Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hat neue Erkenntnisse zur globalen Arbeitssituation vorgelegt. Die Erhebung mit dem Titel Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026 basiert auf einer Befragung von 49.364 Beschäftigten aus 48 Ländern und Regionen sowie 29 verschiedenen Branchen.
Die Datenerhebung fand im Zeitraum von Mai bis Juni 2026 statt und zeigt signifikante Veränderungen in der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI) sowie wachsende Disparitäten innerhalb der Belegschaften auf.
Rasante Zunahme der KI-Nutzung am Arbeitsplatz
Der Einsatz von KI-Technologien am Arbeitsplatz ist innerhalb der letzten zwölf Monate deutlich gestiegen. Laut den Studienergebnissen nutzen mittlerweile 64 Prozent der Befragten KI-Anwendungen, was einem Zuwachs von 10 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Besonders die tägliche Anwendung generativer KI-Systeme hat zugenommen: Während im Vorjahr noch 14 Prozent der Beschäftigten täglich mit diesen Werkzeugen arbeiteten, liegt dieser Anteil nun bei 22 Prozent.
Dieser Anstieg wirkt sich auch auf das Sicherheitsempfinden der Angestellten aus. Personen, die täglich KI nutzen, schätzen ihre Jobsicherheit zu 68 Prozent als hoch ein. Bei Befragten, die KI nur selten verwenden, liegt dieser Wert hingegen nur bei 57 Prozent.
Ungleicher Zugang zu Weiterbildung und Ressourcen
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die Aufteilung der globalen Belegschaft in vier unterschiedliche Gruppen durch PwC. Die größte Gruppe bildet mit 56 Prozent der sogenannte „Maschinenraum“ (Engine Room). Weitere Segmente sind die „KI-Aufständischen“ (AI insurgents) mit 18 Prozent, die „Vorreiter“ (Front-runners) mit 14 Prozent sowie die „Unverzichtbaren“ (Indispensables), die 11 Prozent ausmachen.
Dabei offenbart der Bericht eine zunehmende Kluft beim Zugang zu Lernressourcen. Während im Vorjahr noch 59 Prozent der Beschäftigten angaben, Zugang zu den benötigten Ressourcen für ihre Weiterentwicklung zu haben, sank dieser Wert in der aktuellen Befragung auf 51 Prozent.
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Besonders deutlich wird dieses Gefälle beim Vergleich der Gruppen: Bei den „Vorreitern“ verfügen fast 80 Prozent über die notwendigen Lernmittel. In der Gruppe des „Maschinenraums“ haben hingegen weniger als 40 Prozent beziehungsweise nur zwei von fünf Beschäftigten Zugang zu entsprechenden Ressourcen.
Wechselbereitschaft unter KI-Experten steigt
Für Unternehmen ergibt sich aus dieser Entwicklung ein personelles Risiko. Die Gruppe der „Vorreiter“, die bereits über hohe KI-Kompetenzen verfügt, zeigt eine überdurchschnittliche Fluktuationstendenz. Demnach halten 29 Prozent dieser spezialisierten Fachkräfte einen Arbeitgeberwechsel innerhalb des nächsten Jahres für sehr oder äußerst wahrscheinlich.
Zusätzlich zur beruflichen Transformation stehen viele Arbeitnehmer unter finanziellem Druck. Nur noch ein Drittel der Befragten gab an, am Ende des Monats Geld übrig zu haben. Dies entspricht einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Spezifische Entwicklungen auf dem Schweizer Markt
Ergänzende Daten aus einer Befragung von rund 1.000 Beschäftigten in der Schweiz zeigen regionale Besonderheiten auf. In der Schweiz nutzen 28 Prozent der Angestellten generative KI täglich, was über dem weltweiten Durchschnitt von 22 Prozent liegt.
Die Auswirkungen werden dort überwiegend positiv wahrgenommen: 14 Prozent der Schweizer Befragten fühlen sich durch KI motivierter und zuversichtlicher, während 10 Prozent eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeitsqualität feststellen. Zudem sehen 22 Prozent in der Technologie eine Unterstützung bei komplexeren Aufgaben.
Hinsichtlich der langfristigen Perspektive zeigen sich die Schweizer Beschäftigten jedoch zurückhaltend. Während sich zwei Drittel mit Blick auf die kommenden zwölf Monate jobsicher fühlen, sind lediglich 27 Prozent optimistisch, dass ihre aktuellen Fähigkeiten auch in drei Jahren noch gefragt sein werden.

