Quantencomputer LUMI-IQ: Europas erste logischen Qubits ab 2027

IQM und CSC planen in Finnland drei Ausbaustufen bis 2029, die von Fehlerkorrektur bis zu neun logischen Qubits führen sollen.

Die finnische LUMI AI Factory setzt einen mehrstufigen Upgrade-Pfad um, der auf der Halocene-Technologie des Quantenunternehmens IQM basiert und Europas ersten supraleitenden Quantencomputer mit logischen Qubits hervorbringen soll.

Der Hersteller IQM (Nasdaq: IQMX) liefert dafür den Quantencomputer LUMI-IQ an die Anlage in Kajaani, Finnland. Das Deployment wird vom finnischen IT-Center for Science, CSC, geleitet, das auch Eigentümer der Hardware ist.

Drei Ausbaustufen bis 2029

Der geplante Fahrplan sieht drei aufeinanderfolgende Stufen vor. In der ersten Stufe soll 2027 der IQM Halocene H4 mit 150 physikalischen Qubits zum Einsatz kommen, der erstmals eine Fehlerkorrektur (Quantum Error Correction) integriert.

In der zweiten Stufe folgt 2028 ein Upgrade, das niedrigere logische Fehlerraten sowie eine Echtzeit-Fehlerkorrektur ermöglichen soll. Die dritte Stufe ist für 2029 vorgesehen: Mit dem Halocene H5 sollen dann Verfahren wie Lattice Surgery und T-Gate-Teleportation zum Einsatz kommen.

IQM strebt für diese finale Ausbaustufe bis zu neun logische Qubits an, basierend auf einem Distance-3-Surface- beziehungsweise Colour-Code. Das Encoding soll dabei bis zu einer Distance von 11 beim Surface Code beziehungsweise einer Distance von 9 beim Colour Code reichen. Diese Kennzahlen gelten in der Quantencomputing-Branche als Indikator dafür, wie robust Rechenoperationen gegenüber Störungen und Rauschen abgesichert werden können.

Europäische Finanzierung und Trägerschaft

LUMI-IQ wird von der EuroHPC Joint Undertaking gemeinsam mit Finnland, Tschechien, Norwegen und Polen finanziert. Die europäische Hochleistungsrechen-Initiative fördert damit ein Projekt, das den Aufbau europäischer Kapazitäten im Bereich fehlerkorrigierter Quantenhardware vorantreiben soll – ein Feld, in dem internationale Konkurrenz derzeit erheblich zunimmt.

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Während US-Hyperscaler ihre Quanten-Roadmaps dominieren, baut Europa mit LUMI-IQ eigene fehlerkorrigierte Hardware auf — 2027 mit 150 physikalischen Qubits, 2029 mit bis zu neun logischen Qubits. Wer seine Beschaffungs- und Investitionsentscheidungen heute trifft, ist 2027 nicht auf Importe angewiesen. Roadmap-Check Quantenhardware jetzt anfordern

Paralleles Projekt mit VTT

Neben dem LUMI-Vorhaben betreiben IQM und das finnische Forschungsinstitut VTT einen weiteren Supraleiter-Quantencomputer in Finnland, den IQM Radiance mit insgesamt 300 Qubits, verteilt auf zwei Prozessoren mit je 150 Qubits. Die erste Ausbaustufe mit 150 Qubits soll Ende 2026 erreicht werden, die volle Kapazität dann 2027 – zeitlich parallel zur ersten Stufe des LUMI-Projekts.

Bisherige Nutzung der finnischen Quanteninfrastruktur

Wie Zahlen der finnischen Quanteninfrastruktur-Initiative FiQCI zeigen, wurden im Zeitraum 2022 bis 2025 über 5.200 QPU-Stunden verzeichnet. In diesem Zeitraum entstanden 63 Projekte und 18 Publikationen, außerdem wurden 15 Anwendungen entwickelt und mehr als 300 Personen im Umgang mit Quantentechnologie geschult.

Diese Bilanz unterstreicht, dass Finnland bereits vor dem aktuellen Upgrade-Vorhaben eine aktive Rolle im europäischen Quantencomputing-Ökosystem eingenommen hat.

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Fehlende Fehlerkorrektur ist der Grund, warum Quanten-Piloten im Unternehmen seit Jahren in der Proof-of-Concept-Phase hängen. Der dreistufige LUMI-IQ-Pfad bringt 2028 Echtzeit-Fehlerkorrektur und 2029 bis zu neun logische Qubits — ein konkreter Zeithorizont für Ihren ROI-Pfad. 5 Use-Cases für logische Qubits jetzt sichern

Der nun eingeschlagene Weg über mehrere Hardware-Generationen hinweg – von ersten fehlerkorrigierten physikalischen Qubits bis hin zu echten logischen Qubits mit Echtzeitkorrektur – gilt als zentraler technischer Meilenstein auf dem Weg zu praktisch nutzbaren Quantencomputern.

Ob und wie die gesetzten Zwischenziele für 2027, 2028 und 2029 erreicht werden, dürfte in den kommenden Jahren ein wichtiger Gradmesser für den Fortschritt europäischer Quantenhardware-Entwicklung sein.