Putin-Video: Windows-Aktivierungsmeldung auf Wahlcomputer sichtbar

Bei Putins Online-Stimmabgabe war ein Windows-Aktivierungshinweis sichtbar. Kreml und Medien bestätigten das Video, die Ursache blieb ungeklärt.

Während der russischen Staatsduma-Wahlen, die im Zeitraum vom 18. bis zum 20. September 2026 stattfanden, sorgte eine Videoaufnahme des russischen Präsidenten Wladimir Putin für Aufsehen in internationalen Fachmedien.

Die Aufnahmen zeigen den 73-jährigen Staatschef bei der Abgabe seiner Stimme per Online-Votum. Auf dem von ihm genutzten Monitor war dabei in der unteren rechten Ecke ein deutlich erkennbares Wasserzeichen mit dem Hinweis zu sehen, dass Windows aktiviert werden müsse.

Das Ereignis wurde durch eine vergrößerte Version des Videomaterials weiter verbreitet, die am 18. September 2026 veröffentlicht wurde. Technische Analysen der Aufnahmen deuten darauf hin, dass Putin für den Wahlvorgang einen Computer des Herstellers Dell nutzte, bei dem es sich vermutlich um das Modell Dell U3011 handelt. Das eingeblendete Wasserzeichen deutet auf eine nicht aktivierte Kopie des Betriebssystems Windows hin.

Bestätigung durch staatliche Medien und technische Beobachter

Die Echtheit der Videoaufnahmen wurde unter anderem von der staatlichen Nachrichtenagentur TASS sowie der Zeitung Komsomolskaya Pravda bestätigt. Letztere veröffentlichte das Videomaterial ebenfalls, wobei der Hinweis auf die fehlende Aktivierung sichtbar blieb.

Auch westliche Technikpublikationen bestätigten die Authentizität der Aufnahmen und wiesen darauf hin, dass das Wasserzeichen in Videos verschiedener russischer Medien identifiziert werden konnte.

Fachleute betonten, dass das Erscheinen eines solchen Hinweises nicht zwangsläufig auf eine illegale Programmkopie hindeute. Eine fehlende Aktivierung könne auch nach einer Neuinstallation des Systems, einem Austausch von Hardwarekomponenten oder durch Probleme mit dem Lizenzserver auftreten. Eine reguläre Lizenz für Windows 11 wird am Markt mit 139 US-Dollar beziffert.

Geopolitischer Hintergrund und IT-Strategie

Die Nutzung westlicher Technologie durch den Kreml steht im Kontrast zu den politischen Bestrebungen Russlands. Nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 hatte Dell sein Geschäft in Russland eingestellt. Die aktuell verwendete Ausrüstung müsse daher entweder aus Beständen von vor 2022 stammen oder über Parallelimporte ins Land gelangt sein.

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Bereits im März 2022 hatte Microsoft den Verkauf von Produkten in Russland ausgesetzt und später Updates für Windows 10 und Windows 11 blockiert. Im Juni 2025 wurde bekannt, dass die russische Tochtergesellschaft von Microsoft eine Insolvenz in Erwägung zog.

Russland verfolgt offiziell das Ziel, Windows in staatlichen Behörden durch Linux-basierte Systeme zu ersetzen. Das russische Recht schreibt für Regierungscomputer zudem bestimmte Lokalisierungsschwellen vor.

Aktuell hält das Betriebssystem Astra Linux einen Marktanteil von 74 % im Bereich der russischen Betriebssysteme. Präsident Putin selbst hatte noch im Mai 2025 drohende Formulierungen gegenüber westlichen Softwareanbietern wie Microsoft und Zoom verwendet.

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Reaktionen aus dem Kreml

Beobachter des Wahlvorgangs berichteten von einer zögerlichen Bedienung der Computermaus durch den Präsidenten. Putin habe sich mehrfach zum Bildschirm gebeugt und vor Klicks gezögert. Dabei habe er geäußert, dass man nichts falsch machen könne.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies Fragen bezüglich der möglicherweise fehlenden Lizenz zurück. Er erklärte in einer Stellungnahme, dass der Präsident keine Probleme habe und alles wie vorgesehen funktioniere. Zu den Hintergründen der unterbliebenen Aktivierung auf dem Dienstgerät des Staatschefs machte die russische Regierung keine weiteren Angaben.

An der Staatsduma-Wahl im September 2026 nahmen erstmals auch Bewohner der seit 2022 annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja teil. Berichte aus dem Juli 2026 hatten zuvor bereits thematisiert, dass Putin privat kein Smartphone besitze.