Pico hat seine nächste Virtual-Reality-Brille „Project Swan“ vorgestellt. Das Gerät soll mit 4K-Displays und einem Eigengewicht von nur 270 Gramm punkten.
Der chinesische Hersteller präsentierte die Hardware am 13. Juli 2026 und positioniert sie als leistungsstarken Einstieg in den wachsenden Markt für räumliches Computing. Nach einer ersten Teaser-Vorstellung auf der GDC 2026 im Frühjahr soll der kommerzielle Verkaufsstart noch im Laufe dieses Jahres erfolgen.
Technische Daten: Kompakt und leistungsstark
Das Herzstück von Project Swan sind 4K-Micro-OLED-Displays mit einer Pixeldichte von 4.000 Pixeln pro Zoll. Die Optik liefert eine Auflösung von durchschnittlich 40 Pixeln pro Grad, in Spitzenwerten sogar 45 PPD. Mit einem Gewicht von nur 270 Gramm bleibt die Brille angenehm leicht.
Angetrieben wird das Gerät von einem eigenentwickelten Chip, der die CPU- und GPU-Leistung des Snapdragon XR2 Gen 2 verdoppeln soll. Die Latenz liegt bei beeindruckenden 12 Millisekunden – eine wichtige Voraussetzung für flüssige AR- und VR-Anwendungen.
Software-Ökosystem im Wandel
Project Swan läuft mit Pico OS 6, das eine spezielle Spatial Engine integriert. Die Plattform unterstützt die offenen Standards OpenXR und WebSpatial – ein klarer Versuch, Entwickler für das System zu gewinnen. Aktuell läuft eine geschlossene Beta-Phase für Entwickler, die ihre Anwendungen optimieren sollen.
Der Zeitpunkt ist klug gewählt: Während einige Plattformen Rückschläge erlitten – die Social-VR-Plattform Rec Room stellte am 1. Juni den Betrieb ein –, öffnen andere ihre Ökosysteme. Apple hat kürzlich visionOS-Tools als Open Source veröffentlicht, und Vivo entwickelte ein eigenes räumliches Betriebssystem auf Android-Basis.
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Markt im Umbruch: Wer bleibt, wer geht?
Die Vorstellung von Project Swan fällt in eine Phase der Marktkonsolidierung. Lenovo bestätigte am 13. Juli die Schließung seiner US-amerikanischen XR-Sparte ThinkReality und kündigte eine Neuausrichtung auf KI-gestützte Wearables unter der Marke Motorola an. Microsoft hatte bereits 2024 die HoloLens eingestellt, Meta beendete im Februar 2026 Horizon Workrooms.
Doch der Markt für High-End-Headsets bleibt lebendig:
- Valve bringt voraussichtlich im Sommer 2026 das Steam-Frame-Headset auf den Markt
- Samsung startete die Galaxy XR am 8. Juli in Großbritannien zu einem Preis von umgerechnet rund 2.000 Euro
- HTC plant den US-Start der Vive Eagle AI Glasses für den 1. September
- Google will gemeinsam mit Warby Parker am 14. Oktober Smart Glasses veröffentlichen
Branchengrößen experimentieren weiter
Schwere VR-Brillen belasten den Nacken – Project Swan wiegt nur 270 Gramm. Doch wie schlägt es sich im Alltag? Unser Report liefert einen unabhängigen Vergleich mit den Top-Modellen von Meta und Apple. Leichte VR-Brille vergleichen
Parallel zu den großen Ankündigungen treiben Einzelpersonen die Entwicklung voran. Anduril-Gründer Palmer Luckey – bekannt als Erfinder der Oculus Rift – teaserte am 13. Juli ein kompaktes AR-Headset mit weitem Sichtfeld an, das in Partnerschaft mit Qualcomm und Meta entsteht.
Die Entwicklungen zeigen: Der Kampf um die Zukunft des räumlichen Computings ist längst nicht entschieden. Pico setzt mit Project Swan auf eine Kombination aus leichter Hardware, hoher Auflösung und offenen Standards – eine Strategie, die im hart umkämpften Markt durchaus aufgehen könnte.

