Der Chiphersteller AMD hat Berichten zufolge die Preise für GDDR6-Speicherchips angehoben, die das Unternehmen an seine Boardpartner liefert. Wie aus Beiträgen im chinesischen Branchenforum Board Channels sowie Berichten der Plattform Bench Life hervorgeht, trat die Preisanpassung mit Wirkung zum 1. Oktober 2026 in Kraft. Eine offizielle Bestätigung seitens AMD liegt bisher nicht vor, auch die genaue Höhe des Aufschlags auf Chipebene wurde nicht beziffert.
Mehrere Radeon-Generationen von Kostensteigerungen betroffen
Von der Maßnahme sind Branchenberichten zufolge verschiedene Grafikkartengenerationen betroffen. Konkret genannt werden Modelle aus den Radeon-Reihen RX 5000, RX 6000, RX 7000 sowie RX 9000. Marktbeobachter gehen davon aus, dass insbesondere die neuere RX-9000-Serie spürbare Auswirkungen verzeichnen könnte.
Neben den Speicherbausteinen verteuern sich laut Bench Life derzeit auch SMD-Bauteile und Leiterplatten (PCBs), was den Kostendruck bei den Grafikkartenherstellern weiter verstärkt.
In China wurden die empfohlenen Onlinepreise für mehrere Modelle bereits zum 1. Oktober 2026 angepasst. Laut Berichten stieg der empfohlene Preis für die Radeon RX 9070 um 700 Yuan auf 6.299 Yuan, was umgerechnet 882 US-Dollar entspricht.
Bei der RX 9070 GRE gab es einen Aufschlag um 400 Yuan auf 4.999 Yuan (700 US-Dollar). Für die RX 9060 XT mit 16 GB Speicher wird ein Anstieg um 600 Yuan auf 4.899 Yuan (686 US-Dollar) gemeldet, während die Variante mit 8 GB um 300 Yuan auf 3.390 Yuan (475 US-Dollar) zulegte.
Die RX 7650 GRE verteuerte sich um 400 Yuan auf 2.999 Yuan (420 US-Dollar). Unverändert blieben hingegen die Preise für die RX 9070 XT bei 6.999 Yuan (980 US-Dollar) sowie für das Einsteigermodell RX 6500 XT bei 1.599 Yuan (224 US-Dollar).
Steigende Komponenten- und Fertigungskosten als Auslöser
Als wesentlicher Hintergrund für die Preisanpassungen gelten vorangegangene Verteuerungen in der Lieferkette. Demnach verteuerten sich 2-GB-Speicherchips um etwa 10 %, während auch die Fertigungskosten beim Auftragsfertiger TSMC um etwa 10 % stiegen.
Bereits im Juli 2026 war über eine Erhöhung der Preise für AMD-GPU-Speicher-Kits um rund 10 % berichtet worden. Im September folgte laut Branchenberichten eine weitere Steigerung um 10 % bei GPUs, Chipsets und möglicherweise Prozessoren.
Aus den höheren Komponentenpreisen resultiert jedoch nicht zwangsläufig eine prozentual identische Erhöhung der Endkundenpreise. Wie stark Boardpartner die zusätzlichen Ausgaben tatsächlich an Käufer weitergeben, hängt von der jeweiligen Marge und Marktlage ab.
Unklare Marktentwicklung außerhalb Chinas
Ob und wann ähnliche Preisanpassungen den weltweiten Handel erreichen, bleibt vorerst offen. Zwar soll AMD Partner auch über Anpassungen in anderen Regionen informiert haben, verbindliche Angaben zu Terminen oder neuen Preisempfehlungen für Märkte außerhalb Chinas liegen jedoch nicht vor. Die genannten Dollarbeträge stellen lediglich Umrechnungen der chinesischen Notierungen dar und spiegeln keine globalen Listenpreise wider.
Beim Konkurrenten NVIDIA stellt sich die Situation derzeit anders dar. Das Unternehmen hat seine Partner laut Berichten nicht über eine Preiserhöhung bei GDDR7-Speicher informiert und könnte die Speicherpreise im weiteren Verlauf des Jahres 2026 stabil halten.
Allerdings hatte NVIDIA seine Preise für GDDR6- und GDDR7-Kits bereits im Juli 2026 angehoben. Anfang September lag die GeForce RTX 5090 weltweit rund 136 % über der unverbindlichen Preisempfehlung. Ob sich die jüngsten Kostenschritte bei AMD im Endkundengeschäft ähnlich stark niederschlagen, bleibt abzuwarten.

