Radeon-GPUs: AMD erhöht Preise um 10% ab August

AMD hebt Preise für Radeon-GPUs und GDDR6-Speicher ab August um mindestens zehn Prozent an. Grund sind stark gestiegene Speicherkosten durch KI-Nachfrage.

Die angespannte Lage auf dem Halbleitermarkt verschärft sich weiter. Der Chiphersteller AMD hat seine Partner darüber informiert, dass die Preise für Radeon-Grafikprozessoren (GPUs) sowie GDDR6-Speicher-Kits ab August 2026 um mindestens 10 % steigen werden. Diese Maßnahme folgt auf eine bereits im Juli vorgenommene Preisanpassung in gleicher Höhe und markiert damit die zweite Erhöhung innerhalb weniger Wochen.

Strategische Anpassung an den Wettbewerb und Kostensteigerungen

Die nun kommunizierte Preisanpassung war ursprünglich bereits für den Juli vorgesehen, wurde jedoch kurzfristig verschoben. Marktbeobachter führen dies darauf zurück, dass AMD die Preisentwicklung beim Konkurrenten Nvidia abwarten wollte, der Ende Juli eigene Erhöhungen vornahm. Die aktuelle Maßnahme ist Teil einer umfassenderen Strategie für das zweite Halbjahr 2026, in dem AMD eine Gesamtanpassung der Preise um 10 bis 15 % anstrebt.

Betroffen von der Erhöhung sind namhafte Board-Partner wie Sapphire, ASUS, Vastarmor und XFX. Dabei zeigt sich eine Differenzierung je nach Modell: Grafikkarten mit einer hohen Kapazität an Video-RAM (VRAM), wie etwa die Radeon RX 9070 XT mit 16 GB, könnten überproportional teurer werden. Einstiegsmodelle wie die RX 9050 mit 4 GB sollen hingegen lediglich um den Basissatz von 10 % steigen.

Massive Preissteigerungen bei GDDR6-Speicher

Der Hauptgrund für die teureren Grafikkarten liegt in den drastisch gestiegenen Kosten für GDDR6-Speichermodule. Durch die enorme Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz sind die Spotpreise für diesen Speichertyp seit Ende 2025 von rund 2,50 US-Dollar pro Gigabyte auf etwa 7,50 US-Dollar pro Gigabyte angestiegen. Bei einigen Grafikkarten-Modellen macht der Speicher inzwischen mehr als 80 % der gesamten Materialkosten aus.

Die Auswirkungen auf den Endkundenmarkt sind bereits deutlich spürbar. Die Radeon RX 9050, die ursprünglich mit einer unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) von 279 US-Dollar startete, wird im Handel bereits für über 450 US-Dollar angeboten; spezielle Partnerkarten überschreiten teilweise die Marke von 500 US-Dollar. Die RX 9070 XT, deren Startpreis bei 599 US-Dollar lag, wird aktuell für 700 bis 750 US-Dollar gehandelt. Um den Abverkauf bestehender Lagerbestände nicht zu gefährden, soll die vollständige Umsetzung der neuen Preise erst in etwa einem Monat erfolgen.

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Branchenweite Krise bei Speicherressourcen

AMD steht mit dieser Entwicklung nicht allein. Nvidia hatte zuvor die Preise für die RTX-50-Serie um bis zu 30 % angehoben. So kostet das Flaggschiff RTX 5090, das mit einem Startpreis von 1.999 US-Dollar eingeführt wurde, mittlerweile zwischen 4.300 und 5.000 US-Dollar. Branchenanalysten von TrendForce berichten zudem, dass die RAM-Preise für PCs und Smartphones im Vergleich zum Vorjahr um das Fünf- bis Sechsfache gestiegen sind.

Die Aussichten für die kommenden Jahre bleiben düster. Der CEO von SK Hynix prognostiziert für 2027 das bisher schwierigste Jahr für das Speicherangebot. Auch der CFO von Samsung erwartet eine Verschärfung der Engpässe im Jahr 2027 und rechnet mit einer angespannten Lage bis in das Jahr 2028.

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Auch andere Segmente der Unterhaltungselektronik sind betroffen. Microsoft und Nintendo haben Preiserhöhungen für ihre Konsolen angekündigt: Die Xbox Series X steigt zum 1. September auf 799,99 US-Dollar, während die kommende Switch 2 ab demselben Datum für 499,99 US-Dollar gelistet wird. Der CEO von Apple bezeichnete die aktuelle Situation bei den Speicherpreisen als ein außergewöhnliches Ereignis, das nicht vollständig kompensiert werden könne. In der Folge steigen die Preise für Mac, iPad und die Vision Pro um 150 bis 300 US-Dollar.