Der Chiphersteller AMD hebt im November 2026 die Abgabepreise für Bundles aus Grafikprozessoren und GDDR6-Grafikspeicher an seine Boardpartner erneut an. Dieser Schritt folgt unmittelbar auf eine vorangegangene Preiserhöhung im Oktober 2026. Eine offizielle Bestätigung seitens AMD liegt bislang nicht vor, und die genaue Höhe des anstehenden Preisanstiegs für November bleibt vorerst unbestätigt.
Speicherknappheit treibt Kosten der GPU-Kits
AMD liefert an die Hardware-Partner vorgefertigte Pakete, die aus der Grafikeinheit und den dazugehörigen GDDR6-Speicherbausteinen bestehen. Berichten zufolge hat das Unternehmen die Lieferkette über eine Erhöhung um rund 10 Prozent über das gesamte GPU-Portfolio in Kenntnis gesetzt. Als Grund für die Maßnahme gelten Engpässe beim Speicher sowie gestiegene DRAM-Preise.
Bei Leiterplattenherstellern wird der für November erwartete Kostenanstieg als spürbar eingestuft. Auf Basis früherer Monate halten Branchenbeobachter einen Zuwachs von 10 bis 15 Prozent je Komponentenpaket für plausibel. Zudem hat AMD auf ein Modell umgestellt, bei dem die Preislisten quartalsweise überprüft und aktualisiert werden.
Von den Anpassungen sind sowohl die aktuellen Radeon-RX-9000-Modelle auf Basis der RDNA-4-Architektur – darunter die RX 9070 XT, RX 9070, RX 9060 XT und RX 9060 – als auch Grafikkarten der Serie Radeon RX 7000 betroffen. Bereits im dritten Quartal 2026 kletterten die Preise für GDDR6-Videospeicher um 8 bis 10 Prozent.
Ursächlich hierfür waren eine Verknappung von Siliziumwafern sowie Verlagerungen von Fertigungskapazitäten zugunsten von Serverlösungen. Zum 1. Oktober 2026 hatte AMD die Lieferpreise für GDDR6 schon einmal angehoben.
Drastische Preissteigerungen im Einzelhandel
Die Boardpartner von AMD dürften ihre Abgabepreise in den kommenden Wochen anpassen. Ob der Speicherpreisanstieg von 8 bis 10 Prozent im gleichen Umfang an die GPU-Preise weitergegeben wird, gilt zwar als wahrscheinlich, ist aber noch offen.
Analysten merken an, dass 8 bis 10 Prozent höhere Kosten auf Großhandelsebene wegen zusätzlicher Faktoren wie Lagerhaltung, Logistik und Margen nicht automatisch zu einem identischen Preissprung im Endkundengeschäft führen müssen. Zudem schlagen Änderungen erst nach einigen Wochen und abhängig von Lagerbeständen auf den Handel durch.
Im Oktober 2026 führte die Entwicklung bereits zu Preissprüngen von 100 bis 150 US-Dollar bei Radeon-Karten. Die Endkundenpreise der Radeon RX 9060 XT mit 16 Gigabyte stiegen im Oktober im Vergleich zum September um 17 Prozent, während die RX 9070 und die RX 9070 XT jeweils um 12 Prozent zulegten.
Über den gesamten Grafikkartenmarkt hinweg zogen die Preise in den vergangenen drei Monaten global um 35 Prozent an; der Oktober verzeichnete im Schnitt ein Plus von 10 Prozent, bereinigt um die GeForce RTX 5090.
Bei Händlern wie Amazon lagen die Preise für verschiedene Ausführungen der RX 9070 XT zuletzt auf hohem Niveau: Die ASUS Prime RX 9070 XT White OC notierte bei 916,99 US-Dollar, nachdem sie zuvor bei 1.099,99 US-Dollar gelegen hatte.
Modelle wie die XFX Swift und die PowerColor Reaper standen bei 919,99 US-Dollar, die ASRock Challenger OC bei 949,99 US-Dollar, die GIGABYTE Gaming OC bei 1.029,99 US-Dollar und die AMD Prime OC bei 1.063,77 US-Dollar. Im europäischen Handel lag der Durchschnittspreis der RX 9070 XT, die zuvor für 699 Euro erhältlich war, zuletzt bei über 1.100 Euro.
Prognosen gehen davon aus, dass eine nachhaltige Entspannung der Marktlage erst gegen Ende 2027 oder Mitte 2028 eintreten dürfte, wobei einzelne Schätzungen sogar von einer Fortdauer der Situation bis 2030 ausgehen.

