PwC-Studie: KI-Nutzung steigt, doch der Zugang zu Weiterbildung sinkt

Mehr Beschäftigte nutzen KI, doch der Zugang zu beruflicher Qualifizierung sank laut PwC binnen eines Jahres von 59 auf 51 Prozent.

•

Die Nutzung künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz nimmt weltweit spürbar zu, während der Zugang zu notwendigen Qualifizierungsmaßnahmen gleichzeitig zurückgeht. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft PwC in ihrer Erhebung zur Arbeitswelt für das Jahr 2026. Für die Studie wurden zwischen Mai und Juni 49.364 Beschäftigte aus 48 Ländern und 29 Wirtschaftszweigen befragt.

Laut dem Bericht setzten in den vergangenen zwölf Monaten 64 Prozent der Befragten künstliche Intelligenz an ihrem Arbeitsplatz ein, was einem Zuwachs von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Auch die tägliche Nutzung generativer KI-Anwendungen verzeichnete ein deutliches Plus: Ihr Anteil kletterte von 14 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 22 Prozent. Zudem rechnen 59 Prozent der Beschäftigten damit, dass der Einsatz entsprechender Technologien in Zukunft weiter steigen wird.

Weiterbildungslücke wächst trotz steigender Anforderungen

Trotz der zunehmenden Verbreitung der Technologie sinkt die Unterstützung bei der beruflichen Weiterbildung. Der Anteil der Arbeitnehmer, die Zugang zu den für ihre Tätigkeit erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen haben, fiel laut PwC von 59 Prozent im Vorjahr auf 51 Prozent.

Auch die Anwendung neuer Fähigkeiten im vergangenen Jahr variiert stark nach Hierarchiestufe: Während 51 Prozent der Spitzenführungskräfte und 46 Prozent des mittleren Managements neue Kompetenzen im Berufsalltag einsetzen konnten, lag dieser Wert bei Einsteigern bei 38 Prozent und bei Mitarbeitern ohne Führungsverantwortung lediglich bei 29 Prozent.

PwC unterteilt die Belegschaften dabei in vier Segmente: 14 Prozent zählen zu den Vorreitern, 18 Prozent zu den Innovatoren und elf Prozent zu den Schlüsselkräften. Die deutliche Mehrheit von 56 Prozent bildet die Belegschaft im operativen Maschinenraum der Unternehmen.

Anzeige

Angesichts der rasanten technologischen Veränderungen im Berufsalltag stehen viele Beschäftigte vor der Herausforderung, ihre berufliche Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Dieser kostenlose Praxisleitfaden zeigt Ihnen, wie Sie moderne Entwicklungspotenziale erkennen und gezielt für Ihren Erfolg nutzen. Strategien zur Mitarbeiterentwicklung jetzt kostenlos herunterladen

Gleichzeitig offenbaren die Daten der Beratungsgesellschaft einen direkten Zusammenhang zwischen intensiver Technologienutzung und Arbeitsplatzzuversicht. Von den täglichen KI-Nutzern blicken 68 Prozent zuversichtlich auf ihre langfristige Beschäftigungssicherheit, verglichen mit 57 Prozent bei Beschäftigten ohne tägliche Nutzung.

Tägliche Anwender initiieren zudem um zwölf Prozentpunkte häufiger Beförderungsgespräche, zeigen 15 Prozentpunkte mehr Vertrauen in Führungskräfte und weisen eine um 21 Prozentpunkte höhere Lernzuversicht auf.

Unsicherheiten und wachsende Belastung

Neben den Potenzialen verzeichnet die Erhebung erhebliche Sorgen unter den Angestellten. Rund 57 Prozent betrachten die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit als größtes Risiko, während 44 Prozent befürchten, dass künstliche Intelligenz künftig mehr Aufgaben übernehmen wird.

Von denjenigen Beschäftigten, die von betrieblichen Veränderungen betroffen sind, berichteten 58 Prozent über vermehrt stattende Aufgaben- und Rollenumschichtungen. Darüber hinaus gaben 27 Prozent der Befragten an, dass Erschöpfung und Burnout zu Leistungseinbußen führen.

Anzeige

Die wachsende Belastung durch ständige Veränderungsprozesse erfordert neue Strategien für die persönliche Ausgeglichenheit im Job. Ein kostenloser Ratgeber liefert Ihnen fünf konkrete Sofortmaßnahmen, um trotz hoher beruflicher Anforderungen mehr innere Ruhe und Zeit für Privates zu gewinnen. Kostenlosen Work-Life-Balance-Guide sichern

Eine spezifische Teilanalyse für Ungarn veranschaulicht zusätzliche Herausforderungen: Dort verfügen lediglich 27 Prozent der Beschäftigten über vom Arbeitgeber bereitgestellte Werkzeuge für künstliche Intelligenz. Zudem haben 33 Prozent der dort Befragten am Monatsende keinerlei Ersparnisse übrig, was einem Rückgang um acht Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Zudem sehen 29 Prozent der ungarischen Arbeitnehmer ihre Verhandlungsposition im Vergleich zu vor drei Jahren als geschwächt an; bei Beschäftigten im vollständigen Homeoffice liegt dieser Wert nochmals um zehn Prozentpunkte höher.

Herausforderungen spiegeln sich branchenweit wider

Die Diskrepanz zwischen technologischer Umstellung und methodischer Befähigung bestätigen auch weitere Erhebungen. Laut einer Befragung des Softwarekonzerns SAP gaben 88 Prozent der Mitarbeiter an, dass künstliche Intelligenz ihre Arbeit bereits verändert habe; rund die Hälfte davon erhalte jedoch keinerlei gezielte Anleitung zur Anpassung.

Auch das Beratungsunternehmen BTS stellte in einer eigenen Umfrage fest, dass fehlende Fähigkeiten und mangelndes Vertrauen bei 47 Prozent der Organisationen als zentrale Hürde für die Einführung gelten, während nur 38 Prozent mehr als die Hälfte ihrer Belegschaft entsprechend geschult haben.