Der tschechische 3D-Drucker-Hersteller Prusa Research hat seine US-Tochter Printed Solid offiziell in Prusa USA, Inc. umbenannt. Der Schritt unterstreicht die wachsende Bedeutung des nordamerikanischen Marktes für das Unternehmen aus Prag.
Strategische Expansion in den USA
Seit dem 25. Juli firmiert die Delaware-Niederlassung unter dem neuen Namen. Die 9.300 Quadratmeter große Anlage in Wilmington soll künftig noch enger mit der Prager Zentrale zusammenarbeiten – vor allem bei Produktion und Versand. Prusa Research hatte Printed Solid bereits 2022 übernommen.
Vor Ort werden derzeit die Modelle Original Prusa MK4S und CORE One+ gefertigt, dazu die Filamente Prusament und Jessie. Allerdings laufen die Drucker nicht komplett in den USA vom Band: Zahlreiche Komponenten kommen weiterhin aus Prag. Das Werk dient daher vor allem als Service- und Logistikzentrum für den nordamerikanischen Markt.
Die Zahlen belegen das Wachstum: Monatlich verschickt Prusa Research mehr als 10.000 Drucker von seinen Standorten in Prag und Wilmington. Firmengründer Josef Prusa bleibt CEO des Gesamtkonzerns.
Führungswechsel und politische Risiken
Die Umbenennung fällt in eine Phase personeller Veränderungen. Der bisherige US-Chef David Randolph verließ das Unternehmen im Februar 2026, Vertriebs- und Marketingchef Chris Pelesky folgte im Juli. Wer die neue Führung in Wilmington übernimmt, ist noch offen.
Parallel beobachtet das Unternehmen die lokale Gesetzgebung mit Argusaugen. Das Repräsentantenhaus von Delaware hat mit HB399 einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der bestimmte Technologien in 3D-Druckern einschränken könnte. Was genau verboten werden soll, ist derzeit noch unklar – für Prusa USA könnte der Vorstoß jedoch weitreichende Folgen haben.
Design-to-Print: Neue Software-Partnerschaft
Neben der Hardware-Expansion treibt Prusa auch das Software-Ökosystem voran. Seit dem 25. Juli ist eine direkte Integration mit der Design-App Shapr3D verfügbar. Die Modellierungssoftware für Tablets und Desktop-Rechner exportiert Modelle nun direkt in PrusaSlicer und den Cloud-Slicer EasyPrint.
Der Vorteil für Konstrukteure liegt auf der Hand: Der Umweg über Dateiformate und manuelle Imports entfällt. EasyPrint, der mobile Cloud-Slicer, ermöglicht zudem den Fernzugriff auf Drucker und unterstützt die Anbindung von Drittanbieter-Geräten über das lokale Netzwerk.
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Flottenmanagement und Automatisierung
Das Prusa-Ökosystem setzt weiterhin auf Prusa Connect und PrusaSlicer für die Hardware-Steuerung. Über PrusaSlicer lassen sich G-Codes per Netzwerk an Drucker senden – vermittelt durch Prusa Connect, PrusaLink oder Octoprint. Für größere Betriebe erlaubt Prusa Connect die Fernsteuerung einzelner Geräte oder ganzer Druckerflotten.
Besonders ambitionierte Nutzer nutzen zudem externe Tools: Über die Home Assistant Community Store (HACS)-Integration lassen sich 3D-Drucker in Smart-Home-Systeme einbinden. Das ermöglicht automatisierte Überwachung und Steuerung – auch wenn Geräte wie der Centauri Carbon 2 derzeit noch Workarounds benötigen.
Aktuelle Firmware und Support-Updates
Prusa Research hat im Frühsommer mehrere Updates veröffentlicht, um die Hardware auf dem neuesten Stand zu halten:
| Modell | Firmware | Veröffentlichung |
|---|---|---|
| MK4S, CORE One+ | 6.5.7 | 19. Juni 2026 |
| XL, MINI+ | 6.4.2 | 3. Juni 2026 |
Der PrusaSlicer wurde am 30. Juni auf Version 2.9.6 aktualisiert. Die Support-Dokumentation wurde ebenfalls überarbeitet und behandelt unter anderem:
- Multi-Material-Druck: Anleitungen zum Toolchanger und zur Vermeidung von Verzug bei Mehrfarbendrucken auf dem XL
- Wartungsarbeiten: Aktualisierte Handbücher für CORE One+ und MK4S mit Anleitungen zu USB-Firmware-Updates, Düsentausch und QR-Fehlercodes
- Gehäuse-Upgrades: Neue Dokumentation für den MINI+ inklusive Sensorhöhenanpassung und Fehlerbehebung bei Filament-Problemen
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