QRNG-Chip: Fraunhofer entwickelt Quanten-Schutz für Industrie

Neuer QRNG-Chip aus Dresden nutzt Quantenphysik zur Absicherung industrieller Datenübertragung und kritischer Anlagen gegen künftige Cyberbedrohungen.

Forscher am Dresdner Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) haben einen neuen Quanten-Zufallszahlengenerator in Chipform entwickelt. Die Technologie soll industrielle Daten und kritische Infrastrukturen vor künftigen Bedrohungen durch hochspezialisierte Hackerangriffe schützen und setzt dabei auf physikalische Gesetzmäßigkeiten der Quantenmechanik.

In der modernen industriellen Vernetzung nimmt die Bedeutung einer verlässlichen Verschlüsselung stetig zu. Wie aus aktuellen Berichten über die Forschungsarbeit in Dresden hervorgeht, zielt die Entwicklung des sogenannten QRNG-Chips (Quantum Random Number Generator) darauf ab, eine Sicherheitslücke zu schließen, die durch herkömmliche, algorithmusbasierte Zufallsgeneratoren entstehen kann. Während herkömmliche Systeme oft deterministischen Mustern folgen und somit theoretisch berechenbar bleiben, nutzt der neue Chip des Fraunhofer-IPMS echten Quantenzufall zur Erzeugung von kryptografischen Schlüsseln.

Echter Zufall als Basis für industrielle Sicherheit

Die technische Besonderheit des neuen Bauteils liegt in der Erzeugung von Werten, die auf nicht vorhersehbaren quantenphysikalischen Prozessen basieren. Diese Form der Zufallsgenerierung gilt als fundamental sicher, da sie nicht durch mathematische Analysen oder gesteigerte Rechenleistung umgangen werden kann. Die Forscher in Dresden haben es dabei geschafft, diese Technologie auf einem kompakten Chip zu miniaturisieren.

Diese Miniaturisierung gilt als entscheidender Schritt für die praktische Anwendung in der Industrie. Durch die geringe Baugröße lässt sich der Quanten-Zufallszahlengenerator direkt in automatisierte Systeme und Hardware-Komponenten integrieren, die in der industriellen Fertigung zum Einsatz kommen. Bisherige Lösungen für Quantenzufall waren oft großformatig oder für den Einsatz in spezialisierten Laborumgebungen vorbehalten. Der neue Ansatz ermöglicht hingegen eine breitere Implementierung in der Fläche.

Schutz kritischer Infrastrukturen im Fokus

Ein primäres Einsatzgebiet für die Technologie sehen die Entwickler im Bereich der kritischen Infrastruktur. Hierzu zählen unter anderem Energieversorgungsnetze, Wasserwerke sowie hochautomatisierte Produktionsanlagen, die zunehmend im Visier von Cyberkriminellen stehen. Die Bedrohungslage hat sich in den letzten Jahren verschärft, da Hacker verstärkt versuchen, in die Steuerungssysteme industrieller Anlagen einzudringen.

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Durch die Integration des QRNG-Chips in die Kommunikationsmodule dieser Anlagen soll die Sicherheit der Datenübertragung massiv erhöht werden. Die Forscher betonen, dass die Entwicklung insbesondere im Hinblick auf künftige Bedrohungsszenarien erfolgt. Damit reagiert das Institut auf die Erwartung, dass die Rechenleistung potenzieller Angreifer künftig ausreichen könnte, um heutige Standardverschlüsselungen zu dechiffrieren. Der Quantenzufall stellt hierbei eine technologische Barriere dar, die auch mit fortschrittlichster Hardware nach heutigem Kenntnisstand nicht überwunden werden kann.

Ausrichtung auf die industrielle Automatisierung

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Neben der Absicherung staatlich relevanter Infrastrukturen liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der allgemeinen industriellen Automatisierung. In einer Umgebung, in der Maschinen zunehmend autonom miteinander kommunizieren (Machine-to-Machine-Kommunikation), ist die Integrität der übertragenen Befehle und Daten essenziell für den sicheren Betrieb. Der QRNG-Chip soll hier als Basis für eine neue Generation von Verschlüsselungshardware dienen, die direkt an der Schnittstelle der Datenentstehung ansetzt.

Die Neuentwicklung aus Dresden unterstreicht die wachsende Bedeutung von Hardware-basierten Sicherheitslösungen in der IT-Sicherheitsarchitektur. Während Software-Updates oft nur auf bereits bekannte Schwachstellen reagieren können, bietet die Nutzung quantenmechanischer Effekte einen präventiven Schutz gegen strukturelle Angriffe auf kryptografische Verfahren. Die Forscher des Fraunhofer-IPMS positionieren den miniaturisierten Chip somit als wesentlichen Baustein für die künftige Souveränität industrieller Daten verarbeitung.