AMD kündigt Preiserhöhungen von mindestens zehn Prozent für Radeon-Grafikkarten an. Grund sind explodierende Kosten bei Speicherchips.
Der Chip-Hersteller hat seine Partner informiert: Ab August 2026 werden Radeon-Grafikkarten teurer. Die Anpassung betrifft neu produzierte Einheiten, während bestehende Lagerbestände zunächst zu alten Preisen verkauft werden. Ursprünglich wollte AMD die Erhöhung bereits im Frühsommer umsetzen, verschob sie jedoch, um die Marktreaktion auf ähnliche Schritte des Konkurrenten Nvidia abzuwarten.
Speicherkrise trifft gesamte Branche
Der Preisschock hat einen klaren Auslöser: GDDR6- und GDDR7-Speicher werden weltweit knapper und teurer. Der Boom bei generativer KI treibt die Nachfrage nach Hochleistungshardware in die Höhe – mit spürbaren Folgen für Endverbraucher.
Während Einsteigermodelle wie die RX 9050 voraussichtlich um die Standard-zehn Prozent steigen, könnten High-End-Karten mit viel Videospeicher deutlich stärker betroffen sein. Die RX 9070 XT mit 16 Gigabyte steht exemplarisch für diese Entwicklung. Nvidia bereitet Berichten zufolge bereits die dritte Preiserhöhung des Jahres vor – mit Aufschlägen von 20 bis 30 Prozent bei den RTX-Modellen.
Erste Auswirkungen zeigen sich schon jetzt: Partnerhersteller wie MSI und ASUS haben die Preise für die GeForce-RTX-50-Serie angehoben. Die RTX 5090 kostet in Einzelfällen bereits umgerechnet rund 3.000 Euro – deutlich über der unverbindlichen Preisempfehlung.
Neue Modelle und regionale Unterschiede
Trotz der Kostenexplosion erweitert AMD sein Portfolio. Eine 4-GB-Version der RX 9050 mit 64-Bit-Speicherbus und 144 GB/s Bandbreite wurde bestätigt – allerdings nur für Systemintegratoren. CyberPowerPC soll exklusiver Anbieter für preisgünstige Komplett-PCs sein.
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Interessant: Während die neuen Kits teurer werden, fallen die Preise aktueller Modelle in einigen Regionen. In Großbritannien kostet die RX 9070 XT inzwischen weniger als 600 Pfund, in Japan liegt sie 22 bis 30 Prozent unter dem Einführungspreis. Experten sehen dafür lokale Nachfrageschwankungen als Ursache – nicht etwa sinkende Herstellungskosten.
Auch bei Prozessoren zeigt AMD Preisflexibilität: Der Ryzen 7 5800X3D wurde im Sommer 100 Dollar günstiger wieder eingeführt, der Ryzen 7 7700X3D lag Mitte Juli bei umgerechnet rund 300 Euro.
Rechenzentren als Wachstumsmotor
Während der Gaming-Bereich unter den Speicherpreisen leidet, boomt AMDs Enterprise-Geschäft. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz mit Rechenzentren um 57 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Mit der neuen Plattform ROCm.ai will der Konzern die KI-Entwicklung weiter vereinfachen.
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Microsoft setzt im High-End-Servermarkt auf beide Architekturen: AMDs Helios-Systeme und Nvidias Vera-Rubin-Racks. Die Helios-Lösung ist mit geschätzten 4,6 bis 5,1 Millionen Euro pro Einheit deutlich teurer als Nvidias Pendant für 3,2 bis 3,7 Millionen Euro. Microsoft-CEO Satya Nadella betonte, man wolle beide Technologien nutzen, um Risiken zu streuen. Nvidia hält im Rechenzentrumsgeschäft weiterhin einen Marktanteil von 75 bis 85 Prozent.

