Die Polizei Bielefeld hat vor einer neuen Betrugsmasche gewarnt, die unter dem Begriff „Quishing“ (QR-Code-Phishing) bekannt geworden ist. Dabei nutzen Kriminelle manipulierte QR-Codes, um Nutzer auf gefälschte Webseiten zu leiten oder zur Installation schädlicher Applikationen zu bewegen.
Ein aktueller Vorfall in Bielefeld verdeutlicht die Gefahr: Eine Frau konnte einen Bezahlvorgang erst im letzten Moment abbrechen, nachdem sie auf einen betrügerischen QR-Code hereingefallen war.
Massive Zunahme von QR-Code-Phishing
Marktanalysen des Sicherheitsunternehmens ESET belegen die wachsende Relevanz dieser Angriffsform. Im ersten Halbjahr 2026 enthielten demnach bereits 11 % aller Phishing-E-Mails bösartige QR-Codes.
Quishing ist für Angreifer besonders attraktiv, da die grafischen Codes viele herkömmliche E-Mail-Filter umgehen können. Die Nutzer werden dabei oft dazu verleitet, den Code mit ihrem privaten Smartphone zu scannen, wodurch Sicherheitsvorkehrungen in Unternehmensnetzwerken ausgehebelt werden.
Die Detektionsraten für sogenannte ClickFix-Angriffe stiegen laut ESET im Vergleich zwischen der zweiten Jahreshälfte 2025 und dem ersten Halbjahr 2026 um 108 %. Regional variiert die Verbreitung stark: Während der Quishing-Anteil in Südafrika bei 2,1 % liegt, macht er in Nordamerika bereits 12,4 % aus.
Im Bereich der sogenannten Infostealer spielt in Südafrika die Software SnakeStealer eine erhebliche Rolle; sie mache dort 10,7 % der entsprechenden Detektionen aus.
Sicherheitsrisiken durch KI-Anwendungen und staatliche Akteure
Neben klassischen QR-Codes rücken auch KI-basierte Anwendungen in den Fokus der Sicherheitsforscher. Eine Analyse von 900.000 sogenannten AI-Skills ergab, dass 25.000 davon als verdächtig und 3.000 als eindeutig bösartig einzustufen sind.
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Die Experten stellten fest, dass 84 % dieser schädlichen Anwendungen Befehle ohne eine explizite Nutzeraktion ausführen können. Zudem seien 31 % darauf ausgelegt, Drittanbieter-Werkzeuge eigenständig nachzuladen.
Die Bedrohung hat zudem eine geopolitische Komponente. Bereits Anfang des Jahres warnte das FBI vor der nordkoreanischen Gruppe Kimsuky, die QR-Codes gezielt für Spionage- und Cyberangriffe einsetzt. Auch die chinesische Nationale Sicherheitsbehörde hat unlängst vor drei spezifischen Fallen gewarnt.
Dazu gehören gefälschte Geschäftsangebote zur Verbreitung von Malware, manipulierte QR-Codes in öffentlichen Räumen wie Aufzügen oder auf Postsendungen sowie QR-Code-Geschenke, die in der Nähe von Behördengebäuden platziert werden. Als Hauptrisiken nennen die Behörden den Diebstahl der Privatsphäre, den illegalen Datenhandel sowie Bedrohungen für die nationale Sicherheit.
Google kündigt verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an
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Als Reaktion auf die steigende Zahl schädlicher App-Installationen über Drittquellen führt Google für das Betriebssystem Android eine Funktion namens „Advanced Sideloading“ ein. Diese soll den Installationsprozess für Apps außerhalb des offiziellen Play Stores deutlich erschweren.
Zu den neuen Sicherheitsvorkehrungen gehören eine 24-stündige Wartezeit vor der Installation, ein erforderlicher Neustart des Geräts sowie eine obligatorische Bestätigung durch die Bildschirmsperre.
Google plant, ab dem 30.09.2026 eine verstärkte Entwickler-Verifizierung in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand einzuführen. Eine globale Ausrollung dieser Sicherheitsfeatures ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Ausgenommen von diesen Einschränkungen bleibt lediglich die Installation über die Android Debug Bridge (ADB), die primär von Entwicklern genutzt wird.

