Der Schweizer Datenschutzspezialist Proton hat sein Passwort-Manager-Tool Proton Pass grundlegend überarbeitet. Die neue Version behebt zahlreiche Erkennungsfehler und erleichtert Unternehmen die Verwaltung großer Geräteflotten – ein wichtiger Schritt für den europäischen Markt.
Autofill-Engine: 80 Prozent der Fehler behoben
Das Herzstück des Updates ist eine komplett neu aufgebaute Autofill-Engine. Sie behebt rund 80 Prozent der bisher gemeldeten Probleme bei der automatischen Formularerkennung. Besonders iFrames – eingebettete Fenster, die viele Websites für Login-Bereiche und Zahlungsportale nutzen – bereiteten der Software bislang Schwierigkeiten. Genau hier setzt die Überarbeitung an.
Die Verbesserungen betreffen aber nicht nur die Technik im Hintergrund. Auch die Bedienung wurde spürbar komfortabler: Nutzer, die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) verwenden, profitieren von einer automatischen Kopierfunktion. Der generierte Code landet nun direkt in der Zwischenablage – ein lästiger Zwischenschritt entfällt.
Neuer Look für iOS, mehr Kontrolle für Windows
Auf Apples Mobilgeräten präsentiert sich die App im neuen Liquid-Glass-Design und erhält zusätzlich einen integrierten Benutzernamens-Generator. Windows-Anwender können Software-Updates künftig manuell abrufen, statt auf automatische Benachrichtigungen zu warten.
MSIX-Format: Der Schulterschluss mit der Unternehmens-IT
Ein strategisch wichtiger Schritt ist die Umstellung des Windows-Installers auf das MSIX-Format. Damit ermöglicht Proton die native Verteilung über Microsoft Intune – ein entscheidendes Argument für IT-Abteilungen, die Passwort-Manager auf hunderten oder tausenden Firmengeräten ausrollen müssen.
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Der Fokus auf Unternehmen kommt nicht von ungefähr. Der Markt für Passwort-Manager ist hart umkämpft: Während der Konkurrent Bitwarden vor allem bei Selbst-Hostern und Familien punktet, setzt Proton auf die Integration in sein eigenes Ökosystem. Besonders die E-Mail-Aliase zur Verschleierung der echten Adresse sind ein Alleinstellungsmerkmal – zehn Aliase gibt es kostenlos, für Plus-Abonnenten sind es unbegrenzt viele.
Lumo AI: Datenvisualisierung mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Parallel zum Passwort-Manager treibt Proton die Entwicklung seiner KI-Assistenten voran. Seit Anfang August kann Lumo AI Diagramme und Grafiken direkt aus sensiblen Datentabellen erstellen – ohne dass die Daten die verschlüsselte Umgebung verlassen. Das Angebot ist gestaffelt: Die Plus-Version kostet 12,99 Euro pro Monat, die Professional-Variante 14,99 Euro pro Nutzer.
Bedrohungslage: Angriffe auf synchronisierte Passkeys
Die Sicherheitsforschung warnt derweil vor neuen Angriffsmethoden. Experten von Unit 42 haben mit „Pass-ta-key“ einen Angriffsvektor identifiziert, der sich gegen synchronisierte Passkeys in gängigen Browsern richtet. Zwar sind vor allem Cloud-synchronisierte Zugangsdaten im Browser betroffen – der Vorfall unterstreicht jedoch, wie wichtig dedizierte Verwaltungstools sind.
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Unabhängige Prüfung und erweiterte Tresore
Proton verweist in diesem Zusammenhang auf ein Sicherheitsaudit von Cure53 aus dem Jahr 2023. Damals bestätigten die Prüfer, dass nahezu alle identifizierten Schwachstellen behoben wurden – lediglich ein mittelschweres Android-Problem blieb offen. Die jüngsten Updates erweitern zudem die verschlüsselten Tresore: Sie fassen nun bis zu zehn Gigabyte große Dateien, etwa für medizinische Unterlagen oder Ausweisdokumente.

