Proton-Roadmap für Herbst und Winter: Google-Drive-Import und Linux-Beta geplant

Der Schweizer Anbieter plant Verbesserungen für Mail, Drive, VPN und weitere Dienste; konkrete Starttermine sind noch offen.

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Der Schweizer Privatsphäre-Dienstleister Proton hat seine Produkt-Roadmap für die Herbst- und Wintersaison 2026 vorgelegt. Der in einem sechsmonatigen Rhythmus gestaltete Entwicklungsplan umfasst Aktualisierungen für die Dienste Mail, Drive, Pass, VPN sowie Lumo. Im Mittelpunkt stehen geräteübergreifende Funktionen und Werkzeuge, die Nutzerinnen und Nutzern den Umstieg von etablierten Großkonzernen erleichtern sollen.

Proton-Chef Andy Yen erklärte hierzu, das Ziel bestehe darin, den Ausstieg aus den Ökosystemen der großen Technologiekonzerne einfacher zu gestalten. Insbesondere sollen die Wechselkosten bei der Abkehr von Google Drive gesenkt und eine verbesserte Datenportabilität gewährleistet werden, ohne dass Zugangsdaten des Hauptkontos preisgegeben werden müssen. Konkrete Veröffentlichungsdaten für die einzelnen Neuerungen stehen derzeit noch nicht fest.

Direkte Importe und Ausbau der Kernanwendungen

Für Proton Drive ist ein spezielles Migrationstool vorgesehen, mit dem sich bestehende Google-Drive-Konten direkt und ohne den Umweg über manuelles Herunter- und Hochladen koppeln lassen. Für Mac-Nutzer ist zudem eine Ordnersynchronisation geplant, während für Linux eine Beta-Version von Proton Drive in Aussicht gestellt wird.

Innerhalb der mobilen Anwendungen von Proton Mail soll es künftig möglich sein, Gmail-Konten direkt anzubinden, um E-Mails zu empfangen, zu versenden und Bestände zu übertragen. Ergänzt wird dies durch eine vollständige mobile Inhaltssuche für Mail und Drive sowie vereinfachte Optionen zur Verknüpfung mehrerer Proton-Konten.

Für den Bereich Lumo plant das Unternehmen die Bereitstellung einer Programmierschnittstelle (API) sowie nativer Desktop-Anwendungen für Windows und macOS nebst Verbesserungen der mobilen Apps.

Sicherheitserweiterungen für VPN, Passwortmanager und Videokonferenzen

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Für Proton VPN kündigte das Unternehmen aus Plan-les-Ouates bei Genf an, einen Fehler beim macOS-Kill-Switch bis zum vierten Quartal 2026 zu beheben. Die ursprünglich für das Frühjahr oder den Sommer vorgesehene Nachbesserung hatte sich verzögert.

Zudem soll ein permanenter erweiterter Kill Switch, der bereits auf Windows, Android, Linux und Apple-Mobilbetriebssystemen verfügbar ist, künftig auch unter macOS bereitstehen. Geplant sind außerdem sogenannte Ultra-Server, ein verstärktes Netshield sowie Post-Quanten-Verschlüsselung. Gleichzeitig befindet sich eine überarbeitete VPN-Anwendung für Linux, iOS, macOS und Android TV in Vorbereitung.

Beim Passwortmanager Proton Pass stehen strukturelle Erweiterungen an. Geplant sind Ordner samt Unterordnern, die eine Suche innerhalb von Verzeichnissen sowie Drag-and-drop zwischen Ordnern und Tresoren unterstützen.

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Diese Funktion bleibt kostenpflichtigen Tarifen vorbehalten. Ergänzend dazu rollt Proton Pass schrittweise eine erweiterte Autofill-Anpassung über URL-Musterabgleiche sowie eine rein lokale Überprüfung kompromittierter Passwörter per Fingerprint-Abgleich aus.

Auch die Kommunikationslösung Proton Meet erhält Neuerungen. Neben einer Wartezimmerfunktion für bezahlte Tarife, bei der Gastgeber über den Beitritt entscheiden und Wartende außerhalb der verschlüsselten Konferenzgruppe verbleiben, stehen für alle Nutzer plattformweit neue Chat-Threads bereit. Sämtliche Anrufe bleiben dabei über das MLS-Protokoll Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Flankierend verwies Proton in einer Medienmitteilung auf die Gefahren durch Zugangsdaten-Diebstahl und Phishing in Phasen hoher digitaler Aktivität. Um Folgeschäden durch Datenlecks zu minimieren, sei die Nutzung eindeutiger Kennwörter über Passwortmanager und die Aktivierung von Multi-Faktor-Authentifizierung essenziell.