Hacker umgehen mit QR-Codes in E-Mails die Sicherheitsvorkehrungen von Unternehmen. Die Methode heißt „Quishing“ und zielt vor allem auf Smartphones ab.
Angriff auf die mobile Schwachstelle
Das FBI warnt vor einer neuen Qualität bei Cyberangriffen. Die Täter platzieren bösartige QR-Codes in Spear-Phishing-E-Mails. Ziel ist es, Nutzer von geschützten Desktop-Umgebungen auf ihre mobilen Geräte umzuleiten. Dort sind die Sicherheitsvorkehrungen oft deutlich schwächer.
Hinter den aktuellen Kampagnen steckt vermutlich die nordkoreanische Hackergruppe Kimsuky. Sie verschickt gezielt E-Mails an Regierungsstellen, Hochschulen und Think Tanks. Wer den QR-Code scannt, installiert entweder Schadsoftware oder gibt seine Session-Token preis. Damit umgehen die Angreifer selbst eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).
Lazarus setzt auf gefälschte Jobangebote
Auch die Gruppe Lazarus ist aktiv. Südkoreanische Behörden warnen vor ihren Methoden: gefälschte Jobangebote und infizierte Nachrichten- sowie Krankenhausseiten. Bei diesen sogenannten Watering-Hole-Angriffen reicht oft schon der Besuch einer präparierten Website. Voraussetzung: veraltete Sicherheitssoftware.
Die Bedrohungslage hat sich in den letzten Monaten dramatisch verschärft. Der Infobip Fraud Report 2026 verzeichnet eine jährliche Zunahme von Phishing-Angriffen um 94 Prozent. Noch beunruhigender: Bei 86 Prozent dieser Angriffe kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz.
KI macht Phishing gefährlicher
Die Täter nutzen KI, um glaubwürdige Identitäten für Entwickler oder Behördenmitarbeiter zu erstellen. Das FBI meldet: Mobile Phishing-Versuche sind seit Anfang 2025 um 380 Prozent gestiegen. Die weltweiten Verluste durch solche Betrugsmaschen beliefen sich im vergangenen Jahr auf über 148 Milliarden US-Dollar.
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Neben staatlich gestützten Akteuren sind auch kriminelle Gruppen wie UNC5792 aktiv. Sie haben es auf Messaging-Dienste wie WhatsApp, Signal und Telegram abgesehen. Die Polizei Rostock warnte jüngst vor der Methode des „Ghost Pairing“. Ein Nutzer klickte auf einen vermeintlichen Voting-Link – sein WhatsApp-Konto wurde übernommen. Die Täter forderten von seinen Kontakten Geld für eine angebliche medizinische Notlage. Schaden: vierstellig.
Sparkassen und ELSTER im Visier
Parallel kursieren gefälschte E-Mails im Namen der Sparkassen und der Steuerplattform ELSTER. Unter dem Vorwand einer notwendigen Verifizierung oder Datensynchronisierung werden Kunden aufgefordert, Links zu folgen. Die Betrüger setzen kurze Fristen bis Anfang August 2026 an – das erzeugt Druck.
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Eine weitere Gefahr: die Sicherheitslücke CVE-2026-42897 in Outlook Web Access (OWA). Schon das bloße Öffnen einer E-Mail reicht aus. Der Trojaner „OWAReaper“ kann sogar Passwortwechsel überdauern. Experten raten zur Überprüfung verknüpfter Geräte und aktiver Sitzungen in den Kontoeinstellungen.
Was jetzt zu tun ist
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt:
- QR-Codes aus unaufgeforderten E-Mails niemals scannen
- Zwei-Schritt-Verifizierung (2FA) konsequent aktivieren
- Software und Betriebssysteme auf dem neuesten Stand halten
- Bei Geldforderungen über Messaging-Dienste die Person per Anruf verifizieren
- Verdächtige Mails an die Verbraucherzentrale weiterleiten
- Im Schadensfall den Sperr-Notruf 116 116 nutzen

