Smartphone-Diebstahl, KI-gestützte Betrugsmaschen und massiver Phishing-Anstieg – die Bedrohungslage für Verbraucher und Unternehmen hat ein neues Niveau erreicht.
Die Deutsche Telekom warnte am heutigen Freitag vor einer perfiden Betrugsmasche, die gezielt Smartphone-Besitzer ins Visier nimmt. Besonders Reisende sind betroffen. Nach einem Gerätediebstahl geben sich die Täter per SMS oder Messenger als ehrliche Finder aus. Sie schicken Links zu gefälschten Login-Seiten und versuchen so, an die Apple-ID oder die Google-Zugangsdaten ihrer Opfer zu gelangen.
Das Ziel: Die Aktivierungssperre des gestohlenen Handys soll aufgehoben werden. Erst dann können die Kriminellen das Gerät zurücksetzen und gewinnbringend weiterverkaufen. Die Sicherheitsexperten raten daher dringend, gestohlene Geräte sofort über die offiziellen Herstellerportale als verloren zu melden und sämtliche Hauptpasswörter zu ändern. Auf Nachrichten von angeblichen Findern sollte man keinesfalls reagieren.
Google arbeitet an Sicherheitslücke im Android-Sperrbildschirm
Parallel dazu bereitet Google einen Sicherheitspatch für den Android-16-Sperrbildschirm vor. Ein entdeckter Fehler erlaubte es Unbefugten mit physischem Zugriff, die PIN-Eingabe durch bestimmte Multi-Touch-Gesten zu umgehen. Die Sicherheitslücke machte es möglich, dass der KI-Assistent Gemini SMS oder WhatsApp-Nachrichten versenden konnte – ohne jede Geräteauthentifizierung.
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Phishing-Welle: Quishing und Smishing auf dem Vormarsch
Die Zahlen der ersten Jahreshälfte 2026 zeichnen ein alarmierendes Bild. QR-Code-Phishing, auch „Quishing“ genannt, stieg im ersten Quartal um 146 Prozent. Mitte 2026 enthielt bereits etwa jede neunte Phishing-E-Mail einen schädlichen QR-Code. Auch SMS-basierte Angriffe legten im zweiten Quartal um 162 Prozent zu.
Besonders perfide: Eine aktuelle Welle von Kurier-Phishing-Betrügereien. Seit dem 24. Juni haben Opfer allein im Stadtstaat Singapur Verluste von umgerechnet mehr als 180.000 Euro erlitten. Die betrügerischen Nachrichten stammen oft aus der Ländervorwahl +212 und fordern eine angebliche kleine Zustellgebühr. Sobald die Opfer ihre Zahlungsdaten eingeben, fügen die Betrüger die Kreditkarteninformationen in digitale Bezahlplattformen ein und tätigen unautorisierte Transaktionen. Allein am 13. Juli registrierten die Behörden 20 solcher Fälle.
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Deepfake-Betrug: Millionenverlust bei Schmuckunternehmen
Die Betrugsmethoden werden zunehmend professioneller. Ein besonders schwerer Fall erschütterte am 15. Juli die Schmuckbranche: Eine Tochtergesellschaft des Unternehmens Sky Gold verlor umgerechnet rund 1,3 Millionen Euro. Ein Mitarbeiter wurde Opfer einer Deepfake-Imitation eines Firmendirektors und überwies auf dessen Anweisung eine hohe Summe.
Auch Privatpersonen sind zunehmend betroffen. Am 16. Juli wurden Warnungen vor Betrügern laut, die sich über FaceTime als Apple-Support ausgeben. Sie fordern ihre Opfer zur Bildschirmfreigabe auf – und erlangen so die vollständige Kontrolle über das Gerät. In den USA warnte die Handelsbehörde FTC zudem vor einer neuen Masche: Kriminelle schicken gefälschte Mitarbeiterausweise per SMS und geben vor, verlorenes Geld zurückholen zu können. In Wahrheit stehlen sie nur weitere Summen.
Der aktuelle FBI-Bericht für 2025 belegt das Ausmaß: KI-gestützte Betrugsmaschen verursachten in den USA Schäden von umgerechnet rund 820 Millionen Euro. Allein in Florida und Georgia gab es hunderte Beschwerden über Stimmklonung und Deepfake-Videos. Ein Ehepaar verlor in einem Kryptowährungs-Betrug umgerechnet etwa 730.000 Euro.

