Die Behörden schlagen Alarm: Eine aktuelle Welle von Betrugsfällen rollt durch die Republik. Die Täter setzen dabei auf eine Mischung aus altbekannten Tricks und modernster Technologie.
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Falsche Beamte erbeuten Bargeld und Schmuck
Allein in den vergangenen Tagen meldeten mehrere Bundesländer massive Schäden durch falsche Amtspersonen. In Weimar übergab eine 85-Jährige Mitte Juni Bargeld und Schmuck im Wert von rund 13.000 Euro. Die Täter hatten sie am Telefon über eine angebliche Diebesbande informiert.
Ähnliche Fälle gibt es aus Steinhagen und Butzbach. In Butzbach zahlte ein Opfer 9.000 Euro an einen Abholer – die Betrüger hatten einen erfundenen Unfall einer Angehörigen als Druckmittel genutzt.
Besonders perfide war die Masche in Bad Vilbel: Ein Senior erhielt einen Anruf von einem angeblichen Polizisten. Der behauptete, bei einem Einbruch sei eine Kopie seiner Bankkarte gefunden worden. Kurz darauf holte ein Täter die Karte ab, während ein vermeintlicher Bankmitarbeiter telefonisch die PIN erfragte. Wenig später wurden 2.000 Euro abgehoben.
KI-gestützter Betrug: Wenn die Stimme täuscht
Die Kriminellen rüsten technologisch auf. In Altenburg verlor ein 80-Jähriger im Mai rund 42.000 Euro – durch eine KI-generierte Werbeanzeige. Die zeigte einen bekannten Politiker und warb für eine Anlageplattform. Über einen Fernzugriff auf den PC des Opfers führten die Täter Online-Banking-Transaktionen durch. Die Polizei konnte immerhin 28.000 Euro sichern.
Auch WhatsApp-Nutzer sind im Visier. Das Landeskriminalamt Niedersachsen warnt vor gefälschten support-Bots. Die Kurznachrichten leiten auf manipulierte Seiten weiter. Ein Chatbot fordert dort zur Eingabe eines Verknüpfungscodes auf – das ermöglicht die vollständige Übernahme des Kontos. Meta kündigte Mitte Juni neue Schutzfunktionen an.
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Quishing und falsche Steuerbescheide
Eine weitere aktuelle Gefahr heißt „Quishing“: Verbraucher erhalten gefälschte Briefe, die täuschend echt wirken – etwa von Banken. Die enthaltenen QR-Codes führen auf Phishing-Seiten, die sensible Bankdaten abgreifen sollen.
Das Bundeszentralamt für Steuern warnt zudem vor gefälschten Steuerbescheiden per E-Mail. Unter dem Vorwand einer Rückzahlung von 221,50 Euro für 2024 versuchen Kriminelle, an Bankdaten zu gelangen. Erkennbar sind die Mails oft an fehlerhaften Absenderadressen wie „@eister.de“ statt der offiziellen Elster-Domain.
In Münster wurden gefälschte Rechnungen über rund 900 Euro versendet. Sie tragen das Landeswappen von Nordrhein-Westfalen, aber eine Frankfurter Adresse und eine ausländische IBAN.
Politik fordert härteres Vorgehen
Die Professionalisierung der Betrüger bleibt nicht unbemerkt. Auf der Verbraucherschutzministerkonferenz sprach sich Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg für konsequentere Maßnahmen gegen betrügerische Online-Shops aus. Verbraucherschützer fordern mehr Schutzmechanismen.
Die Polizei rät grundsätzlich zur Skepsis bei unaufgeforderten Anrufen oder Schreiben, die zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe von PINs und Zugangscodes auffordern. Beamte würden niemals telefonisch die Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen verlangen. Im Betrugsverdacht hilft der Sperr-Notruf 116 116 – und eine Anzeige bei der Polizei.

