Qualcomm treibt mit neuer KI-Plattform die Roboter-Revolution voran

Qualcomms neue All-in-One-Robotikplattform mit dem Hochleistungsprozessor IQ-10 soll die Entwicklung autonomer Systeme beschleunigen und den Wettlauf mit Nvidia aufnehmen.

Qualcomm will mit einer All-in-One-Plattform intelligente Roboter aus den Laboren in die Fabrikhallen bringen. Auf dem India AI Impact Summit 2026 präsentierte der Chip-Riese erstmals in Asien seine vollständige Robotik-Architektur samt dem neuen Hochleistungsprozessor Dragonwing IQ-10. Die Botschaft ist klar: Das Unternehmen will das energieeffiziente „Gehirn“ für eine neue Ära autonomer Systeme liefern – von Logistikrobotern bis zu humanoiden Maschinen.

Eine integrierte Plattform für jede Robotergröße

Im Kern der Strategie steht ein Ende-zu-Ende-System, das Hardware, Software und komplexe KI in einer skalierbaren Plattform vereint. Dieser modulare Ansatz soll Herstellern die Entwicklung erleichtern und die Markteinführungszeit verkürzen. Die Architektur ist darauf ausgelegt, ein breites Spektrum abzudecken: vom Serviceroboter im Haushalt über autonome Transportfahrzeuge in Lagern bis hin zu vollwertigen Humanoiden.

Durch die Bereitstellung einer allgemeinen Architektur will Qualcomm die größte Herausforderung lösen: Robotern beizubringen, in dynamischen Umgebungen zu „denken“, sich anzupassen und Entscheidungen zu treffen. Das System baut auf der langjährigen Expertise des Unternehmens in hochleistungsfähiger, stromsparender Edge-KI auf und soll Prototypen in einsatzbereite, kommerzielle Maschinen verwandeln.

Dragonwing IQ-10: Der Hochleistungs-Antrieb

Das Herzstück der Vorführung ist der Dragonwing IQ-10, Qualcomms erster Prozessor speziell für die Premium-Klasse der Robotik. Der Chip mit 18-Core-CPU soll als Rechenkern für anspruchsvollste Anwendungen wie fortschrittliche Transportroboter und Humanoiden dienen. Entscheidend ist die Energieeffizienz – ein Schlüsselfaktor für mobile, autonome Systeme.

Der Prozessor unterstützt moderne KI-Modelle, darunter sogenannte Vision-Language-Action-Modelle. Diese ermöglichen es Robotern, ihre Umgebung besser wahrzunehmen, natürliche menschliche Anweisungen zu verstehen und allgemeine Handgriffe auszuführen. Mit der nötigen Rechenkraft für Wahrnehmung, Bewegungsplanung und Echtzeit-Entscheidungen markiert der IQ-10 einen wichtigen Schritt hin zum praktischen Einsatz hochfähiger Roboter in der Industrie.

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Partnerschaften für eine schnelle Verbreitung

Qualcomms Strategie geht über reine Chiptechnologie hinaus. Das Unternehmen baut ein robustes Partnernetzwerk auf, um Innovation und Markteinführung zu beschleunigen. Zu den namhaften Partnern zählen Figure, mit dem Qualcomm die nächste Generation von Rechenarchitekturen für humanoide Plattformen definiert.

Weitere wichtige Partner sind Kuka Robotics, Advantech, AutoCore, Booster, Robotec.ai und VinMotion, dessen humanoider Roboter „Motion 2“ bereits mit Qualcomms Technologie läuft. Dieses Netzwerk ist entscheidend, um letzte Integrationshürden zu überwinden. Zusätzlich bietet Qualcomm Entwickler-Tools, Bausätze und eine KI-Daten-Schleife für kontinuierliches Lernen und den Kompetenzerwerb bei eingesetzten Robotern.

Wettlauf mit Nvidia um die Vorherrschaft

Mit dem Fokus auf Robotik begibt sich Qualcomm in direkten Wettbewerb mit anderen Tech-Giganten wie Nvidia, das ebenfalls massiv in Plattformen für autonome Maschinen investiert. Qualcomm setzt dabei auf seine Stärken in mobiler Konnektivität, stromsparendem Rechnen und On-Device-KI – alles grundlegende Technologien für mobile Robotik.

Die Initiative zielt darauf ab, die kommerzielle Einführung von „physischer KI“ zu beschleunigen, besonders in Branchen mit Arbeitskräftemangel oder hohem Automatisierungsbedarf. Indien sieht das Unternehmen als Schlüsselmarkt für die nächste Phase der Robotik-Adaption. Mit leistungsfähiger Hardware und umfassender Software könnte sich die Interaktion von Robotern mit der realen Welt grundlegend verändern – und die industrielle Automatisierung in eine neue Ära führen.