Während Oracle mit Version 26.6 seiner Primavera Cloud die Termintreue verbessert, setzen immer mehr Anbieter auf autonome KI-Assistenten. Der Markt wächst rasant – doch die eigentliche Herausforderung bleibt: Nur jedes 14. IT-Projekt wird pünktlich und im Budget abgeschlossen.
Oracle schärft die Terminkontrolle
Am 25. Juni 2026 veröffentlichte Oracle das Update 26.6 für Primavera Cloud (OPC). Im Zentrum stehen Funktionen zur Verbesserung der Planungsqualität. Neu ist die Möglichkeit, Terminplan-Prüfungen auf Workspace-Ebene zu konfigurieren. Unternehmen können so einheitliche Qualitätsstandards über verschiedene Projekte hinweg sicherstellen.
Die Bedienung wurde ebenfalls aufgewertet: Per Drag-and-drop lassen sich Aktivitäten verschieben, eine Suchen-und-Ersetzen-Funktion erleichtert die Arbeit mit Aufgabenlisten. Dashboards erlauben nun den direkten Zugriff auf Bubble-Charts. Für die Berichterstattung führte Oracle verschachtelte Filter ein und erweiterte die Codenamen-Länge auf 120 Zeichen.
Parallel dazu erhielt Oracle Primavera Unifier manuelle Übersteuerungsmöglichkeiten für automatisch verteilte Cashflow-Werte sowie erweiterte Filter in Kostenblättern. Eine REST-API ermöglicht die Sortierung von CBS-Codes. Unifier verarbeitet nun auch Dateien über 1 GB und bietet eine verbesserte Integration mit OPC für das Cashflow-Management.
Der Aufstieg der autonomen KI-Assistenten
Ein Trend zeichnet sich ab: Projektmanagement-Tools entwickeln sich von passiven Assistenten zu eigenständig handelnden Agenten. Am 23. Juni 2026 brachte Anthropic „Claude Tag“ auf den Markt – einen Slack-nativen KI-Agenten, der auf dem Sprachmodell Opus 4.8 basiert. Anders als herkömmliche Chatbots agiert Claude Tag wie ein Teammitglied in den Kanälen, verfügt über ein dauerhaftes Gedächtnis und kann Aufgaben eigenständig ausführen. Administratoren legen fest, auf welche Kanäle der Agent zugreifen darf. Laut dem Ramp AI Index liegt die Unternehmensadoption bereits bei 34,4 Prozent.
Slack zog am 25. Juni nach und veröffentlichte den Slackbot MCP Client. Dieser ermöglicht KI-Agenten die Interaktion mit externen Diensten über das Model Context Protocol (MCP). Einen Tag zuvor startete Frends sein Enterprise MCP und zeigte, wie autonome Agenten Altsysteme mit KI verbinden können – etwa für die Rechnungsprüfung oder Anomalieerkennung.
Auch M-Files erweiterte am 24. Juni sein Angebot: Eine Suite spezialisierter KI-Agenten, aufgebaut auf einem Enterprise Knowledge Graph, automatisiert dokumentenintensive Arbeitsabläufe. Die Agenten konzentrieren sich auf Metadaten, Aufgaben, Qualität und Verträge.
Nur jedes 14. IT-Projekt wird pünktlich fertig – die durchschnittliche Kostenüberschreitung liegt bei 46 Prozent. Mit unserem kostenlosen Projekt-Check identifizieren Sie in wenigen Minuten die größten Risikofaktoren in Ihrem aktuellen Projekt. Projekt-Check per E-Mail anfordern
Sicherheit und Governance im KI-Zeitalter
Mit wachsendem Zugriff auf Unternehmensdaten steigen die Sicherheitsanforderungen. Okta erweiterte am 24. Juni sein Cross-App-Access-Ökosystem (XAA). Die Neuerung bietet standardisierte, OAuth-basierte Autorisierung für KI-Agenten über mehr als 25 Integrationen – darunter Asana, Atlassian, Linear und Slack. Das Framework erlaubt eingeschränkte Berechtigungen und eine detaillierte Protokollierung der Agentenaktivitäten.
Auch die Methodik-Experten reagieren. Scaled Agile veröffentlichte am 23. Juni „AI-Native SAFe“. Diese neue Version des Scaled Agile Framework integriert KI-Governance und führt die Rolle eines „AI Value Architects“ ein. Das Framework plädiert für kleinere, KI-unterstützte Teams und kürzere Entwicklungszyklen.
Marktwachstum trifft auf Realität
Der Markt für Projektmanagement-Software wird 2026 auf 11,3 Milliarden Euro geschätzt – mit einer Prognose von 23 Milliarden Euro in fünf Jahren. Doch die Zahlen täuschen über die anhaltenden Probleme hinweg. Laut McKinsey wird nur eines von 14 IT-Projekten pünktlich und im Budget abgeliefert. Die durchschnittliche Kostenüberschreitung liegt bei 46 Prozent.
Die Ursachen sind bekannt: 36 Prozent der Verzögerungen gehen auf unklare Anforderungen zurück, 30 Prozent der Projektfehler resultieren aus schlechter Kommunikation. Planisware, von Gartner und Forrester als Marktführer eingestuft, veröffentlichte am 23. Juni neue Leitlinien. Diese betonen die Notwendigkeit einheitlicher Risikoregister und Monte-Carlo-Analysen. Experten raten, Entscheidungsprozesse und Governance vor der Systemkonfiguration zu klären – sonst drohen langsame Genehmigungen und falsche Berichte.
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Die Kostenfalle: Lizenzmodelle unter Druck
Mit der Skalierung der Plattformen rücken Preismodelle in den Fokus. Die Analyse zeigt: Pro-Sitz-Lizenzierung kann teuer werden. Ein 20-köpfiges Team, das Asana für 24,99 Euro pro Nutzer und Monat einsetzt, zahlt jährlich fast 6.000 Euro. Während etablierte Anbieter wie ClickUp und Motion verschiedene Tarife anbieten, drängen neue Marktteilnehmer mit Unlimited-User-Modellen oder selbst gehosteten Alternativen in den Markt – ein Zeichen, dass die Branche nach kosteneffizienteren Lösungen sucht.

