Auf der CES 2026 präsentiert der Schweizer Hersteller Punkt ein Smartphone mit einer radikalen Zwei-Kammer-Architektur. Das MC03 will persönliche Daten physisch von der öffentlichen Internetnutzung trennen.
Das Gerät löst den Vorgänger MC02 ab und setzt nicht nur auf minimalistisches Design, sondern auf ein neuartiges Betriebssystem. AphyOS teilt das Nutzererlebnis in zwei strikt getrennte Umgebungen. Nutzer können zwischen einem abgeschotteten, offline-fähigen „Vault“ (Tresor) und einem abgesicherten „Wild Web“-Modus wechseln. Damit adressiert Punkt das Dilemma zwischen nützlichen Apps und dem allgegenwärtigen Überwachungskapitalismus heutiger Smartphones.
Zwei Geräte in einem Gehäuse
Die Kerninnovation ist die Dual-Device-Softwarearchitektur. Das auf Android 15 basierende AphyOS funktioniert wie zwei separate Geräte in einem Gehäuse. Der „Vault“ ist eine sichere Umgebung nur für geprüfte, datenschutzorientierte Apps. Durch eine neue Partnerschaft ist hier die Proton-Suite vorinstalliert – inklusive Mail, Kalender, Drive, VPN und Passwortmanager – sowie der Messenger Threema.
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Für den Zugriff auf normale Android-Apps dient die „Wild Web“-Umgebung. Sie ist jedoch sandboxed – also abgeschottet – und wird durch „Ledger“ gesteuert. Dieses proprietäre Berechtigungssystem bietet laut Analysten eine detaillierte Echtzeit-Übersicht über Datenflüsse. Nutzer sehen genau, welche Informationen eine App abrufen will und können unerwünschtes Tracking blockieren.
Punkt betont, dass das Gerät Nutzer nicht trackt, profiliert oder deren Verhalten monetarisiert. Es sei ein Werkzeug für einen intentionalen Technologiegebrauch.
Nachhaltige Hardware „Made in Germany“
Während die Software auf digitale Souveränität setzt, legt die Hardware Wert auf Nachhaltigkeit und europäische Fertigung. Das MC03 wird im Werk von Gigaset in Bocholt in Deutschland montiert – ein Statement für transparente Lieferketten.
Technisch bietet das Gerät ein 6,67-Zoll-FHD+-OLED-Display mit 120 Hz, einen MediaTek Dimensity 7300 Prozessor, 8 GB RAM und 256 GB Speicher. Im Trend zu langlebiger und reparierbarer Hardware – auch gefördert durch EU-Regularien – hat das Smartphone einen nutzerauswechselbaren 5.200-mAh-Akku. Trotzdem besitzt es die Schutzklasse IP68 gegen Wasser und Staub. Das Kamerasystem umfasst eine 64-MP-Hauptkamera, ein 8-MP-Ultraweitwinkel- und ein 2-MP-Makro-Objektiv.
Das Geschäftsmodell: Bezahlen für Privatsphäre
Punkt stellt das branchenübliche Modell „kostenloser“ Software, die durch Datensammlung quersubventioniert wird, in Frage. Das MC03 kostet 699 Euro. Dieser Preis beinhaltet die Hardware und ein einjähriges, kostenloses Abonnement für die AphyOS-Dienste.
Danach fallen monatlich etwa 10 bis 12 Euro an, um Zugriff auf die Premium-Privatsphäre-Funktionen und OS-Updates zu behalten. Es gibt vergünstigte Langzeit-Bundles für drei oder fünf Jahre. Das Unternehmen argumentiert, dieses „Bezahlen, um Ihre Daten zu behalten“ sei die ehrliche Alternative zum „Bezahlen mit Ihren Daten“.
Kontext: KI-Boom treibt Datenschutz-Nachfrage
Der Launch des MC03 fällt in eine Zeit, in der Datenschutzbedenken durch die rasante Integration von KI in Consumer Electronics neuen Höhenpunkt erreichen. Während große Tech-Konzerne persönliche Daten zunehmend zum Training generativer KI-Modelle nutzen, sucht eine wachsende Nische nach Alternativen.
Beobachter sehen im MC03 zwar ein Nischenprodukt gegenüber Apple oder Samsung. Doch sein Dual-Device-Konzept treffe den Nerv von Berufstätigen und Datenschutz-Aktivisten. Die Partnerschaft mit der für Verschlüsselung bekannten Marke Proton stärke die Glaubwürdigkeit. Die Strategie spiegelt auch das breitere europäische Bestreben nach „Tech-Souveränität“ wider.
Die größte Hürde für eine breite Adoption könnte jedoch das Abo-Modell sein. Die Gewöhnung der Verbraucher an kostenlose Betriebssysteme stellt eine mentale Herausforderung dar.
Ausblick und Verfügbarkeit
Das Punkt MC03 soll noch im Januar 2026 in Europa ausgeliefert werden, der US-Start ist für das Frühjahr geplant. Im Praxistest wird sich zeigen, ob das Hin- und Herschalten zwischen den Umgebungen im Alltag zu umständlich ist.
Sollte sich das Modell als erfolgreich erweisen, könnte es andere Hersteller zu ähnlichen Hardware-Software-Trennungen inspirieren. Es könnte einen Markt für abonnementbasierte Privatsphäre-Hardware etablieren – und Geräte fördern, die Nutzerautonomie über Werbeeinnahmen stellen.
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