Der US-Halbleiterhersteller Qualcomm sieht sich mit einer deutlichen Beschleunigung des Umsatzrückgangs im Geschäft mit seinem Großkunden Apple konfrontiert. Wie CEO Cristiano Amon am 29. Juli 2026 mitteilte, werden die Erlöse aus der Zusammenarbeit mit dem iPhone-Hersteller ab dem vierten Quartal 2026 schneller sinken als bislang angenommen. Ein wesentlicher Grund hierfür seien Lieferengpässe. Zudem werde der Anteil der Qualcomm-Modems beim nächsten iPhone-Launch auf einen Wert von deutlich unter 20 Prozent fallen.
Prognosen für das vierte Quartal bleiben unter Erwartungen
Die Ankündigung des CEO geht mit einer vorsichtigen Prognose für das vierte Quartal 2026 einher. Das Unternehmen rechnet mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 2,05 und 2,25 US-Dollar. Damit bleibt Qualcomm hinter den ursprünglichen Schätzungen der Marktanalysten zurück, die im Mittel von 2,36 US-Dollar ausgegangen waren. Den Gesamtumsatz für das Abschlussquartal des Geschäftsjahres prognostiziert der Konzern auf eine Spanne zwischen 9,7 und 10,5 Milliarden US-Dollar.
Hintergrund dieser Entwicklung ist das langjährige Bestreben von Apple, die Abhängigkeit von externen Chiplieferanten zu verringern. Apple entwickelt seit der Übernahme des Intel-Modemgeschäfts im Jahr 2019 eigene Mobilfunk-Modems der sogenannten C-Serie. Während der Patentlizenzvertrag zwischen Qualcomm und Apple noch bis März 2027 läuft, zeigt die Reduzierung der Lieferanteile beim kommenden Smartphone-Modell die zunehmende technologische Emanzipation des iPhone-Konzerns.
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Solide Ergebnisse im dritten Quartal trotz Gewinn-Dämpfer
Trotz der eingetrübten Aussichten für das Jahresende präsentierte Qualcomm für das abgelaufene dritte Quartal 2026 solide operative Zahlen. Der Gesamtumsatz belief sich auf 9,95 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 9,67 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,21 US-Dollar jedoch leicht unter der Konsensschätzung von 2,23 US-Dollar.
Besonders die Kernsparten zeigten sich widerstandsfähig. Der Umsatz im Bereich Mobiltelefone erreichte im dritten Quartal 5,1 Milliarden US-Dollar, womit Qualcomm die Schätzungen von 4,9 Milliarden US-Dollar überbot. Auch das Automotive-Segment entwickelte sich positiv: Mit Erlösen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar schnitt das Unternehmen besser ab als von Analysten mit 1,4 Milliarden US-Dollar prognostiziert.
Strategische Neuausrichtung auf Rechenzentren und Automotive
Um den absehbaren Rückgang im Smartphone-Geschäft mit Apple zu kompensieren, forciert Qualcomm eine Diversifizierung seines Portfolios. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist der Schwenk in das Geschäft mit Rechenzentren. Hier verfolgt das Management ambitionierte Ziele: Bis zum Geschäftsjahr 2027 soll der Umsatz in diesem Bereich auf 5 Milliarden US-Dollar steigen, für das Jahr 2029 wird ein Zielwert von 15 Milliarden US-Dollar angestrebt.
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Zusätzlich zu dieser langfristigen Neuausrichtung setzt das Unternehmen auf kurzfristige Maßnahmen zur Sicherung der Margen. In diesem Zusammenhang kündigte Qualcomm eine Preiserhöhung an, die zum 1. September in Kraft treten soll. Durch die Kombination aus dem Ausbau der Automotive-Sparte, dem Einstieg in den Markt für Server-Chips und einer angepassten Preispolitik versucht der Halbleiterkonzern, den strukturellen Wandel in der Zulieferbeziehung zu Apple abzufedern.

