Project Glasswing: Anthropic öffnet KI-Sicherheit für 150 Organisationen

Anthropic weitet sein Sicherheitsprojekt Glasswing auf 150 Organisationen aus. NATO und Samsung sind neu dabei, über 10.000 Schwachstellen wurden bereits entdeckt.

KI-Sicherheit wird zur globalen Infrastrukturaufgabe: Anthropic öffnet sein Projekt Glasswing für rund 150 neue Organisationen.

Der KI-Pionier gab am Montag bekannt, dass die Initiative, die auf den Claude Mythos-Modellen basiert, nun Partner in über 15 Ländern umfasst. Im Fokus stehen kritische Infrastrukturen wie Strom-, Wasser- und Gesundheitsversorgung sowie Kommunikationsnetze.

Anzeige

Die rasante Entwicklung von KI-Systemen bringt nicht nur Innovationen, sondern auch neue regulatorische Anforderungen wie den EU AI Act mit sich. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt

NATO und Samsung an Bord

Zu den prominenten Neuzugängen zählen die NATO und die Europäische Agentur für Cybersicherheit (ENISA). Auch Technologiekonzerne wie Samsung, SK Hynix, Okta und Rubrik sind nun Teil des Programms. Die geografische Reichweite erstreckt sich auf Australien, Kanada, Japan und Südkorea.

Diese neuen Partner ergänzen die ursprüngliche Gruppe von 50 Organisationen, zu der bereits Amazon Web Services, Apple, Microsoft, NVIDIA, Google und JPMorgan Chase gehörten. Anthropic betont die Brisanz: Ein erfolgreicher Angriff auf einen großen Partner könnte mehr als 100 Millionen Menschen betreffen.

Tausende Schwachstellen entdeckt

Die bisherigen Ergebnisse sind beeindruckend. Seit April identifizierten die ersten 50 Partner mit dem Mythos-Modell über 10.000 hohe oder kritische Schwachstellen. Bei Scans von mehr als 1.000 Open-Source-Projekten fanden die Systeme insgesamt 23.019 potenzielle Fehler – davon 6.202 mit hohem oder kritischem Risiko.

Anzeige

Wo KI-Systeme komplexe Infrastrukturen analysieren, entstehen neue Cyberrisiken, die auch rechtliche Konsequenzen für Unternehmen haben können. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Bedrohungen Unternehmer im Kontext neuer KI-Gesetze jetzt kennen müssen. Neue KI-Gesetze, neue Cyberrisiken: Was kommt wirklich auf Ihr Unternehmen zu?

Einige Beispiele verdeutlichen das Ausmaß: Cloudflare entdeckte 2.000 Bugs, davon 400 als hoch oder kritisch eingestuft. Mozilla behob durch das Programm 271 Schwachstellen in Firefox 150.

Das Problem mit dem Patchen

Doch die reine Entdeckung ist nur die halbe Miete. Branchenanalysten sehen einen Engpass bei der Behebung der gefundenen Lücken. Von den Tausenden kritischen Schwachstellen in Open-Source-Projekten wurden bislang nur 75 gepatcht. Anthropic will daher den Fokus verschieben: Weg von der reinen Identifikation, hin zur aktiven Generierung und Implementierung von Patches.

Wettlauf gegen die Zeit

Der KI-Markt entwickelt sich rasant. Anthropic rechnet damit, dass Konkurrenzunternehmen innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate Modelle mit vergleichbaren Fähigkeiten auf den Markt bringen werden. Als Reaktion hat das Unternehmen ein eigenes „Claude Security“-Produkt auf Basis von Claude Opus 4.8 gestartet, das breiteren Zugang zu diesen Abwehrfähigkeiten bietet.

Milliarden-Bewertung vor Börsengang

Die Expansion von Project Glasswing fällt in eine Phase rasanten Wachstums. Am 1. Juni reichte Anthropic einen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC ein – der erste Schritt zum Börsengang. Nur wenige Tage zuvor, am 28. Mai, hatte das Unternehmen in einer Series-H-Finanzierungsrunde 65 Milliarden Euro eingesammelt. Die Bewertung liegt nun bei rund 965 Milliarden Euro – die Marke von einer Billion ist in greifbarer Nähe.