Der Schweizer Anbieter Proton, bekannt für seinen verschlüsselten E-Mail-Dienst, erweitert sein Portfolio um eine datenschutzfreundliche Alternative zu Google Sheets und Microsoft Excel. Mit Proton Sheets bringt das Unternehmen eine vollständig verschlüsselte Tabellenkalkulation auf den Markt.
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Sicherheit als oberste Priorität
Proton Sheets wurde Ende 2025 gestartet und hebt sich durch seine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von der Konkurrenz ab. Die Daten werden bereits auf dem Gerät des Nutzers verschlüsselt, bevor sie die lokale Umgebung verlassen. Selbst der Dienstanbieter hat keinen Zugriff auf den Inhalt der Tabellen. Die Anwendung ist in die Proton Drive-Umgebung integriert, sodass Dokumente innerhalb einer sicheren Cloud-Architektur gespeichert und verwaltet werden können.
Das Tool unterstützt grundlegende Funktionen wie Formeln, bedingte Formatierung und Versionsverlauf. Zwar fehlen einige komplexe Features der etablierten Konkurrenz, doch die Kompatibilität bleibt gewahrt: Nutzer können Excel-Dateien importieren und exportieren.
Verfügbarkeit und Preismodell
Proton Sheets ist über eine Weboberfläche, eine Desktop-Anwendung für Windows sowie mobile Apps für Android und iOS zugänglich. Der Dienst folgt einem Freemium-Modell: Die Basisversion bietet 5 GB Speicherplatz, der über das gesamte Proton-Ökosystem hinweg genutzt werden kann.
Zusammenarbeit und das Privacy-Ökosystem
Ein besonderes Merkmal ist die kollaborative Nutzung. Wenn zwei Proton-Kontoinhaber gemeinsam an einem Dokument arbeiten, bleibt die Verschlüsselung vollständig erhalten. Für externe Nutzer ohne Proton-Konto wird ein Link generiert – allerdings berichten Tester, dass diese externen Freigaben nicht das gleiche Sicherheitsniveau bieten wie die interne Zusammenarbeit.
Proton bewegt sich damit in einem wachsenden Markt. Auch andere Anbieter wie MEGA (20 GB kostenloser Speicher mit Zero-Knowledge-Verschlüsselung) oder pCloud (Lebenszeit-Speicheroptionen) positionieren sich als datenschutzfreundliche Alternativen zu den Platzhirschen OneDrive und Google Drive.
Authenticator-App jetzt plattformübergreifend
Parallel dazu hat Proton seinen Authenticator aktualisiert. Die Open-Source-App für die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) unterstützt nun die Synchronisation über Linux, macOS, Windows und mobile Plattformen hinweg. Nutzer können Sicherheitscodes von Diensten wie Google, Microsoft oder Authy importieren und via Proton Drive oder anderen Cloud-Diensten wie Dropbox Ende-zu-Ende-verschlüsselt speichern.
KI-Trend und Datenschutz: Ein wachsender Konflikt
Der Vorstoß von Proton kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die großen Tech-Konzerne verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen – und damit neue Datenschutzfragen aufwerfen. Erst am 15. Juni 2026 warnte Signal-Präsidentin Meredith Whittaker vor den Risiken von KI-Chatbots, die durch emotionale Manipulation zur Datensammlung genutzt werden könnten.
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Die Branche reagiert unterschiedlich: Google erweiterte am 20. Juni 2026 seine Gemini-KI innerhalb von Google Sheets um Unterstützung für über 35 Sprachen, darunter Spanisch, Hindi und Swahili. Nutzer höherer Workspace-Tarife können damit Formeln generieren und Daten per natürlicher Sprache analysieren.
Proton setzt dagegen weiterhin auf die strengen Datenschutzgesetze der Schweiz. Das Unternehmen wurde 2013 am CERN gegründet und startete 2014 nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne, die über 550.000 Euro einbrachte. Für Nutzer, denen Datensouveränität wichtiger ist als KI-Features, bleiben die verschlüsselten Tools eine echte Alternative zu den datenintensiven Suiten der großen Tech-Konzerne.

