Auf dem Android Dev Summit 2026 hat Google ein Software Development Kit (SDK) für seinen Datentransferdienst Quick Share angekündigt. Die Schnittstelle soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 für Android sowie für die Apple-Betriebssysteme iOS und iPadOS veröffentlicht werden. Ziel der Bereitstellung ist es, Entwicklern die direkte Integration des drahtlosen Dateiaustauschs in eigene mobile Anwendungen zu ermöglichen.
Direkter Dateiversand ohne systemweites Freigabemenü
Bislang erforderte die Nutzung von Quick Share auf mobilen Geräten in der Regel den Aufruf der systemweiten Freigabeansicht. Mit dem angekündigten Entwicklerpaket können Anwendungen Dateien künftig direkt innerhalb der App über ein ausfahrbares Menü, ein sogenanntes Bottom-Sheet, übermitteln. Dieses Element enthält eine Dateivorschau sowie eine Anzeige verfügbarer Empfänger.
Google stellte das SDK im Rahmen einer Konferenzsitzung zur nahtlosen Interaktion über Gerätegrenzen hinweg vor. Eine Demonstration zeigte unter anderem eine Übertragung per Nahfeldkommunikation zwischen einem Android-Smartphone und einem iPhone: Nach einem kurzen Aneinandertippen der Geräte startete die Empfänger-App auf dem Zielgerät automatisch.
Für die Integration in iOS-Anwendungen sollen laut Google etwa 20 Codezeilen genügen. Die Oberfläche auf Apple-Geräten umfasst dabei Angaben zum Nutzernamen, die ausgewählten Dateien und Kennzeichnungen für sensible Inhalte.
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Lokale Übertragung auf fünf technischen Säulen
Das SDK basiert auf fünf technischen Kernpunkten: einer durchgehenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen Geräten im lokalen Netzwerk, einer niedrigen Latenz bei maximaler Geschwindigkeit, dem Versand von Fotos und Videos in Originalqualität ohne Kompression, vollständiger Offline-Funktionalität ohne Mobilfunkanbindung sowie dem Verzicht auf eine kostspielige Server-Infrastruktur. Verbindungen werden automatisch über lokale Hotspots oder Wi-Fi Direct hergestellt.
Nach Angaben des Branchenbeobachters Mishaal Rahman erreicht die Schnittstelle potenziell mehr als drei Milliarden Quick-Share-fähige Geräte. Bislang liegt das SDK der Öffentlichkeit jedoch noch nicht vor, und Details zu APIs oder zum exakten Kopplungsprozess auf iOS-Geräten sind noch unveröffentlicht. Erste Anwendungen mit integrierter Quick-Share-Funktion könnten voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten.
Kontinuierlicher Ausbau des Übertragungsstandards
Quick Share wurde ursprünglich im Jahr 2020 eingeführt, später mit Googles Nearby Share fusioniert und um AirDrop-Kompatibilität ergänzt. Neben der Öffnung für Drittanbieter treibt Google auch die Anbindung an Desktop-Systeme voran.
Ab November 2026 rollt das Unternehmen mit den Google Play Services in Version 26.43 ein automatisches Foto- und Video-Backup von Android-Smartphones auf Windows-PCs im Heimnetzwerk aus. Die Übertragung erfolgt ohne Kabel und ohne Cloud-Abonnement über das lokale WLAN, setzt jedoch die Anmeldung beider Geräte mit demselben Google-Konto sowie die Desktop-App von Quick Share voraus.
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Die Verteilung dieser Funktion erfolgt schrittweise, weshalb sie unter Umständen nicht sofort auf allen Geräten sichtbar ist. Während Quellcode-Analysen aus früheren Monaten Hinweise auf einen Ausschluss bestimmter Geräte von Samsung enthielten, nennen die offiziellen Versionshinweise von Google diesbezüglich keine Einschränkungen.

