Luftfahrtbehörden, Cybersicherheitsexperten und Telekommunikationsanbieter haben Mitte Juli eine Reihe dringender Sicherheitshinweise veröffentlicht.
Lithium-Batterien: Die unterschätzte Gefahr an Bord
Die Zahl der Vorfälle mit Lithium-Batterien in Flugzeugen hat sich dramatisch erhöht. Waren es 2024 noch 316 gemeldete Fälle, stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 643. Die britische Luftfahrtbehörde CAA stuft Akku-Brände als das größte Sicherheitsrisiko der aktuellen Reisesaison ein.
Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) empfiehlt Reisenden, maximal zwei Powerbanks mitzuführen – und diese während des Flugs nicht zu laden. Große Airlines wie Lufthansa, Qantas und Emirates haben bereits strenge Richtlinien erlassen. Klare Regel: Powerbanks gehören ins Handgepäck, niemals in den aufgegebenen Koffer. Nur so sind sie im Notfall sichtbar und erreichbar.
Phishing-Welle: Wenn der „ehrliche Finder“ zum Betrüger wird
Die Betrugsmaschen werden immer raffinierter. Die Deutsche Telekom warnte ihre Kunden vor einer perfiden Masche: Kriminelle stehlen ein Smartphone, melden sich dann beim Besitzer und geben sich als „ehrlicher Finder“ aus. Über einen verschickten Link versuchen sie, an die Apple-ID oder die Google-Kontodaten zu gelangen – und damit die vollständige Kontrolle über das Gerät zu übernehmen.
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Doch das ist längst nicht alles. Sicherheitsexperten von Kaspersky entdeckten professionell gestaltete Phishing-Seiten, die offizielle Mobilfunkanbieter imitieren. Sie locken mit gefälschten eSIM-Paketen für internationale Datenflatrates – und stehlen dabei Kreditkartendaten und Zugangsdaten.
Ein besorgniserregender Trend: Die Zahl der sogenannten „Quishing“-Angriffe – Phishing über manipulierte QR-Codes – stieg im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent. Laut aktuellen Daten von ESET enthält bereits etwa jede neunte Phishing-E-Mail einen schädlichen QR-Code.
Hitzewelle: Kühlschrank-Trick kann Handy zerstören
Steigende Temperaturen bringen eine weitere Gefahr mit sich. Eine Fachwerkstatt warnte davor, überhitzte Smartphones oder Tablets in den Kühlschrank oder das Gefrierfach zu legen. Die plötzliche Abkühlung verursacht innere Feuchtigkeitsschäden. Erst im Juni führte ein solcher Vorfall während einer Hitzewelle dazu, dass ein iPad aufgrund eines aufgeblähten Akkus explodierte.
Die optimale Betriebstemperatur für mobile Geräte liegt zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Wer unterwegs Überhitzung vermeiden will, sollte die Bildschirmhelligkeit reduzieren, bei schlechtem Empfang den Flugmodus aktivieren und das Gerät nicht überladen.
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Clever reisen: So schützen Sie Ihre Daten
Die Nachfrage nach digitalen Reiselösungen boomt. Mobile Reise-Apps wurden weltweit milliardenfach heruntergeladen, KI-gestützte Reiseplanung verzeichnet einen Anstieg von rund 280 Prozent.
Experten empfehlen für Reisen ins außereuropäische Ausland die Nutzung von eSIMs, um hohe Roaming-Gebühren zu vermeiden. Achtung: Auf Kreuzfahrtschiffen gelten die EU-Roaming-Regeln in der Regel nicht. Für sichere Verbindungen in Hotels oder Ferienwohnungen raten Fachleute zu persönlichen Reise-Routern, die private WLAN-Netzwerke aufbauen und VPNs unterstützen.
Zusätzlich sollten Reisende Offline-Karten herunterladen und wichtige Dokumente in digitalen Geldbörsen speichern. Wer von größeren US-Flughäfen abfliegt, kann inzwischen an über 250 Airports die Apple Digital ID zur Passkontrolle nutzen.

