In der industriellen Prozessautomatisierung zeichnet sich ein verstärkter Trend zur Implementierung von prädiktiven Steuerungssystemen ab, um die Ressourcen- und Energieeffizienz zu optimieren. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist die Zusammenarbeit zwischen Rockwell Automation und dem Chemieproduzenten Fluorsid Cagliari. Wie am 6. August 2026 bekannt wurde, setzt das Unternehmen am Standort in Italien die Pavilion8 Model Predictive Control (MPC) ein, um die Qualität seiner Nebenprodukte signifikant zu steigern und gleichzeitig die Abfallmengen zu reduzieren.
Optimierung der chemischen Prozesse bei Fluorsid
Durch den Einsatz der Pavilion8-Technologie von Rockwell Automation gelang es Fluorsid Cagliari, den Anteil an Flusspat im Nebenprodukt von ursprünglich 2,9 Prozent auf einen Wert von unter 1,5 Prozent zu senken. Diese präzisere Steuerung der Produktionsprozesse führt nicht nur zu einer höheren Reinheit, sondern verbessert auch die Qualität des produzierten Anhydrits nachhaltig.
Das Unternehmen vertreibt davon bereits 300.000 Tonnen pro Jahr unter der neu eingeführten Marke Gypsos. Aufgrund der bisherigen Erfolge plant Fluorsid Cagliari eine Ausweitung der Technologie auf vier weitere Produktionslinien an Standorten in Italien und Norwegen. Die modellbasierte prädiktive Regelung ermöglicht es, komplexe Variablen in Echtzeit zu verarbeiten und so die Produktionsstabilität zu erhöhen.
Automatisierung in der Gebäude- und Energietechnik
Parallel zu den Fortschritten in der chemischen Industrie vermelden auch andere Branchenvertreter Durchbrüche bei der automatisierten Prozessoptimierung. Johnson Controls gab am 6. August 2026 bekannt, dass durch den Einsatz von OpenBlue mit Nantum AI beim Dienstleister DATEV eine Reduktion des luftseitigen Energieverbrauchs von fast 10 Prozent erzielt werden konnte.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Beschleunigung von Implementierungsprozessen. Durch den sogenannten OBI-Agenten und automatisierte Onboarding-Prozesse lasse sich die Implementierungszeit um bis zu 95 Prozent reduzieren. Analysten von Forrester beziffern den möglichen Return on Investment (ROI) solcher Systeme auf bis zu 155 Prozent. Ergänzt werden diese Systeme durch Sicherheitslösungen wie die OpenBlue Airwall, die auf einer Zero-Trust-Architektur basiert.
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Im Bereich der Energieinfrastruktur setzt Octopus Australia ebenfalls auf spezialisierte Optimierungssoftware. Das Unternehmen beauftragte Habitat Energy mit der Steuerung von 380 MW Solarleistung sowie Batteriespeicherkapazitäten von 307 MW/614 MWh. Zu den zentralen Projekten gehören die Anlagen Fulham, deren Betrieb für das Jahr 2027 geplant ist, und Blind Creek, die voraussichtlich 2028 ans Netz gehen wird. Das von Habitat Energy verwaltete Portfolio erreicht damit eine Gesamtgröße von 2 GW.
Digitale Lösungen für das Nachhaltigkeitsmanagement
Neben der direkten Prozesssteuerung gewinnen Tools für das Datenmanagement und die regulatorische Berichterstattung an Bedeutung. One Click LCA veröffentlichte Anfang August 2026 neue KI-Werkzeuge zur Datenerfassung in der Lieferkette und zur Erstellung von Lebenszyklusanalysen (LCA). Diese Entwicklungen stehen im Kontext verschärfter EU-Richtlinien, wie der Energy Performance of Buildings Directive (EPBD), deren Umsetzung für Mai 2026 vorgesehen war, sowie der seit Januar 2025 geltenden Bauproduktenverordnung (CPR).
Ergänzend dazu erweitert Facility Grid sein Portfolio durch die Übernahme von PingCx. Das Unternehmen startete eine Plattform, die Module wie FG Construct und Validate umfasst; ein weiteres Modul namens FG Sustain soll im September 2026 folgen, um Energieaudits nach ASHRAE-Standards sowie das Carbon Reporting zu automatisieren.
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Diese Entwicklungen spiegeln eine branchenübergreifende Dynamik wider, in der datengestützte Automatisierung nicht mehr nur als Mittel zur Kostenensenkung, sondern als notwendiges Instrument zur Erfüllung von Umweltstandards und zur Qualitätsicherung angesehen wird. Bereits im Jahr 2024 hatten Anbieter wie BeCause und d2o Lösungen für die Hotellerie eingeführt, die durch eine Integration von Nachhaltigkeitsdaten Ressourceneinsparungen von 12 bis 15 Prozent in Aussicht stellten.

