Project Glasswing: Anthropic-KI findet 10.000 Sicherheitslücken

Ein kurzer Eintrag zu Claude-Mythos-5 nährt Spekulationen über ein viertes Anthropic-Modell. Parallel dazu bereitet das Unternehmen seinen Börsengang vor.

Ein neues Modell namens „Claude-Mythos-5“ tauchte heute kurz in den Entwicklertools eines KI-Modell-Finders auf – und verschwand ebenso schnell wieder. Der Fund nährt Spekulationen, dass Anthropic eine vierte Modellklasse neben Haiku, Sonnet und Opus vorbereitet.

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Mythos 5: Super-Premium oder nächste Evolutionsstufe?

Der Eintrag erschien gegen 12:51 Uhr UTC und wurde wenig später entfernt. Branchenbeobachter sehen darin einen klaren Hinweis: Anthropic arbeitet an einem neuen Flaggschiff-Modell. Interne Quellen berichten von einem Codewort namens „Oceanus“, das mit der Mythos-Reihe in Verbindung steht.

Bereits am 3. Juni begann das sogenannte Red Teaming – eine Sicherheitsüberprüfung durch externe Experten. Dabei sollen technische Details durchgesickert sein: eine Verarbeitungsgeschwindigkeit von 52 Tokens pro Sekunde und ein Preis von rund 80 Euro pro Million Ausgabe-Tokens. Das wäre eine deutliche Steigerung gegenüber Opus.

Die Trainingsoptimierung des Mythos-Modells soll um das 52-fache beschleunigt worden sein. Ob Mythos 5 als Super-Premium-Angebot oberhalb von Opus positioniert wird, ließ Anthropic bislang offen.

Project Glasswing: 10.000 Sicherheitslücken entdeckt

Hinter Mythos steckt Project Glasswing – eine Cybersicherheits-Initiative, die Anthropic im April 2026 vorstellte. Die Mythos-Vorschauversion kann Schwachstellen in jahrzehntealter Software aufspüren. Das britische KI-Sicherheitsinstitut bewertet das Modell als potenzielle Bedrohung für schlecht geschützte Systeme.

Anthropic hat das Projekt massiv ausgeweitet: Von rund 50 auf 200 Organisationen in 15 Ländern. Zu den Teilnehmern zählen Tech-Giganten wie Microsoft, Google, Nvidia und CrowdStrike. Auch der südkoreanische Telekommunikationskonzern SK Telecom ist eingestiegen – mit einem Engagement von umgerechnet rund 420 Millionen Euro über fünf Jahre.

Das Modell hat bereits mehr als 10.000 kritische Sicherheitslücken identifiziert. Eine beeindruckende Bilanz – und ein klares Signal an die Konkurrenz.

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Zwischen Kooperation und Konflikt mit der US-Regierung

Die Zusammenarbeit mit der US-Regierung gestaltet sich ambivalent. Mitte April traf sich Anthropic-CEO Dario Amodei mit Vertretern des Weißen Hauses, darunter der Finanzminister und der Stabschef. Thema: Sicherheitsprotokolle und die Skalierung der Technologie.

Gleichzeitig liegt Anthropic im Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium. Das Unternehmen wehrt sich gegen eine Einstufung als „Lieferkettenrisiko“, die die Beziehungen zum Pentagon belastet.

Dennoch: Die National Security Agency (NSA) setzt Mythos bereits für offensive Cyberoperationen ein. Rund sechs Anthropic-Ingenieure arbeiten direkt bei der Behörde, um das Modell auf klassifizierten Netzwerken zu implementieren. Ein heikler Spagat zwischen ziviler Sicherheit und militärischer Nutzung.

IPO-Vorbereitung: Milliardenbewertung in Sicht

Die technologische Expansion fällt mit der Vorbereitung auf einen Börsengang zusammen. Anthropic reichte kürzlich S-1-Dokumente ein, die eine Bewertung von rund 900 Milliarden Euro ausweisen. Branchenexperten erwarten, dass der Wert die Billionen-Marke überschreiten könnte – vorausgesetzt, das Unternehmen integriert seine Spitzenmodelle erfolgreich in kritische nationale und unternehmerische Infrastrukturen.

Marktbeobachter rechnen damit, dass Wettbewerber innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate ähnliche Cybersicherheits-Modelle auf den Markt bringen werden. Die Frage ist nur: Wer kommt zuerst?