an. Diese Schulungen sind für den 14. November sowie den 28. November angesetzt.

Eine Anmeldung für diese Termine ist über die offizielle Internetpräsenz des Projekts unter proherzschlag.de möglich. Die kontinuierliche Ausbildung neuer Ersthelfer gilt als wesentlicher Baustein, um die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum durch digitale Unterstützungssysteme nachhaltig zu verbessern.