PTC Onshape: FeatureScript MCP Server bringt KI in CAD

PTC erweitert Onshape um KI-Schnittstelle für natürliche Sprachbefehle. Der neue MCP Server ermöglicht automatisierte Konstruktionsabläufe ohne Programmierkenntnisse.

Der Softwarehersteller PTC hat Mitte August den FeatureScript MCP Server für seine CAD-Plattform Onshape vorgestellt. Die neue Schnittstelle ermöglicht es Anwendern, komplexe Konstruktionsbefehle und benutzerdefinierte Funktionen durch die Eingabe natürlicher Sprache zu erstellen. Damit treibt das Unternehmen die Integration großer Sprachmodelle in professionelle Design-Workflows massiv voran.

Die Einführung des FeatureScript MCP Servers markiert einen bedeutenden Schritt in der Evolution computergestützter Konstruktionssysteme. Die Technologie basiert auf dem sogenannten Model Context Protocol (MCP) und erlaubt die direkte Kommunikation zwischen CAD-Umgebungen und führenden KI-Modellen wie Claude, ChatGPT oder Gemini. Anwender können dadurch spezifische FeatureScript-Codes generieren, ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse besitzen zu müssen.

PTC verfolgt mit dieser Entwicklung das Ziel, die Automatisierung innerhalb der Konstruktionsprozesse zu steigern und die firmeninterne Wissensweitergabe zu vereinfachen. Das Unternehmen betont dabei den Aspekt der KI-Wertschöpfung, die ohne zusätzliche wiederkehrende Kosten für die Nutzer realisiert werden soll.

Breite Marktbewegung im AEC- und Design-Sektor

Die Initiative von PTC steht in einem größeren Kontext branchenübergreifender KI-Einführungen. Zeitgleich mit dem Launch von PTC stellte das Unternehmen Tagbin die Plattform Brixx vor, die speziell auf den Sektor für Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen (AEC) zugeschnitten ist.

Brixx generiert Entwürfe, CAD-Zeichnungen, BIM-Modelle sowie Leistungsverzeichnisse und Bauablaufpläne auf Basis natürlicher Sprache. Die Plattform wurde ursprünglich für das indische DoNER-Ministerium entwickelt.

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Auch im Bereich der spezialisierten Visualisierung zeigen sich Fortschritte. Hardware Resources veröffentlichte kürzlich zwei kostenfreie Werkzeuge für die Küchenplanung. Während eine 2D-KI-Lösung Bilder auf Basis der NorthPoint Cabinetry-Linie erstellt, fertigt ein 3D-Tool detaillierte Pläne und Produktlisten an.

Unterstützt wird die Entwicklung durch den Softwareanbieter Cyncly. Parallel dazu integriert das Architekturbüro HKS das Tool VisiSpecs, um Bau-Spezifikationen konsistenter mit Building Information Modeling (BIM) zu verknüpfen. Ein leitender Architekt des Büros hob in diesem Zusammenhang die verbesserte Konsistenz durch automatisierte Filterprozesse hervor.

Wirtschaftliche Effizienz und operative Standards

Die Integration von Künstlicher Intelligenz entwickelt sich laut Branchenanalysen im Jahr 2026 zum operativen Standard in der Immobilienbranche und im Design-Sektor. Eine Umfrage unter den AJ100-Architekturbüros belegt eine weit verbreitete Adoption der Technologie, um die Design-Effizienz trotz einer allgemeinen Wachstumsverlangsamung zu steigern.

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Marktbeobachter weisen jedoch auf die differenzierten Kostenstrukturen der genutzten Modelle hin. Eine aktuelle Analyse von Juni zeigt signifikante Preisunterschiede: Während Claude Opus 5 ein Intelligenz-Ranking von 60,7 anführt und Kosten von 5 US-Dollar pro Million Input-Token sowie 25 US-Dollar pro Million Output-Token verursacht, positioniert sich GPT-5.6 Sol mit einem Wert von 58,9 auf dem vierten Platz. Das Modell Gemini 3.5 Flash überzeugt hingegen durch eine Geschwindigkeit von 272 Token pro Sekunde bei Kosten von 1,50 US-Dollar für den Input.

Unternehmen wie Writer reagieren auf den Kostendruck mit optimierten Modellen. Das neu veröffentlichte Palmyra X6 soll die Ausführungsgeschwindigkeit um 48 Prozent steigern und die Kosten um 52 Prozent senken. Der Preis liegt hier bei 2 US-Dollar pro Million Input-Token.

Herausforderungen für den Arbeitsmarkt

Trotz der Effizienzgewinne birgt die fortschreitende Automatisierung Herausforderungen für die Belegschaften. In Großbritannien befinden sich laut aktuellen Untersuchungen fast eine Million junge Menschen zwischen 16 und 23 Jahren ohne Beschäftigung oder Ausbildung.

Experten beobachten, dass KI zunehmend Aufgaben übernimmt, die traditionell von Architektur-Assistenten ausgeführt wurden, wie etwa die Erstellung von Protokollen oder die Bearbeitung von Wettbewerbsangeboten.

Auch in der Privatwirtschaft führt der Technologiewechsel zu personellen Umstrukturierungen. Der Einzelhändler Ssense ersetzte kürzlich einen Großteil seiner visuellen Produktionsabteilung durch KI-generierte Bilder.

Betroffene Mitarbeiter kritisierten dabei, dass ihre bisherige Arbeit zum Training der Systeme genutzt wurde, die nun ihre Positionen überflüssig machen. Gleichzeitig investieren Unternehmen wie LVMH in die Forschung, um den Einfluss von KI auf die Kreativität besser zu verstehen, und fördern entsprechende Lehrstühle mit jährlich 150.000 Euro.