Project Helix: Microsofts Hybrid-Konsole kostet über 1.000 Dollar

Microsoft entwickelt Project Helix als Gerätefamilie mit AMD-Technik. Ein Preis über 1.000 US-Dollar und digitale Spiele sorgen für Kritik.

Microsoft hat mit Project Helix eine Hybrid-Konsole der nächsten Generation vorgestellt, die die Lücke zwischen traditionellem Konsolen-Gaming und PC-Leistung schließen soll. Das Gerät soll mit einem AMD-Chip auf Basis der RDNA-5-Architektur in 3-Nanometer-Fertigung ausgestattet werden.

Xbox-Chefin Asha Sharma bestätigte im Rahmen eines BBC-Interviews auf der Gamescom, dass es sich bei Project Helix nicht um ein einzelnes Gerät, sondern um eine ganze Familie von Geräten handeln wird. Damit deutet Microsoft an, mehrere Varianten für unterschiedliche Preis- und Leistungsklassen anzubieten.

Modulares Konzept zur Kostensenkung

Um die Anschaffungskosten in Grenzen zu halten, erwägt Microsoft laut Berichten modulare Optionen für Project Helix. Dazu zählen ein optionales Disc-Laufwerk, eine minimale Basisspeicherung sowie abgestufte Rechenmodule, die Käufer je nach Bedarf und Budget wählen könnten.

Trotz dieser Bemühungen bestätigte Sharma, dass Lieferkettenprobleme den Preis des Geräts beeinflussen. Erwartet wird ein Verkaufspreis von über 1.000 US-Dollar – deutlich mehr als die 499 US-Dollar, die für die Xbox Series X aufgerufen wurden.

Aus für das optische Laufwerk wahrscheinlich

Anzeige

Microsofts Project Helix verspricht Hybrid-Gaming, doch der Preis von über 1.000 Dollar und das fehlende Disc-Laufwerk werfen Fragen auf. Dieser Report zeigt, wie Sie Ihre Spielesammlung digitalisieren und ob sich der Umstieg lohnt. Jetzt kostenlosen Report zu Project Helix anfordern

Ein zentrales Thema rund um Project Helix ist der mutmaßliche Verzicht auf ein optisches Laufwerk. Digital Foundry bestätigte gegenüber Windows Central, dass die Lieferkette für optische Laufwerke zusammenbricht und Microsoft über keine eigenen Fabriken zur Fertigung verfügt.

Project Helix werde daher wahrscheinlich ohne Disc-Laufwerk kommen. Bereits im Juli hatte Windows Central berichtet, dass die Konsole ohne Laufwerk entwickelt werde. Auch Analysten gehen inzwischen von einer rein digitalen Architektur aus, möglicherweise ergänzt durch USB-Zubehör für optionale Laufwerksfunktionen.

Bei der Frage nach dem fehlenden Laufwerk verwies Sharma auf die damit verbundenen Kosten. Parallel dazu hat Microsoft ein Disc-to-Digital-Programm für Xbox-Insider gestartet, mit dem physische Spiele in digitale Lizenzen umgewandelt werden können. Sharma bestätigte, dass tausende Spiele in dem Programm enthalten sind. Allerdings haben sich Publisher wie Ubisoft, Square Enix, Bandai Namco und Atlus bislang noch nicht für das Programm angemeldet.

Zeitplan und Marktrisiken

Anzeige

Ihre Disc-Sammlung könnte bald wertlos werden – denn Project Helix kommt ohne Laufwerk. Erfahren Sie, wie Sie mit dem Disc-to-Digital-Programm Ihre Spiele retten und welche Publisher noch fehlen. Kostenlosen Leitfaden zur Disc-Umstellung sichern

Alpha-Entwicklerkits für Project Helix werden ab 2027 erwartet, ein Marktstart der Konsole gilt nicht vor 2026 als wahrscheinlich. Der hohe erwartete Preis birgt aus Sicht von Marktbeobachtern erhebliche Risiken: Ampere Analysis prognostiziert, dass ein Preis von 1.000 US-Dollar für Project Helix binnen fünf Jahren zu einem Umsatzrückgang von 40 Prozent führen könnte.

An den Finanzmärkten zeigt man sich von den Entwicklungen bislang unbeeindruckt. Analysten bewerten die Microsoft-Aktie mit einem Konsens von „Strong Buy“ – bei 33 Kaufempfehlungen stehen lediglich einer Halten-Einstufung gegenüber. Das Kursziel liegt bei 571,41 US-Dollar, was einem Aufwärtspotenzial von 14,35 Prozent entspräche. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Aktie einen Rückgang von 0,86 Prozent.